Unterwegs mit ungewöhnlichen Flugobjekten über die Landschaft im Dreiländereck.

Bodensee. "Warum an den Bodensee? Ganz klar, weil ich hier so wunderbar die Luftschiffe beobachten kann", erklärt Lukas seiner Familie. Der Zwölfjährige ist ein Technik-Freak, den alles begeistert, was mit Luft- und Raumfahrt zu tun hat. Geschickt schafft er es, den Familienrat zu überzeugen. Schließlich gibt es in und um die Bodensee-Stadt Friedrichshafen auch genügend andere Dinge, die zum Ferienglück aller beitragen: jede Menge Sonnenstunden, Strandbäder, Fahrradwege und Schlemmereien.

Eine perfekte Kombination aus Natur und Technik

Keine Frage, wohin es am ersten Urlaubstag geht: Lukas möchte dem altehrwürdigen Grafen Zeppelin einen Besuch abstatten. Und zwar im Zeppelin-Museum "Technik und Kunst" im Seebahnhof. Es beherbergt die weltgrößte Sammlung zur Geschichte der Luftschifffahrt. Vor allem aber den Nachbau der LZ 129 Hindenburg möchte Lukas aus nächster Nähe sehen, in Originalgröße versteht sich. Spannend ist auch die aktuelle Ausstellung "6630’NORD - Luftschiffe über der Arktis," die von der Arktisfahrt des Zeppelins LZ 127 im Jahr 1931 erzählt. Lukas kann sich kaum trennen, aber nun ist Mama dran: Sie möchte die Uferpromenade entlang zur Schlosskirche flanieren, die gleich am Museum beginnt.

Eine Latte Macchiato in einem Café direkt am Hafen trinken, das Besteigen des Moleturms bestaunen, die Aussicht auf die Berge jenseits des Sees genießen. Das Treiben ist geschäftig, ein- und abfahrende Dampfer und Fähren heißen "Constanzia" und "Austria". Man könnte stundenlang sitzen und träumen. "Ich möchte endlich zum Schwimmen", äußert Julia (11) ihren persönlichen Bodensee-Wunsch. Sie weiß auch schon wohin: ins Strandbad von Friedrichshafen. Hier laden schattenspendende Bäume, nostalgische Holzkabinen und ein Strandcafé zum Entspannen ein. Es ist ziemlich voll. Einheimische, "Häfler" genannt, und zahlreiche Urlauber möchten sich im kühlen Nass erfrischen und die Bade-Inseln erobern. Die Atmosphäre ist entspannt. Schnell kommt man ins Gespräch. Aber zurück auf den Boden - genauer auf den Radweg. Denn was wäre ein Bodensee-Trip ohne Fahrradtour?

"Ich möchte endlich zum Schwimmen." (Julia nach dem Museumsbesuch)

Direkt am See entlang führen die Wege durch exklusive Wohnviertel, prächtige Blumenwiesen, an Obstgärten und Weinbergen entlang. Es geht Richtung Uhldingen zu den berühmten Pfahlbauten aus dem Mittelalter.

Vorbei an dem badischen Winzer- und Fischerdorf Hagnau, am Yachthafen von Immenstaad und zum Schmuckkästchen Meersburg mit seinen steilen Gassen.

"Frische Bodensee-Felchen." "Badischer Wein direkt vom Winzer." So verlockend klingen die Schilder vor Gasthöfen und Besenwirtschaften. Sie halten, was sie versprechen.

"Da schwebt er wieder" - rufen alle fast gleichzeitig, als das Luftschiff erneut am weißblauen Himmel auftaucht und sich gemächlich über den See Richtung Alpen schiebt. Faszination Fliegen im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz.

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