Im kleinen Ort Newquay wird der neue Film „Gestohlener Sommer“ gedreht.

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Rosamunde Pilcher vor der traumhaften Kulisse, die sie in ihren Büchern beschreibt.

Rosamunde Pilcher vor der traumhaften Kulisse, die sie in ihren Büchern beschreibt.

Rettungsszene im Meer: Die Filmcrew steckt in wasserdichten Anzügen, die Schauspieler werden nass und frieren, bis die Szene im Kasten ist.

Jennifer Fortmann / dpa, Bild 1 von 2

Rosamunde Pilcher vor der traumhaften Kulisse, die sie in ihren Büchern beschreibt.

Newquay. „Action!“, schreit jemand gegen den Wind. Kaum hörbar, denn die Wellen schlagen meterhoch gegen die steile Felsenküste des Porthreath Beach. Etwa zehn Männer stehen in dicken Anglerhosen mit Kameras und Mikrophonen im kalten Atlantikwasser.

Sie versuchen eine Szene für den neuen Rosamunde-Pilcher-Film „Gestohlener Sommer“ aufzuzeichnen. Als Kulisse für den 100. Pilcher-Film hat sich die Produktionsfirma die malerische Kulisse Cornwalls ausgesucht.

Die ideale Landschaft für Liebesgeschichten

Die Landschaft um die Stadt Newquay in Südengland bietet sich für die Liebesgeschichten der Autorin Rosamunde Pilcher an. Es gibt weite Landschaften, felsige Küsten, raues Meer, dichten Nebel und hinter Hügeln versteckte Cottages.

Der Strand ist für den Dreh einer Rettungsszene wie geschaffen. Während zehn Meter weiter Surfer die Wellen nutzen und manchmal neugierig rüberschauen, versucht die Crew, ihre Szene in den Kasten zu bekommen.

Schauspieler Patrick Fichte trägt nur Jeans und T-Shirt. Er ist bis auf die Haut durchnässt. Um sich aufzuwärmen, macht er einen Sprint am Strand entlang. Dann geht es auch schon weiter. Die Szene wird im Film etwa 30 Sekunden dauern.

Beim Dreh muss sie aber ständig wiederholt werden. Bevor der Schauspieler zurück in den Atlantik läuft, spritzt er sich mit kaltem Wasser ab. Drei Versuche, dann der Schnitt – die Szene ist im Kasten.

Die nassen Schauspieler werden in Bademäntel gepackt und mit Geländewagen an die Promenade gebracht, dort haben sie erst mal Pause mit Blick auf den Strand. Newquay ist nicht nur ein idealer Ort für die Filmcrew, sondern auch bekannt für seine Surfstrände.

Jahr für Jahr pilgern braungebrannte Wassersportler nach Cornwall, um von morgens 6 bis abends 23 Uhr auf die perfekte Welle zu hoffen. In dem kleinen Ort reiht sich ein Surfgeschäft an das andere.

Faul in der Sonne liegt hier kaum ein Urlauber. Der raue Wind sorgt für große Wellen und weckt die Lebensgeister. Er ist auch der Grund, weshalb Cornwall nicht nur im Sommer ein schönes Reiseziel ist. Im Herbst sind die raue Landschaft und ihre Stürme besonders faszinierend.

Die Schriftstellerin lockte schon viele Touristen mit ihren Filmen

Dass die Schriftstellerin Rosamunde Pilcher sich gerade diese Kulisse für ihre romantischen Bücher ausgesucht hat, ist kein Zufall. Sie ist in Cornwall geboren und aufgewachsen. Als sie geheiratet hat, zog sie nach Schottland.

Ihre Geschichten spielen in beiden Teilen Großbritanniens. Während der Name Pilcher den meisten Deutschen etwas sagt, kennt die Autorin in England kaum jemand.

Mit ihren romantischen Beschreibungen der Landschaft in Cornwall hat sie allerdings schon viele deutsche Touristen hierher gelockt. Vor allem die kleinen Dörfchen wie Mousehole oder St. Ives haben einen ganz besonderen Charme und lassen den Besucher für den Moment der Betrachtung in die idyllische Landschafts-Beschreibung der Pilcher Bücher versinken.

Für den kleinen Geldbeutel gibt es überall in Newquay Pensionen und Jugendherbergen. Diese werden vor allem von Surfern genutzt, die meist nur dort übernachten und den ganzen Tag auf dem Wasser verbringen. Dafür sind sie in der Stadt genau richtig, denn sie liegt am berühmten Fistral Beach, an dem internationale Surfwettbewerbe ausgetragen werden.

Erinnerungen an den guten, alten, englischen Adel

Die Schauspieler der Rosamunde-Pilcher-Filme haben etwas mehr Luxus zur Verfügung. Viktorianischer Stil erwartet sie nach einem Drehtag im Headland Hotel auf einem Felsen direkt am Fistral Beach. Im Jahr 1900 gebaut, gibt es den Besuchern heute noch einen Eindruck, wie das Leben des guten, alten, englischen Adels gewesen ist.

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