Paradies für Schnorchler: Zahlreiche Fische tummeln sich rund um die Insel. Foto: MTPA/Bamba
Paradies für Schnorchler: Zahlreiche Fische tummeln sich rund um die Insel. Foto: MTPA/Bamba

Paradies für Schnorchler: Zahlreiche Fische tummeln sich rund um die Insel. Foto: MTPA/Bamba

Grüne Insel mit türkisblauem Wasser: Der Felsen Le Morne ist beliebtes Fotomotiv. An seinem Fuß liegen zahlreiche Luxushotels. Foto: MTPA/Bamba

Ungewohntes Bild: Mountainbiker zwischen abgeernteten Zuckerrohrplantagen. Foto: Michael Zehender

Hund, Kobra oder Krieger: Yoga am frühen Morgen soll den Muskelkater bekämpfen. Foto: Michael Zehender

Die langen Sandstrände der Insel eignen sich für Ausdauerläufe. Foto: One & Only Le Saint Gérain

PS-Kraft und tolle Aussicht: Im Naturpark Domaine de L'Etoile dürfen Urlauber auf Quads fahren. Foto: MTPA/Bamba

Postkartenmotiv: Auf Mauritius lässt es sich paradiesisch entspannen. Foto: Michael Zehender

Auf Mauritius kommen auch Sportfans voll auf ihre Kosten. Foto:dpa/tmn

Wunderbarer Ausblick: Nach dem schweißtreibenden Aufstieg auf den Piton Canot geht der Blick in Richtung Le Morne. Foto: Michael Zehender

Alkohol liegt in der Luft: In der Rhumerie Chamarel entsteht das Nationalgetränk Rum. Foto: Michael Zehender

Farbspiele: Seven Coloured Earth ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten auf Mauritius. Dort schimmern die Reste eines Vulkanausbruchs in sieben Farben. Foto: Michael Zehender

dpa, Bild 1 von 11

Paradies für Schnorchler: Zahlreiche Fische tummeln sich rund um die Insel. Foto: MTPA/Bamba

Chamarel (dpa/tmn) - Mit Mauritius verbinden die meisten Urlauber das süße Nichtstun. Doch auch Sportliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Besonders geeignet ist dafür der mauritianische Winter. Doch was heißt hier Winter, wenn das Meer nie kälter als 25 Grad wird?

«Come on, come on», brüllt Didier. Auf allen Vieren geht es über den Rasen - nach vorne, nach hinten, zur Seite. Irgendwann geben die Arme nach, die Gruppe liegt erschlagen auf dem Boden. Kniebeugen, Liegestützen, dann ein Rennen am Strand. Das Tempo, das Didier anschlägt, bringt die Gruppe bis zur endgültigen Erschöpfung. Der Muskelkater kommt bestimmt.

Ist das Urlaub? Das ist wohl Ansichtssache. «Ultimative Outdoor Gym» nennt sich das Ganze jedenfalls. Aber zumindest die Umgebung lässt einen dann doch an Urlaub denken: Palmen, endloser weißer Sandstrand, Sonne. Zugegeben: Mit Mauritius verbinden die meisten Urlauber entspanntes Nichtstun, vielleicht noch ein bisschen Planschen im Wasser. Aber die Insel im Indischen Ozean bietet auch für Sportler viele Möglichkeiten - allemal im mauritianischen Winter, sprich wenn in Deutschland Hochsommer ist. Die Temperaturen steigen dann zwar selten über 25 Grad, fallen aber auch kaum unter 20.

Die Kinder der Einheimischen bekommen zwar schon einmal Pudelmützen für den Weg zur Schule. Die sportbegeisterten Touristen setzen sich dagegen in kurzen Hosen aufs Mountainbike. Ja, auf Mauritius gibt es Berge. Und zwar richtig hohe. Auf einige führen auch Straßen oder Wege, die für Radfahrer oder Mountainbiker gut geeignet sind. Etwas verdutzt schauen die Kinder am Straßenrand, als die Gruppe von sechs Bikern an ihnen vorbeifährt.

Los geht die Tour für die Urlauber an diesem Tag im Chamarel-Gebirge. Die Hauptsehenswürdigkeit dort ist Seven Coloured Earth - die Reste eines Vulkanausbruchs, die heute in sieben verschiedenen Farbtönen schimmern. Hier wie auch beim benachbarten Chamarel-Wasserfall darf ein kurzer Stopp natürlich nicht fehlen.

Danach geht es erst einmal mit knapp 40 Sachen bergab. Eigentlich ganz gemütlich. Doch dann steht der erste Berg an. Immer langsamer wird der Tritt, immer niedriger der Gang, immer mehr Autos überholen. Irgendwann ist die Spitze des Hügels erreicht, und es geht endlich wieder bergab in Richtung Küste. An der Küstenstraße entlang führt der Weg zum Le-Morne-Strand am Fuß des gleichnamigen Berges, der zum Unesco-Welterbe zählt. Der Sonnenuntergang entschädigt für vieles.

Die Berge auf Mauritius haben alle vulkanischen Ursprung. Mehr als 800 Meter ragt der höchste, der Piton de la Petite Rivière Noire, in den Himmel. Der Piton Canot wirkt dagegen mit seinen 526 Metern fast klein. Für einen vorzüglichen Ausblick auf den Südwesten der Insel ist er jedoch optimal geeignet. Rund eine Stunde dauert der Aufstieg durch Büsche, Sträucher und kleine Bäume.

Zwei Tage, drei Sportarten, der Muskelkater ist mittlerweile höllisch. Mayeta versucht die müden Glieder am folgenden Morgen wieder flott zu kriegen. Mit Yoga. Im Garten der Stille der Ecolodge «Lakaz Chamarel» hat sie Matten ausgebreitet. Die Hände zur Sonne, zum Herz - die ersten Übungen sind entspannend. Beim Hund oder der Cobra fängt es dann doch kräftig an zu ziehen. «Seit zwei Jahren mache ich Yoga», erzählt Mayeta später. «Und 13 Kilo habe ich dabei abgenommen.»

Wenn man dieses Ziel ernsthaft verfolgen würde, müsste man die zahlreichen Hotelresorts der Insel und vor allem deren Restaurants wohl besser meiden. Und Rum ist nach wie vor eines des beliebtesten Souvenirs für Touristen. Wer zu tief in die Gläser geschaut hat, sollte besser nicht im Naturpark Domaine de L'Etoile auf die bereitstehenden Quads steigen.

Nach einer Proberunde auf einem matschigen Acker geht es los: Mit Vollgas heizen die Gefährte zunächst durch die Zuckerrohrplantagen. Dann geht es in engen Serpentinen zu einem Aussichtspunkt. Motor aus. Der Blick schweift über grüne, weite Ebenen. Auf dem Rückweg stehen Hirsche und Rehe am Wegesrand.

Deutlich ruhiger geht es, ebenfalls im Domaine de L'Etoile, beim Bogenschießen zu. Nur die Ruhe im Arm fehlt - der Muskelkater lässt grüßen und ein halbwegs genaues Zielen fast nicht zu. Spaß macht es aber trotzdem, mit Pfeil und Bogen über das weitläufige und weitgehend naturbelassene Gelände zu streifen.

Das Wasserskifahren ist eine Aktivität, die ebenfalls nicht gerade entspannend ist. Literweise landet Wasser im Gesicht. «Arme lang, immer durchgedrückt halten», schießen einem noch die Anweisungen des Trainers durch den Kopf, bevor dieser dann endgültig komplett unter Wasser ist. Beim nächsten Versuch geht es immerhin mal so rund 100 Meter weit. Der Aufprall ist dafür umso härter.

Einen weiteren großen Vorteil hat der mauritianische Winter: Die Preise in den Hotels sind teils deutlich niedriger. Das «One & Only» zum Beispiel verlangt Hotelmanager Colson zufolge durchschnittlich gerade einmal halb so viel wie in seinem Sommer. Dann ist in Deutschland Winter und die eigentliche Fernreisesaison.

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