E-Mails checken, Urlaubsfotos auf Facebook teilen oder einfach nur chatten – auch im Urlaub wollen viele Menschen nicht auf ihr Smartphone verzichten. Mit der neuen Roaming-Regelung ist das Surfen im Internet zumindest innerhalb der EU inzwischen zu einem bezahlbaren Vergnügen geworden. Genau das nutzen Hacker allerdings häufig schamlos aus – und deutsche Urlauber setzen sich aus Sorglosigkeit erhöhten IT-Sicherheitsrisiken aus.

Mit zunehmender Digitalisierung hat der Begriff "Datensicherheit" in vielen Bereichen des Lebens an Bedeutung gewonnen. Insbesondere im geschäftlichen Umfeld wird das Thema mittlerweile ganz groß geschrieben. Viele Unternehmen ergreifen besondere Sicherheitsvorkehrungen, um sich beispielsweise vor Social Engineering – durch das Mitarbeitern mit psychologischen Tricks sicherheitsrelevante Informationen entlockt werden – und damit vor einem schwerwiegenden Datenklau zu schützen. Auch Privatpersonen versuchen, ihren Umgang mit sensiblen Daten grundlegend zu überdenken. Dass ein derartiges Umdenken allerdings reichlich Zeit in Anspruch nehmen kann, zeigt jetzt eine aktuelle TNS Infratest Umfrage, die vom BSI in Auftrag gegeben wurde.

Demnach surfen viele Deutsche im Urlaub zu sorglos im Internet und setzen sich dadurch erhöhten Cyber-Risiken wie Datendiebstahl- und Missbrauch sowie Phishing aus. In erster Linie seien es die öffentlichen WLAN-Netze, die Schadprogrammen und Cyber-Kriminellen die perfekten Voraussetzungen liefern. Und obwohl das Sicherheitsniveau vieler öffentlicher Netze im Urlaub unbekannt ist, wird häufig ohne Bedenken darauf zugegriffen – laut Umfrage nutzen ganze 58,5 Prozent der Urlauber frei zugängliche Verbindungen.

Dabei ist es besonders die Gruppe der 16- bis 24-Jährigen (73,9 Prozent), die im Urlaub kostenloses WLAN in Hotels, Cafés oder Restaurants nutzt. Der BSI warnt, dass selbst verschlüsselte oder passwortgeschützte öffentliche Netzwerke keine Sicherheitsgarantie bieten. Immerhin wisse man nicht, wer Zugang zu dem Router hat und willkürlich Einstellungsänderungen vornehmen kann. Daher sollte man sich vor dem Einloggen in ein fremdes Netz erst einmal über das Sicherheitsniveau des Hotspots informieren.

Seine Bankgeschäfte sollte man an einem öffentlichen Internet-Terminal auf keinen Fall erledigen – was laut TNS Emnid tatsächlich 7,8 Prozent der Urlauber tun. Bei öffentlich zugänglichen Rechnern kann man im Grunde nie sicher sein, ob sie über eine zuverlässige Firewall verfügen und das Virenschutzprogramm auf dem neusten Stand ist. Hier ist das Risiko für Diebstahl sensibler Daten besonders hoch.

Das beste Urlaubsbild bei Facebook hochladen, um die Welt an der eigenen Urlaubsfreude teilhaben zu lassen – das ist laut Umfrage 35,5 Prozent der 16- bis 24-jährigen Urlauber wichtig. Dabei können Urlaubsbilder, die man in sozialen Netzwerken veröffentlicht, einem Einbrecher mehr verraten als einem lieb ist. Vermeiden lässt sich das, indem man vor dem Veröffentlichen des Fotos die eigenen Einstellungen zur Privatsphäre überprüft und "nur Freunde" an seinem Privatleben teilhaben lässt.

Gelegentlich lässt es sich einfach nicht vermeiden, dass man im Urlaub Ausflüge oder Tickets über einen öffentlichen WLAN-Hotspot vor Ort buchen muss. Hier sollten Urlauber unbedingt darauf achten, persönliche Daten nur über eine Verbindung auszutauschen, die SSL-gesichert ist – deutlich zum Beispiel am "https://". Damit wird das Risiko eines Datendiebstahls deutlich verringert.

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