Reisen lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise buchen und planen. Neben dem klassischen Gang ins Reisebüro werden die Online-Recherche und das Buchen über das Internet immer beliebter. Auch wenn hier meist zahlreiche Webseiten durchforstet werden müssen, um das günstigste Angebot zu finden, zieht es immer mehr Menschen ins Internet um Kurzreisen oder auch den Jahresurlaub zu buchen. Das fordert zwar Zeit und Geduld – wird jedoch häufig finanziell belohnt.

Nach aktuellen Studienergebnissen stehen Online-Reiseportalen rosige Zeiten ins Haus. Wie die vom Verband Internet Reisevertrieb (VIR) veröffentlichte 9. Ausgabe der „Daten und Fakten zum Online-Reisemarkt 2014" belegt, gewinnt das Internet bei dem Thema Urlaubsreisen immer mehr an Bedeutung. Nutzten im Jahr 2004 lediglich 29 Prozent der Bevölkerung das Internet, um sich über Urlaubsreisen zu informieren, waren es im Januar 2014 bereits 58 Prozent. Zur Buchung nutzten 37 Prozent das Medium. Im Vergleich dazu, waren es vor zehn Jahren lediglich elf Prozent der Bevölkerung, die ihren Urlaub online buchten. Zwar sind Reisebüros mit derzeit 32 Prozent noch immer die bedeutendsten Buchungsstellen, jedoch haben sie mit einem Buchungsrückgang von 12 Prozent (seit 2005) auch die stärksten Verluste zu verzeichnen. Das im Zeitverlauf stärkste Wachstum können hingegen Internetportale (sieben Prozent seit 2005) und Unterkunftsanbieter (neun Prozent seit 2005) vorweisen. Der Top-Grund, warum Last-Minute-Reisen 2013 online gebucht wurden, sind laut Studie die vergleichsweise günstigen Preise (25,2 Prozent), gefolgt von der Schnelligkeit (13,7 Prozent) sowie Bequemlichkeit und Einfachheit (13,4 Prozent). Auch das Vorhandensein spezieller Angebote und besserer Vergleichsmöglichkeiten wurden als Gründe für eine Online-Buchung genannt.

Wie die Studie des VIR verdeutlicht, haben die Preisvorteile bei Buchungen über das Internet einen besonders hohen Stellenwert. Es überrascht daher nicht, dass die Suche nach günstigen Urlaubsangeboten zu einem echten Sport geworden ist. Perfektioniert haben diese Disziplin Reiseschnäppchen-Blogs wie Urlaubsguru, Urlaubspiraten, oder Reisehugo. Sie haben einen neuen Trend ausgelöst und machen den Reisebüros mittlerweile echte Konkurrenz, sehr zu deren Unmut.

Das Vorgehen ist denkbar einfach, wenn auch zeitaufwendig. Die Blogger durchsuchen das Internet nach den günstigsten Pauschalreisen, Hotels und Flügen. Dabei werden zum einen Gutscheinportale wie deals.com auf Codes für Reisportale wie Opodo oder Rabatt-Portale wie Groupon auf günstige Angebote durchsucht. Zum anderen screenen die Schnäppchen-Blogger die Internetseiten der Reiseanbieter auf sogenannte „Error Fares", Fehler in den Buchungssystemen. Die Ergebnisse veröffentlichen sie dann auf dem eigenen Blog, über soziale Netzwerke oder Apps.

Mitunter lassen sich durch die Schnäppchen-Hinweise einige Hundert Euro sparen. Wie etwa bei einer zweiwöchigen Reise auf die griechische Insel Korfu, die inklusive Hotel, Transfer und Flug nicht einmal 300 Euro kostet. Auch Kurzreisen für unter zehn Euro wurden auf den Blogs schon vorgestellt. Wer eines der Schnäppchen ergattern möchte, muss jedoch schnell sein. "Mitunter ist ein Angebot, das auf der Facebook-Seite veröffentlicht wurde, nach 20 Minuten ausgebucht", so Daniel Marx, Mitbegründer von Urlaubsguru. Zudem sollte bei der Buchung auf die Details geachtet werden. So gilt es gewünschte Inklusivleistungen, die Lage des Hotels und mögliche saisonale Behinderungen am Urlaubsort genau zu betrachten.

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