Je nach Reiseziel oder -typ gehören verschiedene Medikamente ins Gepäck.

Reiseapotheke
Gerade bei Fernreisen ist die Reiseapotheke wichtig.

Gerade bei Fernreisen ist die Reiseapotheke wichtig.

Apothekerin Christina Dargel.

dpa/Bernhard Krieger, Bild 1 von 2

Gerade bei Fernreisen ist die Reiseapotheke wichtig.

Wuppertal. Der Urlaub steht kurz bevor, die Planungen sind abgeschlossen. Und wie steht es mit der Reiseapotheke? Denn die gehört in jedes Reisegepäck. Je nach Art des Urlaubs sollte sie unterschiedlich ausgestattet sein. Apothekerin Christina Dargel, Inhaberin der Wupper-Apotheke in Radevormwald erklärt, worauf man achten muss. 

Grundausstattung: „In jede Reiseapotheke gehören zunächst die Medikamente, die man regelmäßig einnehmen muss. Und zwar in ausreichender Menge“, sagt die Apothekerin. „Gegebenenfalls sollte man sich beim Arzt noch Nachschub verschreiben lassen.“ Lebenswichtige Medikamente sollten immer doppelt mitgenommen werden – im Koffer und im Handgepäck. „Falls der Koffer doch mal später eintrifft, hat man seine Arznei trotzdem parat.“ Ins Gepäck gehören außerdem leichte Schmerz- und Fiebermedikamente, Pflaster, ein Desinfektionsmittel sowie Medikamente gegen Durchfall und Magenbeschwerden. „Wählen sie immer Mittel, die Sie kennen und von denen Sie wissen, dass Sie sie gut vertragen“, rät die Apothekerin.

Städtereise: Bei einer Städtereise innerhalb Europas reicht im Normalfall die Grundausstattung. „Zusätzlich sollten Urlauber noch Blasenpflaster einpacken, da man bei solchen Reisen oft den ganzen Tag auf den Beinen ist“, sagt Christina Dargel. „Bekommt man während einer Städtetour eine Erkältung, gibt es die gängigen Medikamente in jeder Apotheke.“

Urlaub mit Kindern: Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte seine Grundausstattung deutlich aufstocken. „Ein Hustensaft, Fieberthermometer sowie fiebersenkender Saft oder Zäpfchen sind Pflicht“, sagt die Apothekerin. Zur Kür gehören ein Medikament gegen Ohrenschmerzen, etwas gegen Verbrennungen und eine Pinzette (zum Beispiel für kleinere Splitter).

Strandurlaub: „In erster Linie gehört natürlich Sonnenschutz in die Reiseapotheke“, erklärt Dargel. „Der Lichtschutzfaktor richtet sich nach Hauttyp und Reiseziel, wer sehr empfindlich ist, sollte zusätzlich ein After-Sun einpacken.“ Falls es doch zum Sonnenbrand kommt, hilft ein kühlendes Gel oder Spray.

Aktiv- oder Wanderurlaub: Nicht jeder liegt gern am Strand. Wandern, Bergsteigen, Inlinern, Mountainbiken – die sportliche Herausforderung lockt in den Ferien. „Aktivurlauber benötigen, ähnlich wie Familien mit Kindern, eine größere Reiseapotheke“, sagt Dargel. „Bei Prellungen hilft ein Heparin-Gel, bei Stauchungen und Zerrungen ein Schmerzgel.“ Eine Wundsalbe versorgt kleinere Verletzungen.

Für größere Verletzungen sollten Aktivurlauber Verbandsmaterial einpacken. „Dazu gehören Kompressen, Mullbinden, Dreieckstuch, Klebeband und eine saubere Schere.“ Wanderer sollten je nach Reiseziel ein Spray zur Abwehr von Insekten sowie eine Salbe gegen Insektenstiche einpacken. „Geht die Reise nach Süddeutschland, Tschechien, ins Baltikum oder südliche Skandinavien sollten zusätzlich Zeckenspray sowie eine Zeckenzange oder -karte eingepackt werden. Denn in diesen Gebieten sind die Tiere besonders verbreitet.“

Fernreise/Tropenurlaub: Wen es in entfernte Länder zieht, der sollte seine Reiseapotheke gut vorbereiten. Je abgelegener das Reiseziel, um so gründlicher muss gepackt werden. „Ein wirksamer Insektenschutz gegen Mücken ist wichtig. Vor allem in tropischen Ländern“, sagt die Apothekerin. Wer in Malaria-Gebiete reist, sollte sich vorher mit dem Hausarzt abstimmen, denn Malaria-Medikamente sind verschreibungspflichtig. „Eventuell sollten auch Moskitonetz und Fieberthermometer ins Gepäck. Zur Desinfektion von Toiletten oder den Händen bei fehlender Waschgelegenheit empfiehlt sich Sterillium.“ Wer sich fernab der Zivilisation bewegt, sollte an Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung denken.

Flug- oder Schiffsreisen: Schon die Anreise kann den Griff in die Reiseapotheke nötig machen: „Wem unterwegs schnell schlecht wird, der muss Mittel gegen Reiseübelkeit einpacken. Bei plötzlicher Übelkeit helfen wirksame Kaugummipräparate“, erklärt Dargel. Wer empfindliche Ohren hat, kann sich mit Ohrstöpseln gegen den Lärm schützen. „Im Flieger ist zudem die Luft oft trocken. Ein Nasenspray mit Meerwasser hilft, die Schleimhäute feucht zu halten. Bei Langstreckenflügen können auch Kompressionsstrümpfe sinnvoll sein.“

Informationen: In einigen Ländern gelten für manche Medikamente Einfuhrbestimmungen. Auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es Infos über die Bestimmungen.

 

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