Dick einpacken schützt
So ist es richtig: Nur wer dick eingepackt ist und auch sein Gesicht vor Kälte schützt, vermeidet Erfrierungen beim Wintersport. Foto: Uwe Zucchi

So ist es richtig: Nur wer dick eingepackt ist und auch sein Gesicht vor Kälte schützt, vermeidet Erfrierungen beim Wintersport. Foto: Uwe Zucchi

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So ist es richtig: Nur wer dick eingepackt ist und auch sein Gesicht vor Kälte schützt, vermeidet Erfrierungen beim Wintersport. Foto: Uwe Zucchi

Berlin (dpa/tmn) - Die Gefahr von Erfrierungen unterschätzen selbst erfahrene Wintersportler. Zumal sie schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auftreten und den Betroffenen lebenslang begleiten können. Mit richtiger Kleidung und Aufmerksamkeit lässt sich vorbeugen.

Glitzernder Schnee, knackige Kälte - ein perfektes Szenario für Wintersportler. Allerdings nur so lange, wie sie sich vor den Tücken dieser Witterungsbedingungen schützen. Erfrierungen treten schneller auf als viele denken.

«Bei Kälte zieht der Körper das Blut aus den Extremitäten und lenkt es in den Rumpf, um den Körperkern mit seinen lebenswichtigen Organen zu versorgen», erklärt Dirk Meyer-Rogge vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Berlin. Die Folge: Arme, Beine, Zehen und Finger kühlen aus, werden blasser und blasser.

Diese Vorboten einer Erfrierung treten ebenso oft an exponierten Stellen im Gesicht wie Nasenspitze, Ohren, Kinnspitze oder Wangen auf. «Ist die Haut ungeschützt der Kälte ausgesetzt, gefriert die Feuchtigkeit in den Hautschichten», erklärt Andreas König, Sicherheitsexperte für Freizeitsport beim Deutschen Skiverband in München. So entstünden Verletzungen in den Gefäßen.

Die Krux: «Leichte Erfrierungen merkt man nicht immer gleich», sagt Meyer-Rogge. «Wer in einer Gruppe auf der Piste ist, sollte sich stets genau gegenseitig beobachten», rät König. So erkenne man, wenn die Gesichtshaut stellenweise weiß wird. «Dann zieht man einen Handschuh aus und legt die warme Hand auf die betroffene Stelle, bis sie wieder warm ist.»

Bei Zehen und Fingern sind leichtes Brennen oder Stechen erste Alarmsignale. Sind Hände und Füße kaum noch zu spüren, ist es spätestens Zeit für den Weg ins Warme, etwa eine Berghütte.

«Die Körperteile sollten milde erwärmt werden», rät Heike Stahlhut vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg. Etwa mit lauwarmem Wasser, dem nach und nach wärmeres Wasser zugegeben wird. «Wenn das Blut in die Haut zurückkehrt, kann das sehr schmerzhaft sein», warnt Meyer-Rogge. Die Haut sollte nicht geknetet und massiert werden. «Das kann die Schäden in der Haut noch verschlimmern», erläutert König.

Schutz bietet die richtige Kleidung: «Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip», sagt Meyer-Rogge. Das heißt, man trägt mehrere dünne Schichten aus Wollfasern und High-tech-Garnen übereinander, angefangen mit Funktions- und Thermowäsche. Sie leitet Feuchtigkeit vom Körper an die nächste Schicht weiter und hält ihn warm und trocken.

Beim Gesicht kommt es auf die richtige Creme an. «Viele Wintersportler machen den Fehler, sich morgens mit einer normalen Tagescreme einzucremen und später eine fettigere Salbe nachzulegen», erläutert König. «Damit aber bringt man viel Feuchtigkeit in die Haut.» Besser sei es, morgens gleich eine Salbe aufzutragen.

Meyer-Rogge rät zu einer reichhaltigen Salbe mit hohem Lichtschutzfaktor, denn in höheren Lagen ist die UV-Strahlung stärker und der Schnee reflektiert zusätzlich. An eisigen Tagen ist das Gesicht außerdem am besten durch eine Sturmhaube geschützt.

Solche Vorsichtsmaßnahmen sind keine Spielerei. Denn erfriert die Haut einmal auch nur leicht, bleiben die Gefäße sowie die Lymphbahnen der betroffenen Stelle laut Meyer-Rogge irreparabel geschädigt. «Die Haut bleibt oft empfindlich und ist bei Kälte besonders gefährdet.» Dabei wäre es doch zu schade, wenn der Spaß an glitzerndem Schnee und knackiger Kälte unnötig getrübt wird.

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