Flut in Queensland
Land unter: Durch das Hochwasser sind in Queensland viele Straßen gesperrt.

Land unter: Durch das Hochwasser sind in Queensland viele Straßen gesperrt.

dpa

Land unter: Durch das Hochwasser sind in Queensland viele Straßen gesperrt.

München (dpa/tmn) - Die schweren Überschwemmungen in Queensland bringen auch die Reisepläne einiger Australien-Urlauber durcheinander. Vor allem wegen überfluteter Straßen müssen Touristen ihre Routen ändern.

Queenslands Regierung hat einige Highways zu «No-go»-Zonen erklärt. Darunter sind vor allem Durchgangsstraßen im Landesinneren, aber auch der für den Tourismus wichtige Bruce Highway nahe der Küste. Dieser sei nördlich von Gladstone für Reisende gefährlich, erklärte die Regierung am Montag (3. Januar) auf einer Reisewebseite. Nördlich von Gladstone liegt die Stadt Rockhampton, die von den Überflutungen infolge schwerer Regenfälle besonders betroffen ist.

Die für Urlauber wichtigsten Gegenden in Queensland seien von den Überflutungen allerdings nicht erfasst, sagte Peter Mierzwiak von Queenslands Tourismusvertretung in München. Dies gelte für Cairns im Norden, die Inseln des Great Barrier Reefs und Brisbane im Süden. Auch dort habe es zwar zuletzt geregnet, der Tourismus sei aber nicht eingeschränkt. In Rockhampton sei dagegen neben einigen Straßen auch der Flughafen gesperrt. Mit Behinderungen müssten Reisende auch im Raum Bundaberg südlich von Gladstone sowie im Landesinneren zum Beispiel bei Emerald rechnen. Dorthin machten sich Urlauber meist aber ohnehin erst nach Ende der Regenzeit im März/April auf den Weg.

Wie viele deutsche Urlauber sich derzeit in der betroffenen Region aufhalten, lässt sich schwer schätzen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) in Berlin rechnet mit aktuell rund 5000 Veranstalter-Gästen in ganz Ost-Australien von Cairns im Norden bis nach Melbourne - also in einer weitaus größeren Region als von den Fluten jetzt betroffen ist. Hinzu kommen die Reisenden, die auf eigene Faust unterwegs sind. Pro Jahr reisen insgesamt etwa 160 000 Deutsche nach Australien.

Die Veranstalter reagieren auf die Situation zum Teil mit dem Angebot, Reisen kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. Bei Dertour und Meier's Weltreisen gilt dies derzeit für Gäste mit sogenannten Bausteinbuchungen für die Staaten Queensland und New South Wales sowie einem Abflugtermin bis zum 7. Januar. Was mit Reisen ist, die am 8. Januar oder später angetreten werden sollen, soll am Mittwoch entschieden werden, erklärte Firmensprecherin Angela de Sando. Als «Bausteingäste» gelten Urlauber, die beim Veranstalter zum Beispiel Mietwagen und Hotels gebucht haben, aber individuell unterwegs sind.

Die FTI-Gruppe in München lässt kostenlose Umbuchungen und Stornos bei Gästen zu, deren Anreise in die betroffene Regionen bis zum 10. Januar geplant ist. FTI hat im Norden von Queensland außerdem eine Rundreisengruppe umgeroutet. Auch Dertour und Meier's haben Busrouten geändert. Zu ihren «Bausteingästen», die mit Mietwagen und Campmobilen in Australien unterwegs sind, hielten die Veranstalter telefonisch Kontakt, sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer. Dies zeige, wie wichtig es ist, die Handynummer bei der Buchung anzugeben.

Von den Überschwemmungen in Australien sind rund 200 000 Einwohner betroffen. Sie leben in einem dünn besiedelten Gebiet, das so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen. Queenslands Regierung ging am Montag davon aus, dass Rockhampton tagelang nur per Boot und Helikopter zu erreichen sein wird. Die Regierungschefin des Staates, Anna Bligh, sprach von einem Desaster noch nie dagewesenen Ausmaßes.

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