Nur wenige Lichtstrahlen dringen durch die Jalousien - so bleibt die Sommerhitze draußen. Foto: Arno Burgi
Nur wenige Lichtstrahlen dringen durch die Jalousien - so bleibt die Sommerhitze draußen. Foto: Arno Burgi

Nur wenige Lichtstrahlen dringen durch die Jalousien - so bleibt die Sommerhitze draußen. Foto: Arno Burgi

dpa

Nur wenige Lichtstrahlen dringen durch die Jalousien - so bleibt die Sommerhitze draußen. Foto: Arno Burgi

Berlin (dpa/tmn) – Die Sonne brennt auf die Fenster nieder - und die Wohnräume dahinter werden zur Sauna. Rollläden, Jalousien und Markisen können die Zimmer kühl halten.

Büros sind oft professionell gegen Sonnenhitze geschützt - mit Jalousien, Rollläden, Hitze absorbierenden Fenstergläsern und natürlich einer Klimaanlage. In Privathäusern gibt es eher selten Klimaanlagen. Umso wichtiger sind hier andere Schutzmaßnahmen gegen Sonnenschein und Hitze.

«Ein Wohngebäude mit guter Dämmung oder solidem Mauerwerk wird im Sommer immer kühler sein als schlecht oder gar nicht gedämmte Gebäude», sagt Christian Stolte von der Deutsche Energie-Agentur (dena). Er rät, schlecht isolierte Fassaden nachträglich zu dämmen - denn das bringt nicht nur den viel gelobten Vorteil im Winter, dass Heizungswärme nicht verloren geht. Im Sommer bleiben die Gebäude dann auch kühl.

Vor Hitze in den Räumen bewahren außerdem Sonnenschutzfenster. «Solche Schutzfenster halten bis zu 80 Prozent der Sonnenenergie vom Eindringen in das Haus oder die Wohnung ab», sagt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF). Beim Hausbau werde vor allem Glas mit einer dünnen, metallenen Beschichtung genommen. Diese reflektiere intensive Sonnenstrahlen, erläutert Tschorn.

Wenn Hausbesitzer allerdings die Sonne in den kühleren Jahreszeiten Frühling, Herbst und Winter als solare Energiequelle nutzen wollen, rät Tschorn zu Fenstergläsern mit einem hohem Gesamtenergie-Durchlassgrad (g-Wert) und hoher Lichtdurchlässigkeit. Solche Fensterscheiben brauchen jedoch für den Schutz gegen Sommerhitze zusätzlich installierte Beschattungssysteme.

«Als Hitzeschutz an Fenstern und Terrassentüren eignet sich vor allem ein außen angebrachter Sonnenschutz», sagt Stolte. Jalousien, Roll- oder Klappläden reduzieren die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent. Weniger effektiv, aber dennoch nützlich ist laut dem Energieexperten ein Blendschutz auf der Innenseite der Fenster. Denn bei Vorhängen, innen angebrachten Jalousien, Rollos oder Plissees gelange noch Sonnenstrahlung in den Raum, so dass die Temperatur drinnen steige. Falls ein Außenschutz nicht angebracht werden kann, reduzieren helle und reflektierende Rollos die Sonneneinstrahlung aber immerhin noch um 25 Prozent.

Der Nachteil von heruntergelassenen Rollläden liegt auf der Hand: Die Bewohner können nicht mehr nach draußen schauen, sagt Gerhard Rommel vom Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz. Dies sei anders bei Jalousien. Diese Beschattungssysteme waren früher vor allem an Gewerbeimmobilien üblich, mittlerweile seien sie auch bei privaten Bauherren beliebt und für sie erschwinglich. Hochgezogen verschwinden Jalousien und auch Rollläden in Kästen. Bei Jalousien lässt sich neben der Höhe auch der Licht- und Wärmeeinfall regeln.

Terrasse und Balkon liegen unter Markisen im Schatten. Sie beeinflussen zudem die Bedingungen in angrenzenden Räume positiv. Automatisierte Markisen mit Wettersensoren fahren sich bei einem plötzlichen Regenguss oder aufkommendem Wind selbst ein, so dass die Bahn nicht beschädigt wird. «Der Sonnenwächter gibt bei Sonnenschein automatisch dem Motor den Befehl, die Markise auszufahren», erklärt Rommel. Und schützt so das Haus vor dem Erwärmen auch, wenn keiner zu Hause ist.

«Bevor ein Mieter eine Markise, Rollläden oder Jalousien an der Fassade anbringt, sollte er sich unbedingt eine Genehmigung vom Vermieter einholen», rät Dietmar Wall, Rechtsanwalt beim Deutschen Mieterbund. Denn das gelte als eine bauliche Veränderung. Sind sich Vermieter und Mieter einig, sollten sie die Modernisierungsvereinbarung schriftlich festhalten. Darin sollte eine Entschädigung nach Zeitwert beim Auszug vereinbart werden. «Sonst geht der Mieter bei einem ungeplanten, früheren Umzug leer aus», erläutert der Experte.

Eine ganz andere Möglichkeit bietet die Natur: «Wer es naturnah mag, etwas Zeit mitbringt und einen Garten hat, der ist mit dem Pflanzen größerer Laubbäume im Südwesten oder Südosten seines Grundstückes gut beraten», sagt Tschorn. Das dichte Laub der Bäume biete im Sommer erfrischenden Schatten. Und im Winter kann durch das laubfreie Geäst die Sonne ihre wärmenden und kostenlosen Lichtstrahlen durch die Fenster ins Haus zu schicken.

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