Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Skandinavien gelten laut einer Umfrage als Wohlfühlinseln. Spanien dagegen schneidet schlecht ab. Das hat zwei Gründe.

Vieles deutet darauf hin: 2018 wird Jahr der Katzensprünge
Deutschland wird als Reiseland immer beliebter. Naturparks wie hier die Lüneburger Heide, profitieren von dem Trend.

Deutschland wird als Reiseland immer beliebter. Naturparks wie hier die Lüneburger Heide, profitieren von dem Trend.

© Lüneburger Heide

Deutschland wird als Reiseland immer beliebter. Naturparks wie hier die Lüneburger Heide, profitieren von dem Trend.

Hamburg. Für die Mehrheit der Deutschen gibt es nach einer Umfrage nur noch fünf sichere Urlaubsregionen. Neben dem eigenen Land sind das Österreich und die Schweiz sowie mit deutlichem Abstand Italien und Skandinavien. Das wichtige Reiseziel Spanien gilt nur knapp der Hälfte der Befragten (49 Prozent) als Land, in dem sie sich im Urlaub wohl und sicher fühlen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen.

Die ehemals klassischen Urlaubsziele Türkei, Ägypten und Tunesien werden von nur noch fünf Prozent als sichere Reiseländer betrachtet. „Statt Sonne, Strand und Meer ist Sicherheit zu dem entscheidenden Faktor auf Reisen geworden“, sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Ulrich Reinhardt. Anstelle einer Sonnengarantie werde die Garantie der Sicherheit über die künftig beliebtesten Urlaubsziele entscheiden. Allerdings ist das Sicherheitsgefühl auch im eigenen Land erschüttert. Jeder zwölfte Befragte fühle sich selbst in Deutschland nicht mehr sicher, hieß es.

Dennoch profitiert Deutschland als Urlaubsland, da viele Verbraucher aus Vorsicht nicht etwa nach Nordafrika oder in die Türkei fahren wollen. Erstmals werden die Übernachtungszahlen zwischen Rostock und Garmisch-Partenkirchen voraussichtlich die 450-Millionen-Marke knacken. „2017 wird wieder ein Rekordjahr für den Deutschlandtourismus, und das zum achten Mal in Folge“, sagte der Chef des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer.

Mit Blick auf das vergleichsweise schlechte Abschneiden von Spanien, dem wichtigsten Auslandsreiseziel der Deutschen, erklärte Prof. Ulrich Reinhardt: Demonstrationen gegen zu viele Touristen, Diskussionen über eine Touristensteuer und die mediale Berichterstattung darüber seien nicht folgenlos geblieben. „Viele Urlauber haben das Gefühl, in Spanien nicht mehr jederzeit willkommen zu sein.“ Zudem spiele das Thema Sicherheit eine Rolle. Reinhardt nannte den Terroranschlag vom August in Barcelona, eine erhöhte Terrorwarnung für Mallorca und die jüngsten Konflikte in Katalonien.

Von den abgefragten 30 Reiseregionen finden sich hinter Spanien im oberen Drittel noch Kanada (47 Prozent), Australien (44), die Beneluxländer (41) und Griechenland (34). Im Mittelfeld liegen Kroatien (33) und Großbritannien (32). Zum Vergleich: Deutschland wird von 77 Prozent der Befragten für sicher gehalten, Österreich von 71 und die Schweiz von 69 Prozent. Skandinavien folgt mit 53 Prozent, Italien mit 52. Nach Frankreich wurde nicht gefragt.

Trotz bewegter Zeiten sind die Deutschen reiselustig

Budget Im gerade beendeten Reisejahr gaben die Bundesbürger für die schönsten Wochen des Jahres im Sommer in klassischen Reisebüros sowie online bei Veranstaltern und auf Reiseportalen rund 14 Milliarden Euro aus. Das waren vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Trotz aller Unsicherheit der Verbraucher ist der Start in die neue Urlaubssaison gut angelaufen. So lagen die Umsätze von Frühbuchern für das Sommergeschäft nach Angaben der GfK-Konsumforscher Ende Oktober sechs Prozent über dem Vorjahr. Die Wintersaison weist zusammengerechnet ein Plus von zwei Prozent auf. „Wir leben in bewegten Zeiten, doch der Wunsch nach Urlaub ist bei den Deutschen ungebrochen hoch“, zeigt sich Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), zuversichtlich. dpa/Red

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