Schneeschuhwandern
Trendsportart: Schneeschuhwandern macht Urlauber ganz neue Räume zugänglich. Foto: Ferienland Kufstein/Alex Gretter

Trendsportart: Schneeschuhwandern macht Urlauber ganz neue Räume zugänglich. Foto: Ferienland Kufstein/Alex Gretter

Auf dem Schareck in Heiligenblut soll der winterliche Sternenhimmel das neue Highlight sein. Foto: HT-NPR/K. Dapra

Ausspannen nach dem Skifahren: Salzheilstollen in Bad Gastein. Foto: Gasteinertal Tourismus

Gemütliche Alternative: Winterwandern am Achensee. Foto: Achensee Tourismus

Rasant ins Tal: Der Véloski ist eine Mischung aus Fahrrad und Ski. Foto: ESF Le Grand Bornand

Wer in La Plagne keine Lust auf Piste hat, klettert den 22 Meter hohen Eisturm in Champagny en Vanoise hinauf. Foto: La Plagne/Monica Dalmasso

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Trendsportart: Schneeschuhwandern macht Urlauber ganz neue Räume zugänglich. Foto: Ferienland Kufstein/Alex Gretter

La Plagne (dpa/tmn) - Früher wollten Urlauber im Winter schöne Skipisten und am Abend eine deftige Brotzeit. Den verwöhnten Touristen von heute reicht das längst nicht mehr. Mit immer neuen Spektakeln und Genüssen kämpfen die Tourismusregionen um die Wintersportler.

Wenn in La Plagne der Tag auf der Piste zu Ende geht, holt die Skischule das Spielzeug heraus. Zur letzten Abfahrt können die Gäste sich ein Airboard unter den Bauch klemmen oder sich auf ein Snakegliss setzen, eine Art Bobschlange. Und wer keine Lust auf Piste hat, klettert den 22 Meter hohen Eisturm in Champagny en Vanoise hinauf oder rast im Viererbob durch den Eiskanal. Die Attraktionen in dem französischen Skigebiet sind die Antwort auf einen Trend, der in den vergangenen Jahren den Winterurlaub verändert hat: Skifahren allein ist vielen Gästen nicht mehr genug.

Es gebe immer mehr sogenannte variety seekers, sagt Carsten Cossmann von der Tui, «also Urlauber, die Abwechslung wollen und nicht immer nur auf die Piste.» Die ehrgeizigen Wintersportler, die wie früher alles aus ihrem Skipass rausholen wollen, würden weniger. Und immer mehr Gäste verzichten ganz auf Pistensport, sagt Cossmann.

Auch der Tourismusforscher Martin Lohmann beobachtet eine «starke Differenzierung dessen, was man tagsüber im Skigebiet macht». Zum Teil sei diese angebotsgetrieben. «Wenn die Schneeschuhe im Hotel herumstehen, probiert man sie eben mal aus», sagt der wissenschaftliche Leiter des Kieler Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa.

Auf dem Schareck in Heiligenblut soll der winterliche Sternenhimmel das neue Highlight sein. Donnerstags bringen Gondeln Gäste auf rund 2600 Meter Höhe, wo in diesem Winter ein neuer Sternbeobachtungsplatz eröffnet. Durch Astroferngläser und Teleskope können sie dann nachts ferne Planeten betrachten.

Für jene Urlauber, die Ruhe und Entschleunigung suchen, räumen die Skigebiete zunehmend den Schnee von den Wegen durch Wiesen und Wälder. Gstaad brüstet sich mit 200 Kilometern Winterwanderwegen, Achensee hält mit 150 Kilometern dagegen.

Wer lieber durch den Tiefschnee die Hänge hoch stapft, kann sich mittlerweile in fast jedem Urlaubsort in den Alpen Schneeschuhe ausleihen. «Das Schneeschuhwandern ist eine echte Alternative zum Skifahren, weil es neue Räume zugänglich macht», sagt Lohmann. Weniger langfristige Chancen gibt Lohmann neuen Spielzeugen wie den Snowtubes. «Aufgeblasene Reifen oder Véloski sind mal ein Spaß, aber haben keine lange Halbwertszeit», vermutet der Tourismusforscher.

Dauerhaft scheint dagegen ein Trend zu sein, der seit Mitte der 1990er Jahre die Berge erobert hat: Wellness. «Vor allem in der Schweiz und in Österreich haben viele Hoteliers in Wellness investiert», sagt Martin Lohmann. Bei so viel Zerstreuung könnte man beinahe das Skifahren vergessen.

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