Reisen auf den Spuren der «Titanic»
Die «Queen Mary 2» liegt ruhig auf dem Wasser. Für Atlantiküberquerungen ist das ideal. (Foto: Cunard)

Die «Queen Mary 2» liegt ruhig auf dem Wasser. Für Atlantiküberquerungen ist das ideal. (Foto: Cunard)

Die 345 Meter lange «Queen Mary 2» ist speziell für Crossings gebaut. Mit 10,80 Metern hat sie einen größeren Tiefgang als andere Kreuzfahrtschiffe. (Foto: Cunard)

Eine Atlantiküberquerung ist kein Kinderspiel. Auf der «Queen Mary 2» gibt es dafür erfahrene Seeleute wie den Zweiten Offizier Richard Smith (vorn) und Kapitän Christopher Rynd. (Foto: Hilke Segbers)

Urlaub auf dem Atlantik: Bei einer Ozeanüberquerung gehört der Meerblick fast ununterbrochen dazu. (Foto: Hilke Segbers)

Rettungsring an der Reling - auf der «Queen Mary 2» wird Sicherheit groß geschrieben. (Foto: Hilke Segbers)

Auf der «Queen Mary 2» gehört ein Hauch von Luxus dazu. So mancher Gast gönnt sich ein Glas Champagner mit Blick auf das Meer. (Foto: Hilke Segbers)

Gediegenes Ambiente - der Stil der Bars, Lounges und Restaurants an Bord der «Queen Mary 2» erinnert an die große Zeit der Ozeanliner. (Foto: Hilke Segbers)

Ein Petrus gefällig? Auf gute Weine wird an Bord der «Queen Mary 2» Wert gelegt. (Foto: Hilke Segbers)

Kein Möglichkeit zur Langeweile: Auf der «Queen Mary 2» gibt es an Deck genug Möglichkeiten zum Sonnen, aber auch zum Baden im Pool. (Foto: Hilke Segbers)

Mehr als sehenswert: Wenn die «Queen Mary 2» New York ansteuert, blicken viele Passagiere gespannt über die Reling. (Foto: Hilke Segbers)

Lady Liberty in New York - die Freiheitsstatue heißt Besucher aus der alten Welt nach der Überquerung des Atlantiks willkommen. (Foto: Hilke Segbers)

dpa, Bild 1 von 11

Die «Queen Mary 2» liegt ruhig auf dem Wasser. Für Atlantiküberquerungen ist das ideal. (Foto: Cunard)

New York (dpa/tmn) - Einmal auf einem Ozeanliner den Atlantik zu überqueren, ist ein Traum vieler Schiffsurlauber. Drei Routen gibt es dafür. Die nördliche steht im Sommer hoch im Kurs, weil sie die kürzeste ist und es dann keine Eisberge gibt.

Als die «RMS Titanic» kurz vor Mitternacht des 14. April 1912 nach einer Kollision mit einem Eisberg sank, stand die Welt unter Schock. Rund 1500 Menschen verloren in dieser Nacht ihr Leben, nur 700 Passagiere wurden gerettet. Damals war die «Titanic» das größte Schiff der Welt und ihr Untergang eine der größten Katastrophen in der Seefahrtsgeschichte, die mit der Havarie der «Costa Concordia» vor Italien jüngst ein weiteres dunkles Kapitel erhalten hat. Die legendäre Route der «Titanic» von Southampton nach New York ist rund 100 Jahre nach ihrem Untergang aber immer noch ein Sehnsuchtsziel.

Der Transatlantikliner schlechthin war die «RMS Queen Elizabeth 2» der britischen Reederei Cunard Line. Mehr als 2,5 Millionen Passagiere fuhren in den 41 Jahren nach ihrem Stapellauf 1967 auf der «QE2», auf 805 Atlantiküberquerungen und 26 Weltreisen. Erst 2004 wurde sie als Flaggschiff Cunards von der «RMS Queen Mary 2» abgelöst.

Für eine Transatlantikfahrt gibt es drei Routen. Im Sommer wählt der Kapitän meist die nördliche, weil sie die kürzeste ist, und zu dieser Jahreszeit ohne Eisberge. Die «Titanic» wählte diese Route ebenfalls, befuhr sie also eigentlich zu früh im Jahr - um das begehrte Blaue Band für das schnellste Passagierschiff auf der Route von Europa nach New York zu bekommen. Die nördliche Route führt von Southampton an Irland vorbei, über den Atlantik, entlang Neufundlands, Kanadas und der US-Ostküste nach New York. Die anderen Routen liegen jeweils ein paar hundert Seemeilen weiter südlich.

Rund 3000 Seemeilen lang ist die Passage insgesamt, sieben Tage und Nächte dauert sie. «Das ist doch langweilig» ist daher eines der verbreitetsten Vorurteile einer solchen Seereise. Tatsächlich aber bietet kein Hotel der Welt die Abwechslung eines Linienschiffes. Der Passagier kann Walzer lernen oder Bridge, sich in Aquarellmalerei üben oder im Stricken. Es gibt auch Kurse wie «iPhone und iPad für Anfänger» - oder für James Bond-Fans «Das Geheimnis des richtig gemixten Martinis».

Die meisten Passagiere aber lassen sich tagsüber treiben. Sie lesen in der Bibliothek, stöbern in den Geschäften, trinken einen Cappuccino in den Cafés - oder auch schon mal einen Martini im Commodore Club. Manche spielen auch Darts oder singen Karaoke. Die teils recht raue See stört dabei nie. Die «Queen Mary 2» ist speziell für Crossings gebaut.

Abends wird es auf dem Luxusliner festlich. Auf der «Queen Mary 2» stylt man sich noch gerne. An vier von sieben Abenden ist «Formal» angesagt, was Smoking oder dunkler Anzug für den Herrn und Abendkleid für die Dame bedeutet. Und so rauschen an solchen Abenden an Bord Taft und Seide, und es glitzert der Schmuck.

Ein Vorurteil stimmt: An Bord gibt es ständig etwas zu essen. Aber irgendwie hat man auch dauernd Hunger. So futtert man sich morgens durch das Full English Breakfast mit Eiern, Schinken, gebackenen Bohnen und Würstchen, nimmt ein Mittagsmenü à la carte zu sich und setzt sich abends zum festlichen Dinner bei Kerzenschein. Am Morgen ist daher oft «Sport» der erste Gedanke - und so drängen sich geradezu Menschenmengen im Fitnessclub, um auf Laufbändern und an Rudergeräten wenigstens ein paar Kalorien wieder loszuwerden.

Auf jeder Fahrt gibt es 30 bis 50 verschiedene Nationen an Bord. Der überwiegende Teil der Passagiere sind Amerikaner, gefolgt von Briten, Deutschen und Australiern. Rund 12 000 Deutsche reisten 2010 auf der «Queen Mary 2». Aber auch das nigerianische Königshaus war schon an Bord. Zur romantischen Verklärung der Transatlantikpassage trugen der schmachtende Leonardo di Caprio und Kate Winslet in dem Film «Titanic» bei: Die Liebesszene am Bug mit ausgebreiteten Armen im tosenden Wind ist Filmgeschichte - und wurde für ein Urlaubsbild an Bord schon zigmal nachgestellt.

Mit all diesen Aktivitäten verfliegt die Zeit - und schon taucht die Freiheitsstatue an Backbord auf. Anleger und Startpunkt für die Rückreise ist der Brooklyn Cruise Terminal, da das Schiff über dem alten Anleger in Manhattan hinausragte und den Schiffsverkehr im Hudson River behinderte.

Den Anleger der White Star Line in West Manhattan, an dem 1912 die «Titanic» hätte anlegen sollen, gibt es auch noch. Dort entlud am 18. April 1912 der Cunard-Liner «Carpathia» die Rettungsboote der «Titanic», die Überlebenden gingen am Pier von Cunard an Land. Die weißen Holzgebäude, derzeit in Renovierung, werden auf jeder Hafenrundfahrt gezeigt. Sie erinnern an die große Zeit der Crossings, und an eine der größten Katastrophen der Seefahrt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer