Wer erst in einigen Wochen nach Ägypten reisen will, kann den Trip womöglich jetzt noch nicht stornieren.
Wer erst in einigen Wochen nach Ägypten reisen will, kann den Trip womöglich jetzt noch nicht stornieren.

Wer erst in einigen Wochen nach Ägypten reisen will, kann den Trip womöglich jetzt noch nicht stornieren.

dpa

Wer erst in einigen Wochen nach Ägypten reisen will, kann den Trip womöglich jetzt noch nicht stornieren.

Leipzig (dpa/tmn) - Wer eine Ägypten-Reise gebucht hat und nach den Unruhen auf keinen Fall mehr dorthin möchte, sollte möglichst schnell dem Veranstalter absagen. Denn langes Zögern könnte Reisende teuer zu stehen kommen.

Für Abflüge in den kommenden Tagen bieten viele Veranstalter zwar das kostenloses Stornieren an. Das gilt aber nicht für Reisen, die erst in etlichen Wochen beginnen sollen, zum Beispiel in den Oster- oder sogar erst in den Sommerferien. In solchen Fällen muss der Kunde Stornogebühren zahlen, wenn er nicht reisen will. «Und die werden umso höher, je näher der Abreisezeitpunkt rückt», sagte ,Bettina Dittrich, Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig.

Wer den Reisevertrag frühzeitig kündigt, müsse zum Beispiel nur 30 Prozent des Reisepreises zahlen. «Wenn er einige Woche länger wartet, können es schon 50 Prozent sein», sagte Dittrich. Unmittelbar vor dem Abflug sind es oft 80 Prozent oder mehr. «Wer nicht fliegen will, sollte deshalb lieber jetzt kündigen», empfahl Dittrich. Solche Kunden müssten sich aber im Klaren sein, dass viele Veranstalter auf den Stornogebühren bestehen. Vor allem kleinere Unternehmen der Reisebranche zeigten sich in solchen Fällen unnachgiebig, haben die Verbraucherschützer beobachtet. Stornierungswünsche würden häufig mit dem Hinweis abgelehnt, dass der Reisetermin ja noch weit weg sei.

Tatsächlich lasse sich oft schwer vorhersagen, ob auch später noch mit einer Gefährdung oder Beeinträchtigung der Reise zu rechnen ist, die eine Grundlage für das kostenlose Stornieren wäre. «Wie die Gerichte im Streitfall entscheiden würden, ist schwer einzuschätzen», sagte Dittrich. Wer keine Stornogebühren zahlen will, müsse bereit sein, gegen den Veranstalter zu klagen. Allerdings lohne es sich, einmal durchzuspielen, wie hoch die Stornokosten wären und wie teuer einen eine Klage käme.

Das gilt umso mehr für Kunden, die keine Rechtsschutzversicherung haben und das Verfahren aus eigener Tasche zahlen müssten, sagte Dittrich. Häufig biete es sich außerdem an, lieber umzubuchen als zu stornieren - also später zu verreisen als geplant oder an ein anderes Ziel. Bei Umbuchungen sind die Veranstalter in der Regel ohnehin entgegenkommender.

Ägypten-Reisen, die in den kommenden Tagen beginnen sollten, könnten dagegen angesichts der Unruhen in der vergangenen Woche mit «relativer Sicherheit» kostenlos storniert werden. «Auch wenn es noch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für ganz Ägypten gibt, haben Pauschalreisende gute Aussichten», sagte Dittrich. Kunden könnten die Reise aus Gründen «höherer Gewalt» kündigen - und bei «höherer Gewalt» darf der Veranstalter keine Stornogebühren verlangen.

Gegenwärtig gilt für Ägypten eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes. Das Ministerium warnt vor Reisen in die Städte Kairo, Alexandria und Suez. Von Reisen in andere Landesteile, zum Beispiel ans Rote Meer, rät das Auswärtige Amt weiterhin «dringend» ab.

Service:

Fragen zu Ägyptenreisen beantwortet die Verbraucherzentrale Sachsen telefonisch unter der Nummer 0900/79 77 77 für 1,24 Euro pro Minute.

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