Unter drei Jahren sollte die Mattscheibe tabu sein. Eltern haben Vorbildrolle.

Sechs- bis Neunjährige sollten maximal fünf Stunden pro Woche vor dem Fernseher sitzen dürfen.
Sechs- bis Neunjährige sollten maximal fünf Stunden pro Woche vor dem Fernseher sitzen dürfen.

Sechs- bis Neunjährige sollten maximal fünf Stunden pro Woche vor dem Fernseher sitzen dürfen.

dpa

Sechs- bis Neunjährige sollten maximal fünf Stunden pro Woche vor dem Fernseher sitzen dürfen.

Göttingen. Für neun von zehn Kindern ist der tägliche Griff zur Fernbedienung ganz normaler Alltag. In vielen Familien läuft der Fernseher den ganzen Tag", sagt Susanne Rieschel von der Initiative "Schau Hin! Was deine Kinder machen" in Berlin. "Kinder unter drei Jahren sollten überhaupt noch kein Fernsehen schauen", rät Christiane Orywal, Medienpädagogin beim Verein für Medien- und Kulturpädagogik Blickwechsel in Göttingen: Kinder in diesem Alter hätten in der Regel noch gar kein Interesse an den schnellen Bildern.

Wer Kleinkinder trotzdem vor die Flimmerkiste setzt, riskiert eine Überforderung, warnt Rieschel: "Kinder in diesem Alter können die Bilder noch gar nicht verarbeiten."

Zusammen mit den Kindern einen Wochenplan aufstellen

Ab dem vierten Lebensjahr dürften Kinder ab und zu eine Kindersendung schauen: "Nach 30 Minuten sollte aber Schluss sein", rät Orywal. Sechs- bis Neunjährige dürften länger fernsehen: "Hier empfehlen wir maximal fünf Stunden die Woche, verteilt auf fünf bis sechs Tage." Beide Expertinnen raten zu mindestens einem fernsehfreien Tag pro Woche.

Viele Lieblingssendungen der Kinder liefen täglich. Um nicht ständig über sie zu diskutieren, helfe ein möglichst klar strukturierter Fernsehplan. "Setzen Sie sich mit dem aktuellen Fernsehprogramm hin und machen Sie einen Plan für die Woche", rät Medienpädagogin Orywal. "Wer guckt was und wann?" Natürlich dürfe es Ausnahmen geben, sagt Rieschel: "Wenn ein spannendes Fußballspiel oder ein toller Film läuft, darf die 30-Minuten-Regel auch mal aufgehoben werden."

Regeln für die Kinder sind aber nur die halbe Miete: "Eltern sind Vorbild", sagt Röllecke. "Wenn Mama und Papa oder große Geschwister selbst stundenlang vor der Mattscheibe sitzen, wollen die Kleinen das natürlich auch", ergänzt Rieschel.

Eine Online-Programmberatung gibt Tipps zum Fernsehprogramm. Dort finden Eltern zu täglich laufenden Sendungen Altersempfehlungen.

Tipps zur Medienerziehung gibt die Broschüre "Geflimmer im Zimmer" des Bundesfamilienministeriums. Sie steht im Internet unter

Optimal für die Medienerziehung sei, wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern fernsehen: "Gerade bei jüngeren Kindern sollten Eltern die Sendungen kennen", rät Orywal. Wenn gemeinsam Nachrichten geguckt werden, sprechen die Erwachsenen am besten hinterher mit ihren Kindern darüber: "Viele Bilder, zum Beispiel über Krieg oder Naturkatastrophen, können Kinder ängstigen."

Ein generelles Fernsehverbot ist keine Lösung, findet Röllecke: Kinder müssten einen kritischen Umgang mit dem Fernsehen lernen. "Es gibt viele gute Sendungen für Kinder", sagt Susanne Rieschel. "Sorgsam ausgewählt und begleitet kann das Fernsehen Kinder sogar in ihrer Entwicklung unterstützen."

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