Keiner sollte den anderen missionieren wollen.

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Mit Braten und fleischlos – auch das geht an einem Tisch.

Mit Braten und fleischlos – auch das geht an einem Tisch.

tmn

Mit Braten und fleischlos – auch das geht an einem Tisch.

Berlin. "Liebe geht durch den Magen" heißt es. Wäre an diesem Spruch etwas dran, hätten Vegetarier und Fleischesser kaum eine Chance auf eine lange Beziehung. Um sich und seinem Liebsten das Gegenteil zu beweisen, sollten beide Partner vor allem eins vermeiden: den anderen missionieren zu wollen.

Karsten Noack ist seit mehr als 20 Jahren Vegetarier und hatte in seinem Leben ausnahmslos Partnerinnen, die Fleisch gegessen haben. Der Kommunikationscoach hat aber nie versucht, die Frauen davon zu überzeugen, anders zu essen.

Wer Überzeugungsarbeit leisten will, sollte das vorsichtig tun

"Wenn man sich hinstellt und sagt, man selbst sei der Gute und jeder sollte es einem gleichtun, wird man schnell auf Ablehnung stoßen", glaubt der Berliner.

Damit es keine dicke Luft gibt, müssen Vorwürfe oder Beschuldigungen nach dem Motto "Was du machst, ist falsch" laut Noack vermieden werden. Stattdessen könnten Vegetarier zum Beispiel Zeitungsartikel zu diesem Thema aufheben und sie dem Fleisch essenden Partner weiterleiten. "Wenn ich sage ’Guck mal hier’ oder ’Wie findest du das?’ fühlt sich der andere nicht gleich in die Ecke gedrängt."

Tanja Wiemann ist seit 18 Jahren Vegetarierin. Für ihren Partner sei das am Anfang eine Umstellung gewesen: "Er dachte, dass er nicht mehr kochen kann, wie und was er will." Trotzdem habe es nur drei Wochen gedauert, bis er sich an die neue Situation gewöhnt hat.

"Klar isst er auch mal einen Burger, wenn er mit Freunden unterwegs ist. Aber selbst das kommt immer seltener vor", sagt die Tierschützerin. Sie habe aber nie versucht, ihren Freund umzupolen.

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