Das Nexus One hat die neueste Technik und ist billiger als das iPhone. Dieses lässt sich aber leichter bedienen.

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Das Smartphone von Google, der Nexus One, produziert vom taiwanesischen Hersteller HTC.

Das Smartphone von Google, der Nexus One, produziert vom taiwanesischen Hersteller HTC.

Reuters

Das Smartphone von Google, der Nexus One, produziert vom taiwanesischen Hersteller HTC.

Düsseldorf. Google will es wissen: Mit dem neuen Smartphone Nexus One wollen sie dem iPhone von Apple Konkurrenz machen. Hier ein Vergleich der Geräte:

Superphone für Jedermann

Das Gerät gibt es bislang nur in den USA, der Europastart ist laut deutscher Pressestelle für das Frühjahr geplant. In den USA vertreibt T-Mobile das Nexus One für 179 US-Dollar plus 2-Jahres-Vertrag. Ohne Vertrag kostet es rund 500 Dollar, also einige Hundert Euro weniger als das iPhone.

Das Gehäuse beherbergt ein berührungsempfindliches Sichtfeld (= Touchscreen), in dessen unterem Viertel befinden sich vier Bedienfelder ("Zurück", "Menü", "Startbildschirm", "Suchen") und darunter eine große Taste, die der "Home"-Taste des iPhones ähnelt. Im Inneren werkelt ein 1-Gigahertz-Prozessor, der zu den leistungsstärksten Chips gehört, die bislang in einem Mobiltelefon verbaut wurden.

Multi-Touchtechnik

Das Gerät beherrscht grundsätzlich die Multitouch-Technik, doch die Betriebssoftware unterstützt diese (noch) nicht. (iPhone-Nutzer können dank Multitouch Internet-Seiten mit zwei gespreizten Fingern vergrößern und verkleinern.)

Googlephone aus Taiwan

Die Ausstattung ist üppig: Das Nexus One enthält eine 5-Megapixel-Kamera, einen schlichten Foto-Blitz, erweiterbaren Speicher und ein Mikrofon mit automatischer Geräusche-Unterdrückung und Sprachsteuerung. Die soll dafür sorgen, dass der Nutzer E-Mails und Kurzmitteilungen diktiert, statt sie wie beim iPhone umständlich über die eingeblendete Tastatur einzutippen. Googles Betriebssystem Android wird hier wie in weiteren anderthalb Dutzend Geräten eingesetzt, zum großen Teil in Geräten des taiwanesischen Herstellers HTC, der das Nexus One für Google produziert.

Das neueste Betriebssystem

Kritik: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagt gegenüber dem "Spiegel"-Magazin, Google entwickle sich zu "einem Riesenmonopol". Tatsächlich kümmert sich der kalifornische Konzern nicht allein um seine Suchmaschine:

AdWords: Das Programm ermittelt die passende Werbung zu jeder Anfrage via Google-Suchmaschine.

GoogleEarth: Ein virtueller Erdball mit Satelliten- und Geokarten (earth.google.com)

GoogleMaps: Anders als das Schwesterprogramm "Google Earth" lassen sich hier 3D-Landschafts-Bilder in 2D-Karten übersetzen, um etwa Straßen und Häuser zu ermitteln.

GoogleMail: Ein grundsätzlich kostenloser E-Mail-Dienst à la Web.de mit Push-Funktion und Kontaktdatenbank.

GoogleNews: Nachrichten-Sammeldienst, der traditionellen Tageszeitungen Konkurrenz macht.

GoogleChrome: Ein Internet-Browser mit direkter Suche via Adresszeile. Unter dem Namen "Chrome OS" entwickelt Google ein Betriebssystem, das Windows überflüssig macht.

Youtube: Die Videoplattform für u. a. Privatnutzer enthält Milliarden kostenlos abrufbarer Videos und entwickelt sich bei Jugendlichen zur Konkurrenz fürs klassische Fernsehen.

Das Nexus One nutzt als einziges Gerät die neueste Android-Version 2.1. Hier verschiebt der Nutzer Symbole mit dem Finger und öffnet Programme mittels Fingertippen. Eine Kamera auf der Vorderseite fehlt - weshalb damit keine Bildtelefonie möglich ist. Das wird aller Voraussicht nach eine der neuen Fähigkeiten des nächsten iPhone-Modells sein.

Fazit

Das Nexus One ist ein flinker Bursche, der den Markt aufmischen wird - vorausgesetzt, der Europa-Start lässt nicht lange auf sich warten. Denn Geräte wie das HTC Smart, das demnächst im unteren Preissegment angeboten wird, werden den Markt zusätzlich beleben. Und das nächste iPhone kommt bestimmt - wenn auch mit Knebelvertrag. Die Flexibilität beim Vertrag könnte die Stärke des Nexus One werden.

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