Kauf: Dem Kunden wird, wenn er nicht aufpasst, der übliche Preisnachlass vorenthalten.

Viele Autohändler werben mit der Umweltprämie.
Viele Autohändler werben mit der Umweltprämie.

Viele Autohändler werben mit der Umweltprämie.

dpa

Viele Autohändler werben mit der Umweltprämie.

Berlin. Auf den ersten Blick ist es ein unschlagbares Angebot. "Der Dacia Sandero jetzt schon ab 5000 Euro" - so steht es auf der Internetseite des rumänischen Autoherstellers. Die Sache hat allerdings einen Haken: Wer gerade keinen mehr als neun Jahre alten Gebrauchtwagen zur Hand hat, den er verschrotten lassen könnte, der zahlt 7500 Euro. Denn in das Angebot hat Dacia die staatliche Abwrackprämie schon mit eingerechnet.

Die Umweltprämie regt die Automobilindustrie derzeit zu kreativen Höchstleistungen an. Kaum eine Autowerbung, in der die Prämie nicht aufgegriffen wird. "Den gibt’s jetzt auch mit Staatshilfe", ist beispielsweise eine Reklame für den Mini von BMW überschrieben. "Umweltbewusstsein wird jetzt prämiert", heißt es bei VW. Doch nicht immer profitiert davon allein der Käufer.

Für viele Autohändler ist die Abwrackprämie ein willkommener Anlass, bisherige Rabatte zurückzuschrauben. "Wir beobachten immer wieder eine Vermischung zwischen Abwrackprämie und anderen Rabatten", sagt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE). Potenzielle Autokäufer müssten daher "genau hinschauen", um zu erkennen, ob der Händler die Abwrackprämie dazu verwendet hat, andere Preisnachlässe heimlich zusammenzustreichen. "Viele Autopreise sind derzeit geschönt", sagt auch ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Nach Einschätzung von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer gilt das vor allem für billige Fahrzeuge aus dem Ausland. "Die Kleinwagenhersteller reduzieren die Rabatte auf Kosten der Steuerzahler", sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Nur bei Mittelklassewagen senken die Händler die Preise

Bei Fahrzeugen in der Preisklasse oberhalb von 15000 Euro rechnet Dudenhöffer damit, dass die bisherigen Rabatte eher noch ansteigen werden. Diese vor allem in Deutschland produzierten Autos würden bei der Abwrackprämie benachteiligt, da kaum ein Autokäufer angesichts der Wirtschaftskrise so viel Geld ausgeben wolle. Daher seien die Hersteller zu weiteren Rabattaktionen gezwungen.

Bis zu 4000 Euro Preisnachlass legt nach Angaben der Zeitschrift "auto motor und sport" zum Beispiel VW zusätzlich zur Umweltprämie noch obendrauf. Das Angebot gilt für den Kauf des Familienwagens Touran. Beim neuen Golf beträgt die zusätzliche "VW-Umweltprämie Plus" 2000 Euro. Autokäufer sollten einen Rat der Verbraucherzentrale Sachsen beachten und die Abwrackprämie beim Verkaufsgespräch erst dann zur Sprache bringen, wenn sich beide Seiten über den Preis einig geworden sind. Würden die 2500 Euro schon vorher von dem Betrag abgezogen, bestehe die Gefahr, dass der ausgehandelte Rabatt niedriger ausfalle als eigentlich möglich. Auch ADAC-Sprecher Hölzel empfiehlt: "Man sollte wegen der Abwrackprämie das Handeln und Feilschen nicht vergessen."

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