Lehrer verbinden mit Namen wie Justin, Chantal und vor allem Kevin eher Leistungsschwäche.

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Nicht nur das Engagement der Kinder entscheidet über deren Erfolg in der Schule. Nach einer neuesten Studie sind auch die Vornamen ausschlaggebend, wenn es um die Beurteilung der Lehrer geht.

Nicht nur das Engagement der Kinder entscheidet über deren Erfolg in der Schule. Nach einer neuesten Studie sind auch die Vornamen ausschlaggebend, wenn es um die Beurteilung der Lehrer geht.

Schinkel

Nicht nur das Engagement der Kinder entscheidet über deren Erfolg in der Schule. Nach einer neuesten Studie sind auch die Vornamen ausschlaggebend, wenn es um die Beurteilung der Lehrer geht.

Düsseldorf. Eltern sollten ihre Kinder besser nicht nach Filmstars nennen. Das sei weder besonders fantasievoll noch kreativ - und könne sogar negative Folgen haben, warnt Prof. Astrid Kaiser von der Universität Oldenburg.

Denn ob Eltern bei der Namenswahl ein glückliches Händchen haben, hat zum Beispiel Einfluss auf den Schulerfolg des Kindes: Viele Vornamen klingen für Lehrer entweder ausgesprochen positiv oder negativ, ergab eine Studie der Arbeitsstelle für Kinderforschung an der Universität Oldenburg, an der Prof. Kaiser mitgearbeitet hat. Namen von Filmstars oder Medienhelden kommen dabei oft nicht gut an - genauso wenig wie solche, die gewollt englischsprachig klingen.

Lehrer haben die Fragebögen anonymisiert beantwortet

So verbinden Lehrer mit Namen wie Chantal, Mandy oder Justin eher Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit. Besonders Kevin gelte als ein Name, mit dem häufig unangenehmes Verhalten assoziiert wird. Dafür wurden 500 Online-Fragebögen ausgewertet, die Grundschullehrer anonymisiert beantwortet hatten. "Kinder mit solchen Namen werden häufig als weniger freundlich wahrgenommen", erklärt Kaiser.

Vornamen wie Charlotte, Sophie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob klingen für Lehrer dagegen besonders gut. Das habe damit zu tun, dass Lehrer die Namen der ersten Gruppe eher Familien aus sozial unteren Schichten zuordnen. "Und dabei übersehen sie, dass nicht jedes Kind aus einer solchen Familie schwierig ist", so die Expertin.

Die Wahl des Vornamens sei tatsächlich nach wie vor schichtenspezifisch, sagt Kaiser. Die Gesamtzahl an Vornamen nehme zwar von Jahrzehnt zu Jahrzehnt zu. Das ändere aber nichts daran, dass die Vorlieben in verschiedenen Teilen der Gesellschaft ganz unterschiedlich seien. Die Namenswahl sollte daher gut überlegt und nicht einfach von der Begeisterung für Stars wie Angelina Jolie motiviert sein, empfahl die Erziehungswissenschaftlerin: "Besser ist, sich an Personen zu halten, die man selbst kennt."

Nach Angaben von Kaiser assoziieren viele Lehrer Persönlichkeitsmerkmale zu Namen. Nur ein geringer Teil halte kritische Distanz. "Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Pädagogen stärker für die Gefahr solcher Vorurteile zu sensibilisieren. Durch diese Generalisierung werden Kinder etikettiert, die gar nicht schlimm sind."

Mit diesen Vorurteilen sei eine Erwartungshaltung der Lehrer verbunden, die das Kind nicht erfüllen kann. "Das ist ein Drama, das oft dazu führt, dass diese Kinder tatsächlich leistungsschwach werden, weil sie nicht gefördert werden. So werden Bildungschancen durch den Vornamen konkret verbaut", sagt Kaiser in einem Interview mit Welt online.

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