Vereinen oder Organisationen, die mit dem Deutschen Spendensiegel ausgezeichnet sind, kann man vertrauen.

Hilfe
Zur Weihnachtszeit häufen sich die Spendenanfragen.

Zur Weihnachtszeit häufen sich die Spendenanfragen.

dpa

Zur Weihnachtszeit häufen sich die Spendenanfragen.

Düsseldorf. Der örtliche Kirchenvorstand ruft zu einer Spendenaktion auf. Eine bundesweite Wohltätigkeitsorganisation verschickt Weihnachtskarten mit der Bitte um Unterstützung. Und auf der anderen Straßenseite sammeln Tierschützer Geld für in Not geratene Tiere. In keiner anderen Jahreszeit werden so viele Spenden erbeten, wie in der Vorweihnachtszeit. Bei der Frage, wem, wieviel und wie man richtig spendet, gibt es aber einiges zu beachten.

Auf das Bauchgefühl hören

Wer sich unsicher ist, ob er spenden soll oder nicht, dem rät Burkhard Wilke, Geschäftsführer des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), auf das Bauchgefühl zu hören. „Wenn ich mich emotional unter Druck gesetzt fühle, weil mir dramatische, stark mitleiderregende Bilder gezeigt werden, sollte ich von einer Spende eher Abstand nehmen.“ Seriöse Organisationen verzichten in der Regel auf solche Bilder.

Informationen einholen

Wer wissen will, ob die zugedachte Spende bei einer seriösen Organisation landet, kann ins Internet schauen, „dort sollte vermerkt sein, dass es sich um eine gemeinnützige Organisation handelt“, sagt Daniela Felser vom Deutschen Spendenrat. Alternativ lohnt ein Anruf. „Bitten Sie darum, dass die Organisation Ihnen den Jahresbericht zusendet. Dort steht, was mit den Spenden passiert. Wird er nicht zur Verfügung gestellt, sollte man zurücktreten.“

Auf das Spendensiegel achten

Das Spendensiegel wird vom deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen vergeben. „Die Organisationen werden von uns geprüft und erhalten das Siegel für zwölf Monate. Danach muss es neu beantragt werden“, erklärt Wilke. Er weist darauf hin, dass beim DZI auch Informationen über viele Vereine und Organisationen erfragt werden können, die kein Siegel haben. Ein anderes Kriterium ist der Deutsche Spendenrat, dessen Mitglieder ebenfalls geprüft werden, um einen ordnungsgemäßen Umgang mit den Spendengeldern sicherzustellen.

Anteil der Verwaltungskosten

Nur bei den wenigsten Organisationen kommt das Geld in voller Höhe bei den Bedürftigen an. Ein Teil des Geldes wird für Verwaltungszwecke (Mitarbeiter, Werbung etc.) genutzt. „Um das Spendensiegel zu erhalten, dürfen die Verwaltungskosten maximal bei 30 Prozent liegen“, sagt Wilke. Im Schnitt würden Organisationen rund 14 Prozent des gespendeten Geldes für Verwaltungsaufgaben aufwenden.

Nicht zu viele Einzelspenden

Das deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen ist ein wissenschaftliches Dokumentationszentrum und eine Stiftung bürgerlichen Rechts. Träger sind unter anderem das Familienministerium und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

Er wurde 1993 als Interessenvertretung spendensammelnder gemeinnütziger Organisationen gegründet. Mitglieder des Spendenrates sind private und kirchliche Träger, die sich für humanitäre Hilfe, Tier-, Arten- und Naturschutz engagieren

Wer vor lauter Anfragen nicht weiß, wem er etwas spenden soll und daher viele kleine Beträge zur Verfügung stellt, spendet am Ende weniger. „Man sollte sich lieber auf eine Organisation konzentrieren, viele Spenden lösen unnötig viele Verwaltungsvorgänge aus“, rät Wilke unseren Lesern.

Spenden rückgängig machen

Wer sich im Nachhinein doch unsicher geworden ist, ob die Spende bei der richtigen Organisation gelandet ist, sollte innerhalb von zwei Wochen versuchen, die Spende zu stornieren. „Die meisten Organisationen überweisen das Geld zurück. „Eine Verpflichtung dazu besteht aber nicht“, sagt Daniela Felser.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer