Auch Arbeitnehmer in den mittleren Jahren können einen Job finden – mit Weiterbildung und guter Beratung.

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Von wegen altes Eisen: Studien belegen, dass ältere Arbeitnehmer gegenüber jüngeren Kollegen im Vorteil beim Lösen von komplexen Aufgaben sind.

Von wegen altes Eisen: Studien belegen, dass ältere Arbeitnehmer gegenüber jüngeren Kollegen im Vorteil beim Lösen von komplexen Aufgaben sind.

dpa

Von wegen altes Eisen: Studien belegen, dass ältere Arbeitnehmer gegenüber jüngeren Kollegen im Vorteil beim Lösen von komplexen Aufgaben sind.

Düsseldorf. Viele befürchten, dass Mitarbeiter um die 50 Jahre schon zum alten Eisen gehören, doch das stimmt nicht. Auch die Unternehmen setzen mittlerweile zunehmend auf die Erfahrung und das ausgeprägte Wissen dieser Arbeitnehmer. Deshalb stehen auch die Chancen, in diesem Alter eine neue Beschäftigung zu finden, gar nicht so schlecht. Der Suchende muss nur wissen, wie er es anfängt. So war es nicht verwunderlich, dass bei unserer Telefonaktion zum Thema, die drei Experten keine ruhige Minute hatten. Hier ein Überblick:

Ein Arbeitsloser, gelernter Einzelhandelskaufmann sucht Arbeit, bisher ohne Erfolg.

Rat der Experten: Lassen Sie sich nicht von Absagen entmutigen, erweitern Sie Ihren Radius bei den Bewerbungen, je weiträumiger, desto besser - beweisen Sie dadurch Flexibilität. Wenn Sie sich außerhalb ihres Raumes bewerben sollten, sprechen Sie Ihren Vermittler auf eine Fahrtkostenunterstützung an. Sprechen Sie mit Ihrem Vermittler über Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung, z.B. ein betriebliches Training von einem Zeitraum von bis zu 4 Wochen.

Ich habe einen akademischen Abschluss, bin jedoch länger arbeitslos. Was kann ich tun?

Rat der Experten: Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitsvermittler, damit die Bewerbungsunterlagen aktualisiert werden, bzw. eine Beratung stattfindet im Sinne eines Coachings für Akademiker. Sprechen Sie über Weiterbildungsmöglichkeiten, um Ihre Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern. Bei Ihren Bewerbungen sollten Sie den potentiellen Arbeitgeber über eventuelle Einarbeitungszuschüsse informieren. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Arbeitsvermittler.

Gelernter Technische Zeichnerin wird ab 1.7. arbeitslos. Was ist zu tun?

Rat der Experten: Der erste Schritt wäre, dass Sie im Gespräch mit Ihrer Vermittlerin die richtige Bewerbungsstrategie festlegen. Sprechen Sie Arbeitgeber auch auf die Möglichkeit eines betrieblichen Trainings zum gegenseitigen Kennenlernen an. Sondieren Sie dann mit Ihrer Vermittlerin die Perspektiven einer beruflichen Weiterbildung im kaufmännischen und Verwaltungsbereich oder einer Auffrischung Ihrer Kenntnisse im erlernten Beruf "Technische Zeichnerin". Nutzen Sie bereits die Zeit bis zur eintretenden Arbeitslosigkeit!

Floristikmeisterin, ist seit dem 1.4. arbeitslos. Sie verfügt über keine Computerkenntnisse

Rat der Experten: Um Ihre Fachkenntnisse zu erweitern, wäre es hilfreich, das "Handwerkszeug" zu optimieren. Informieren Sie sich bei der IHK, der Bildungsberatung der Stadt Düsseldorf und bei Ihrem Arbeitsberater, welche Schulung im EDV-Bereich für Sie in Frage käme.

Selbstständiger Buchhändler, der Insolvenz anmelden musste, sucht Rat.

Die Initiative "Erfahrung ist Zukunft" ist eine Initiative der Bundesregierung zum demografischen Wandel. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft zeigt sie der Generation 50plus die Perspektiven für eine aktive Lebensphase. Hier finden Unternehmen und Beschäftigte Informationen, Ratgeber-Tipps und konkrete Angebote zu beruflichen Weiterbildungen, altersgerechter Arbeitsgestaltung und gesundheitlicher Vorsorge.

Rat der Experten: Wenden Sie sich an die Agentur für Arbeit, die Ihnen eine erste Hilfestellung bietet, vor allem vor dem Hintergrund einer persönlichen Existenzsicherung (Rente, Krankenkasse, Ausfallzeiten etc.). Im Gespräch mit Ihrem Arbeitsberater ist eine Standortbestimmung dringend erforderlich, bezüglich Existenzsicherung und zukünftigen Arbeitsmöglichkeiten.

Gelernte Krankenpflegerin möchte sich selbstständig machen.

Wenden Sie sich an die Existenzgründungsberatung Ihrer örtlichen IHK oder HWK. Zur Vorbereitung der Existenzgründung sollten Sie sich vorher Gedanken machen beispielsweise über die Geschäftsidee, potentielle Kunden, Finanzierung, Wettbewerbssituation etc. Ferner wenden Sie sich bezogen auf Übergangsgelder oder Fördermöglichkeiten an die Agentur für Arbeit oder die ARGE.

Gelernter Heizungsbauer interessiert sich für eine Qualifizierung zum Altenpfleger.

Klären Sie im Gespräch mit Ihrem Vermittler, ob eine Qualifizierung unterstützt werden kann. Weiterbildungen können gegebenenfalls mit einem Bildungsgutschein gefördert werden. Die Eignung für einen neuen Beruf kann auch im Rahmen eines Tests geklärt werden.

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