Paare sollten ungesunde Rituale hinterfragen und sich gegenseitig motivieren.

Ernährung
Bei vielen wird es schnell zum Ritual: Abends sitzt man gemeinsam vor dem Fernseher und isst Knabbereien.

Bei vielen wird es schnell zum Ritual: Abends sitzt man gemeinsam vor dem Fernseher und isst Knabbereien.

dpa

Bei vielen wird es schnell zum Ritual: Abends sitzt man gemeinsam vor dem Fernseher und isst Knabbereien.

Landsberg. Das Fitnessstudio ist wenig verlockend, wenn der oder die Liebste einen romantischen DVD-Abend vorschlägt. Und die samstägliche Joggingrunde am Morgen wird gegen ein Frühstück im Bett eingetauscht. Viele kennen das Phänomen: In einer Beziehung rückt der Sport schnell in den Hintergrund, das gemeinsame Essen und Kuscheln gewinnt dagegen an Bedeutung.

Soziologen an der Uni Heidelberg fanden heraus, dass Menschen weniger Sport machen, sobald sie in Beziehungen sind. „Singles haben einen höheren Erfolgsdruck, was die Optik angeht“, erklärt Patric Heizmann. Er hat mehrere Bücher zum Thema Schlanksein geschrieben.

Wer nach einer Weile mit seinem Gewicht hadert, muss den gemeinsamen Restaurantbesuch aber nicht gleich auf die Abschussliste setzen. Auf die Essensauswahl komme es an: „Ich würde Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis und Nudeln weglassen“, rät Heizmann. Vermeiden sollte das Paar Angebote wie „All you can eat“ oder XXL-Portionen, sagt Diät- und Ernährungsexperte Sven David Müller.

Die beiden sollten gemeinsam Gesundes kochen

Problematischer als das Auswärtsessen sei das gemeinsame Versacken auf der Couch, die geteilte Tüte Schokolinsen und das obligatorische Glas Rotwein dazu. Bei manchen Paaren werde das schnell zum Ritual. „Da kann man aber gegensteuern, indem sich beide fragen: ,Muss es denn immer das Glas Wein sein? Geht es uns um Alkohol oder um die Gemeinschaft?’“, sagt Müller.

Generell sei es besser, öfter selbst zu kochen. Ideal sei, die gemeinsame Zubereitung des Essens einmal in der Woche zur gemütlichen Regel zu machen, sagt Brigitte Koch, Paartherapeutin.

Vielleicht gelinge es auch, sich auf mindestens einmal wöchentlich Sport zu einigen. Am besten funktioniere es, wenn beide zusammen eine neue Sportart anfangen, etwa Klettern oder Schwimmen. „Denn es ist blödsinnig, wenn der Outdoor-Läufer den Fitnessstudio-Liebhaber auf seine Seite ziehen will“, sagt Heizmann.

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