Nach den Netzentgelten steigt 2014 auch die EEG-Förderung.

Strompreise
Laut einer Studie drohen den Stromverbrauchern Mehrkosten. Foto: Jens Büttner

Laut einer Studie drohen den Stromverbrauchern Mehrkosten. Foto: Jens Büttner

dpa

Laut einer Studie drohen den Stromverbrauchern Mehrkosten. Foto: Jens Büttner

Berlin. Den Verbrauchern in Deutschland droht ein weiterer Anstieg der Strompreise. Ein Grund ist, dass die über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien einer Studie zufolge 2014 erneut steigen wird. Von derzeit knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde werde sie auf etwa 6,1 Cent zulegen, ermittelte das Öko-Institut in einer am Montag vorgestellten Studie im Auftrag von Greenpeace. Das würde einen Durchschnittshaushalt statt bisher mit 185 Euro mit knapp 215 Euro pro Jahr belasten.

Jahres-Rechnung könnte erstmals mehr als 1000 Euro betragen

Bereits am Montag hatte unsere Zeitung exklusiv über eine Studie berichtet, wonach auch die Ausnahmen bei den Netzentgelten den Strompreis 2014 weiter in die Höhe treiben werden. Die Industrierabatte werden von den übrigen Stromkunden über eine weitere Umlage bezahlt, die ebenfalls Teil des Strompreises ist.

Durch diese beiden Entwicklungen könnte die Jahres-Stromrechnung etwa eines Drei-Personen-Haushalts mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch erstmals die Grenze von 1000 Euro durchbrechen. Hauptgrund für den erwarteten weiteren Anstieg der Ökostrom-Umlage sind weniger neue Wind- und Solarparks. Der Zubau dürfte besonders im Solarbereich weit geringer ausfallen als in Vorjahren.

Die Zusatzkosten entstehen vor allem durch die Berechnungsgrundlage für die Umlage. Gezahlt werden muss die Differenz zwischen dem an der Strombörse erzielten Preis für Wind- und Solarstrom und dem garantierten festen Vergütungssatz.

Öko-Institut fordert Weitergabe von Preissenkungen an die Kunden

Da durch immer mehr Ökostrom die Börsenstrompreise massiv gefallen sind, wachsen die Umlagekosten. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass Energieversorger gesunkene Einkaufspreise an Haushalte weitergeben, sagte Felix Matthes vom Öko-Institut. Dies tun die Unternehmen bisher oft kaum. Hinzu kommt, dass wegen eines Preisverfalls bei CO2-Verschmutzungsrechten Kohlestrom billig ist – was die Börsenstrompreise ebenfalls drückt. Die Bundesregierung ist sich aber uneins über eine Reform auf EU-Ebene, mit der die Preise für Verschmutzungsrechte steigen würden.

Die Höhe der Umlage muss bis zum 15. Oktober festgelegt werden

Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) rechnet mit einer Ökostrom-Umlage von sechs Cent und mehr – sie muss bis zum 15. Oktober von den vier Übertragungsnetzbetreibern veröffentlicht werden. Vor Beginn der schwarz-gelben Koalition lag die Belastung durch die Umlage 2009 insgesamt noch bei 5,27 Milliarden Euro, 2013 sind es 20,3 Milliarden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte 2011 gesagt, die Umlage solle nicht über 3,5 Cent steigen. Bald droht das Doppelte.

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