Es ist genetisch bedingt, dass einige Menschen schlecht aufstehen können. Ihnen hilft ein Schlafphasenwecker.

Düsseldorf. Jeden Tag das gleiche Theater: Morgenmuffel würden sich beim ersten Klingeln des Weckers am liebsten unter ihrer Bettdecke verstecken. Frühstück machen? Ins Büro gehen? Alles viel zu viel.

Doch woher kommt diese Null-Bock-Laune? Der Chronobiologe Prof. Achim Kramer von der Charité in Berlin erklärt es so: „Morgenmuffel sind zum Zeitpunkt des Weckens oft in der Tiefschlafphase, empfinden deshalb das Wachwerden als anstrengend.“ Dahinter steckt eine etwas verlangsamte innere Uhr. Diese tickt bei allen Menschen ganz individuell.

Es gibt zwei Schlaftypen: die Eule und die Lerche

Grundsätzlich unterscheidet die Chronobiologie zwischen zwei Typen: den Lerchen und Eulen. „Die Lerchen sind früh aktiv, und die Eulen kommen morgens nur schwer aus den Federn“, sagt Kramer.

Warum der eine so ist und der andere so, ist genetisch bedingt. „Bei den Eulen tickt der innere Wecker langsamer, sie würden von allein morgens später aufwachen“, erklärt Kramer. Rasselt der Wecker, schlummern die Eulen noch tief und fest – und werden regelrecht aus dem Schlaf gerissen.

„Wer das umgehen möchte, kann etwas mit seinen Weckzeiten experimentieren“, sagt Sabine Schonert-Hirz, Stressmanagement- und Gesundheitsexpertin aus Brühl. Oft reiche es schon, den Wecker um eine halbe Stunde früher zu stellen. „Sie müssen ein Zeitfenster erwischen, in dem Sie nur leicht schlafen“, so Kramer. Der Schlaf ist in 90-minütige Zyklen unterteilt. Ein Zyklus besteht aus Phasen von Traumschlaf, Leichtschlaf und Tiefschlaf. Im letzteren fällt das Aufstehen besonders schwer.

In der Tiefschlafphase bewegt man sich am wenigsten

Wer selbst nicht die richtige Phase findet, kann einen Schlafphasenwecker zu Hilfe nehmen. Diese Wecker registrieren die Bewegungen (in der Tiefschlafphase bewegt man sich am wenigsten) des Schlafenden, der mit einem Sensorarmband ausgestattet ist. Sie erkennen Wach-Momente oder Leichtschlaf-Fenster. Innerhalb eines Zeitraumes von 30 Minuten wird dann der optimale Weckzeitpunkt bestimmt. Die Geräte gibt es ab etwa 149 Euro.

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