Sternenmuster und klassische Karos fürs Dirndl. Lederhose soll wie bereits getragen aussehen.

Mode

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München. Die Bayern sehen das zwar nicht gerne. Aber die Trachtenmode hat längst die Regionalgrenze überschritten, sagt Nina Munz von Trachten Angermaier in München. Dirndl und Lederhose seien längst nicht mehr nur auf dem Oktoberfest in München zu sehen. Sie haben schon im Rheinland und in Baden-Württemberg Liebhaber gefunden - auch wenn das noch nicht die Regel sei, betont Munz.

Diese Entwicklung bestätigt Gabriele Hammerschick von Lodenfrey: „Vor allem zu Weinfesten und Geburtstagen tragen immer mehr Menschen auch außerhalb Bayerns Tracht.“ Das wirkt sich auf die Designs von Dirndl und Lederhosen aus: Die Hersteller spielen mit traditionellen und modernen Elementen – und jedes Jahr gibt es etwas Neues.

Ösen und Kettchen am Oberteil sind Pflicht

„Die Dirndl haben in diesem Jahr wieder mehr Verzierungen und werden vor allem am Ausschnitt etwas verspielter“, sagt Alexander Wandinger vom Trachteninformationszentrum Oberbayern. Schnürungen aus Seidenschleifen, verzierte Ösen und Kettchen am Oberteil sind 2013 Pflicht. Gerüschte Borten betonen bei vielen Kleidern den Ausschnitt.

Bei den Herstellern sieht das dann so aus: Lodenfrey hat Dirndl in gedeckten Tönen. Sie sind einfarbig, Akzente setzt eine gerüschte Zierborte am Ausschnitt. Dort können gleichfarbige Seidenbänder ein Hingucker sein. Sie sind durch Ösen gefädelt und zu einer Schleife gebunden. Eine Schmuckkette mit einem Anhänger baumelt darüber.

Auch das Label Roosaroth setzt auf verzierte Oberteile. Den Ausschnitt dominieren Rüschenborten. Sheego hat zu einem dezenten Karokleid eine rote Schürze und gleichfarbige Bänder am Oberteil. Berwin & Wolff setzt auf gerüschte Blusen zu blauen oder roten Kleidern. Eines hat an der Kante oben eine dezent zierende Borte.

Unabhängig von der Musterung müsse jede Frau einen Tipp beachten, sagt Gabriele Hammerschick von Lodenfrey in München: „Dirndl und Schürze dürfen nie dasselbe Muster haben“. Die Schürze sollte dem Anlass ein wenig angepasst sein, sagt Hammerschick. „Für den Biergarten oder das Oktoberfest reicht eine Baumwollschürze. Mit einer Seidenschürze oder einer bestickten Spitzenschürze lässt sich das Dirndl für einen festlichen Anlass aufpolieren.“

Modisch bleiben Blusen in Weiß oder Beige, auch wenn farbige Blusen so langsam ihren Weg in die Kollektionen finden, erläutert Hammerschick. „Absolut out ist hingegen die Carmen-Bluse.“ Die Ärmel bedecken hier nicht die Schultern, sondern beginnen in einer gerade Linie mit dem Ausschnitt. Bei den Mustern greifen die Designer 2013 zu Altbewährtem: Punkte, Karos und Blumen sind und bleiben modisch.

Die Trendfarbe ist laut Munz Blau. Die Schattierungen reichen von Hellblau über Royalblau bis hin zu Türkis. Auch Grün finde man in vielen Kollektionen, aber das grelle Apfelgrün sei auf dem Rückzug. Sowohl Grün als auch Blau lassen sich gut mit Rosa oder den Beerenfarben kombinieren, aber auch Grün und Blau harmonieren.

Bei den Lederhosen geht der Trend zu kurzen Modellen

Die Männer orientieren sich an den Farbtrends der Frauen. Sie setzen nicht nur mit den Hemden in dieser Festsaison farbige Akzente. Auch die Strümpfe dürfen 2013 grün, blau oder beerenfarben sein, sagt Heinrich Weber, Abteilungsleiter der Herrentrachten bei Lodenfrey. Der Modeexperte empfiehlt eine Farbe, die sich in einem anderen Teil des Outfits wiederfindet. Ein Beispiel wäre, zu einer Lederhose mit bordeauxroter Verzierung Strümpfe in derselben Farbe zu tragen. Einen Fauxpas sollte sich aber keiner leisten, sagt Weber: „Normale Socken passen zur Tracht nicht: Strümpfe sind Pflicht.“

Westen sind immer beliebt, sagt Wandinger. Diese lassen sich sowohl zum karierten als auch zum unifarbenen Hemd kombinieren. Der Träger kann sich zwischen Westen aus Samt, Seide und Baumwolle entscheiden. Bei den Lederhosen gehe der Trend hin zu kurzen, sehr hellen Modellen, sagt Nina Munz. „Das helle Braun harmoniert sehr schön mit Hemden in trendigem Blau.“ Immer mehr gefragt seien Lederhosen im „used-Look“, sagt Weber. Der Vorteil: „Diese Lederhos’n sehen nämlich bereits beim ersten Tragen wie Erbstücke aus.“

 

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