Auch Billigtropfen stehen jetzt mit edlen Beschriftungen im Regal.

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Genießer müssen beim Weinkauf künftig aufpassen.

Genießer müssen beim Weinkauf künftig aufpassen.

dpa

Genießer müssen beim Weinkauf künftig aufpassen.

Brüssel. Weinkäufer müssen vor den Regalen ab sofort die Augen aufhalten. Denn in der Europäischen Union sind neue Etikettierungsregeln in Kraft getreten. Sie sollen dafür sorgen, dass Wein europaweit einheitlich ausgezeichnet wird.

Wird Verbrauchern nun reiner Wein eingeschenkt?

Weinetiketten sollen nach Willen der EU "klarer und einfacher" werden. Dafür soll die bisher gängige Unterscheidung von teuren Qualitäts- und billigen Tafelweinen fallen.

Worauf muss der Kunde achten?

Wichtigste Neuerung: Die Bezeichnung "Tafelwein" entfällt. Billig-Weine erfahren indirekt eine Aufwertung, weil sie künftig erstmals mit ihrer Rebsorte und ihrem Jahrgang werben können. Erkennbar sind diese Produkte durch allgemeine Bezeichnungen wie "Wein aus Deutschland" oder auch "Deutscher Wein - Riesling".

Woran kann man gute Weine künftig erkennen?

Qualitätsweine - und das sind rund 90 Prozent der deutschen Weine - sollen durch geographische Herkunftsangaben auf der Flasche erkennbar sein. Die 13 deutschen Weinbaugebiete von der Ahr bis zur Saale-Unstrut erhalten automatisch den Status von Weinen mit geschützter Ursprungsangabe. Landwein kann sich künftig auch Wein mit geschützter geografischer Angabe nennen.

Fallen die bisherigen Bezeichnungen ganz weg?

Nein, die in Deutschland üblichen Bezeichnungen Prädikatswein, Qualitätswein und Landwein werden als traditionelle Begriffe weiter anerkannt. Das gilt auch für Spätlese und Kabinett, die besonders hochwertige Weine kennzeichnen. Auch andere große Weinbaunationen wie Frankreich und Italien wollen grundsätzlich an ihren traditionellen Bezeichnungen "AOC" oder "DOC" festhalten.

Muss ich bei Rosé Verschnitte fürchten?

Nein. Nach Protesten französischer Winzer verzichtete die Europäische Union auf den Plan, das Zusammenschütten von Rot- und Weißwein zu erlauben, wie es etwa in Australien oder Südafrika üblich ist. Europäischer Rosé muss auch künftig die aus der Provence stammende Herstellungsmethode beachten. Dabei werden Haut und Fruchtfleisch roter Trauben vor dem Keltern kurz aufgeweicht, sodass der Rebensaft eine rosarote Farbe erhält.

Wird der Äppelwoi wirklich abgeschafft?

Nein, auch beim Apfelwein bleibt alles beim Alten. Nach Protesten aus Hessen strich die EU ihren Plan, nur noch für Erzeugnisse aus Trauben die Bezeichnung "Wein" zu erlauben.

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