Beruf: Spezielle Plattformen im Internet vermitteln qualifiziertes Wissen für den Beruf und helfen beim Wiedereinstieg.

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Als Mutter berufstätig zu bleiben, ist oft eine Herausforderung – ein Netzwerk kann helfen.

Als Mutter berufstätig zu bleiben, ist oft eine Herausforderung – ein Netzwerk kann helfen.

dpa

Als Mutter berufstätig zu bleiben, ist oft eine Herausforderung – ein Netzwerk kann helfen.

Düsseldorf. Schon lange suchte Annette B. Hilfe und Tipps für den beruflichen Wiedereinstieg. "Frag’ doch bei Connecta, Femme total oder Femity nach", riet eine Freundin der 48-Jährigen. Die Idee, sich an eines der Frauen-Netzwerke zu wenden, zahlte sich für die zweifache Mutter und Freiberuflerin aus.

Ob Fragen zu Beruf, Karriere oder anderen Lebensbereichen - immer mehr Frauen schließen sich speziellen Netzwerken an. "Wir haben 15100 registrierte Mitglieder und etwa 43500 einzelne Besucher im Monat", erklärt Pia Bohlen-Mayen, Geschäftsführerin und Mitbegründerin von Femity. 2001 gegründet, war die Community nach Angaben der Diplom-Ingenieurin das erste Netzwerk für Frauen in Deutschland.

Diskussionen und individuelle Probleme

"37 Expertinnen bilden das femity-Organisationsteam und betreuen die Plattform als Moderatorinnen oder Bloggerinnen", führt Pia Bohlen-Mayen an. Dabei legt die Geschäftsführerin großen Wert auf das gehobene Niveau des Portals. "Der Nutzen für unsere Teilnehmerinnen besteht im Vergleich zu anderen Foren vor allem in einer hochwertigen Diskussion und wertvollen Antworten auf individuelle Probleme. Viele Frauen schreiben uns bei gezielten Fragen", sagt sie.

Vorgeschaltet als erste Anlaufstelle für geschäftliche Kontakte nutzen Frauen oftmals die zwei Jahre später ins Leben gerufene "Xing AG", die nach eigenen Angaben ein Netzwerk mit sieben Millionen Geschäftsleuten aus mehr als 200 Ländern betreibt. Parallel dazu gibt es unter anderem die Gruppe "Global Business Women", die aktuell mehr als 13000 Geschäftsfrauen aus aller Welt vereint.

Frauen nutzen berufliche Kontakte häufiger als Männer

Netzwerke wie Femity, Connecta aber auch Profiplaza geben dem weiblichen Geschlecht auf regionaler, nationaler und sogar europäischer Ebene die Möglichkeit, sich auszutauschen. Genutzt werden diese Seiten vor allem für den Ausbau des Berufs und für den Wiedereinstieg nach der Kinderzeit. "Wir sehen uns in erster Linie als eine Berufsplattform für Teilzeit-Jobs", erklärt Christiane Dreher-Rauff von Profiplaza in Bad Soden. "Dabei möchten wir nicht zehntausende von Frauen als User gewinnen, sondern legen Wert auf ernsthafte Vermittlungen."

Im Vergleich zum europäischen Ausland tauchten deutsche Business-Netzwerke verhältnismäßig spät auf. Das Professional Women’s Network in Amsterdam gibt es zum Beispiel schon seit 1986. Eines der ersten deutschen Business-Netzwerke in Deutschland (femity.net) ist nach Angaben seiner Mitbegründerin Pia Bohlen-Mayen 2001 gegründet worden. Ebenso wie frauennetzwerk-connecta.de, profiplaza.de oder femmetotal.de vermitteln diese Portale heute Frauen berufliche Kontakte. Sie sind inzwischen mehr als alltägliche Gesprächsrunden, dienen dem beruflichen Erfahrungsaustausch und vermitteln qualifiziertes Wissen in vielen Bereichen.

Das Netzwerk, vernetzt mit dem Verband berufstätiger Mütter, will sich von typischen Frauenforen abgrenzen und beruflich qualifizierte Frauen ansprechen, zum Beispiel in den Bereichen Forschung, Controlling und Betriebswirtschaft. Als berufsübergreifendes Frauen-Netzwerk versteht sich "Connecta", ein Netzwerk selbstständiger Frauen in kreativen und beratenden Berufen rund um Köln ist "Femme total".

Wie eine aktuelle, vom Netzwerk Xing in Auftrag gegebene Forsa-Studie ergab, nutzen Frauen in Führungspositionen ihre beruflichen Kontakte häufiger als Männer und helfen im Bekanntenkreis beruflich weiter. Die Befragung von 1005Führungskräften zeigte außerdem, dass sich Frauen in vielen Bereichen mehr Informationen über ihr berufliches Umfeld wünschen als Männer. Laut Studie haben 88 Prozent der weiblichen Führungskräfte schon einmal einem Bekannten weitergeholfen, sei es mit einem beruflichen Rat, der Vermittlung eines Jobs, Auftrags, potenziellen Neukunden, Kooperationspartnern oder Mitarbeitern - bei den Männern dagegen 79 Prozent.

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