Der Tüv-Report belegt, dass sich die Mängelquote verschlechtert hat. Am besten schneiden japanische Modelle ab.

TÜV Report 2011
Die Mängelquote bei Autos ist laut TÜV Report gestiegen. Die wenigsten Mängel weist demnach der Toyota Prius auf.

Die Mängelquote bei Autos ist laut TÜV Report gestiegen. Die wenigsten Mängel weist demnach der Toyota Prius auf.

obs/TÜV Rheinland AG/dpa

Die Mängelquote bei Autos ist laut TÜV Report gestiegen. Die wenigsten Mängel weist demnach der Toyota Prius auf.

Berlin. Jährlich legt der Verband der Technischen Überwachungsvereine (VdTüv) eine Auswertung seiner Fahrzeugprüfungen vor. Diesmal zeigt sie einen Anstieg der Mängelquote und ein neues Modell an der Spitze.

Was hat die Studie des Tüv ergeben?

Es gibt wieder mehr erhebliche Mängel bei den in Deutschland zugelassenen Autos. Im Untersuchungszeitraum waren es 19,5 Prozent, das sind 1,9 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Damit liege das Niveau etwa auf dem Durchschnitt der 1980er Jahre, teilte der Tüv- Verband mit. Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln erhalten nach der Hauptuntersuchung zunächst keine neue Plakette, sondern müssen die Mängel erst in der Werkstatt beheben lassen. Geringe Mängel hatten 28,2 Prozent der Wagen, 52,2 Prozent waren mängelfrei.

Welche Typen haben besonders gut abgeschnitten?

Sieger des Tüv-Reports 2011 ist der Toyota Prius, ein Hybridauto. Von 100 geprüften Fahrzeugen fielen bei der ersten Hauptuntersuchung (nach drei Jahren) im Durchschnitt nur 2,2 durch. Auch insgesamt schnitt der japanische Hersteller am besten ab: 17-mal befindet sich Toyota unter den ersten Zehn der fünf Altersgruppen (bis 3 Jahre, 4- 5, 6-7, 8-9, 10-11 Jahre).

Im Vergleich zum Vorjahr haben die Japaner mit mehr Modellen in den Spitzengruppen landen können und die deutschen Hersteller abgehängt. Unter den ersten Zehn der fünf Altersgruppen finden sich 31 japanische und 19 deutsche Fabrikate. Darunter ist Porsche mit drei Modellen 10-mal vertreten.

Welche Typen haben schlecht abgeschnitten?

Schlusslicht ist der Kia Carnival, und zwar in gleich drei Altersgruppen. Bei den älteren Fahrzeugen hatten der Fiat Stilo (35,9 Prozent) und der Ford Ka (38,9 Prozent) eine hohe Mängelquote. Unter den letzten Zehn in den fünf Altersgruppen sind besonders häufig Renault (11-mal), Fiat und Ford (je 6-mal) vertreten.

Auf welcher Datenbasis wurde die Studie erstellt?

Auch wenn das Geld knapp ist: An der Wartung des Autos darf nicht gespart werden. Denn wer dabei Abstriche macht, bringt sich und andere Verkehrsteilnehmer schnell in Gefahr, warnt Johannes Näumann vom Verband der Tüv (VdTüv). Allerdings lässt diese Erkenntnis immer mehr Autobesitzer in Deutschland kalt, wie der gestern vorgestellte aktuelle TÜV-Report zeigt (siehe Text). "Das liegt auch daran, dass weniger Geld für Werkstattbesuche ausgegeben wird", sagte Näumann.

Besonders viele Mängel fanden die Tüv-Prüfer an der Beleuchtung, Vorder- und Hinterachsen sowie Bremsleitungen und Schläuchen. Eine defekte Lichtanlage wurde schon bei 8,3 Prozent der drei Jahre alten Autos festgestellt. Dieser Anteil steigt mit dem Alter stetig an. Bei den zehn- bis elfjährigen Autos liegt sie bei 30,3 Prozent. Bei über acht Jahre alten Wagen hat mehr als jeder zehnte einen gravierenden Defekt an Vorder- oder Hinterachse.

Viele Autofahrer werden erst bei der Hauptuntersuchung auf technische Mängel an ihrem Wagen aufmerksam. Meist sind sie dann schon Wochen oder Monate lang damit unterwegs gewesen.

Der Experte empfahl deshalb, die vorgegebenen Inspektionsintervalle beim Auto unbedingt einzuhalten.

Auch für den Fall, dass plötzlich eine Warnlampe aufleuchtet, das Lenkrad spürbar Spiel hat, die Bremsen ein schwammiges Gefühl vermitteln oder der Wagen nicht richtig geradeaus läuft, riet Näumann: "Schnellstmöglich eine Werkstatt aufsuchen und nicht erst bis zur nächsten Hauptuntersuchung warten."

Außerdem sollten Fahrer regelmäßig selbst einen Blick auf wichtige Fahrzeugteile werfen: "Um Licht, Scheibenwischer, Hupe und Flüssigkeitsstände zu überprüfen, braucht man in der Regel keinen Fachmann", so der VdTüv-Sprecher.

Ausgewertet wurden 7,25 Millionen Hauptuntersuchungen im Zeitraum Juli 2009 bis Juni 2010. Das entspricht etwa 70 Prozent aller Tüv-Prüfungen und 30 Prozent aller Pkw-Hauptuntersuchungen in Deutschland.

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