Der Geruch übermittelt ein genetisches Profil. Das zeigt, ob Frau oder Mann gut zu einem passen.

Frauen entscheiden sich während ihrer fruchtbaren Phase für einen anderen Typ Mann, als in der Phase, in der sie die Pille nehmen.
Frauen entscheiden sich während ihrer fruchtbaren Phase für einen anderen Typ Mann, als in der Phase, in der sie die Pille nehmen.

Frauen entscheiden sich während ihrer fruchtbaren Phase für einen anderen Typ Mann, als in der Phase, in der sie die Pille nehmen.

dpa

Frauen entscheiden sich während ihrer fruchtbaren Phase für einen anderen Typ Mann, als in der Phase, in der sie die Pille nehmen.

Worms. Groß und dunkelhaarig, mit Humor, aber auch verständnisvoll und treu: Die Liste der Single-Wünsche in puncto Traumpartner ist lang. Und in großen Teilen überflüssig.

Denn wer tatsächlich zu uns passt, entscheidet auch die Nase: Frischverliebte stört kein Schweißgeruch. Ein gutes Zeichen: "Bei der Wahl unseres Lebensgefährten folgen wir uralten Programmen", erklärt Marcus Damm, Diplom-Psychologe. "Über den Geruch wird das genetische Profil unseres Gegenübers übermittelt."

Tatsächlich können Frauen erschnuppern, wer besonders gut zu ihnen passt. Der Biologe Claus Wedekind aus Bern ließ Studentinnen an verschwitzten Männer-T-Shirts riechen und kam zu erstaunlichen Ergebnissen: Während ihres Eisprungs, also der fruchtbaren Tage, bevorzugten die Studentinnen den Körpergeruch von Männern, deren Genstruktur sich stark von ihrer eigenen unterscheidet.

Ein biologischer Trick, erklärt Damm: "Je unterschiedlicher der Genpool der Eltern ist, desto fitter und gesünder wird der Nachwuchs."

Die Pille simuliert eine Schwangerschaft

Doch die Ergebnisse des Schnupper-Tests verraten noch mehr: Nehmen Frauen die Anti-Baby-Pille, wählen sie Männer, die ihnen genetisch ähnlich sind. "Die Pille simuliert eine Schwangerschaft und weckt den Wunsch nach einem Beschützer."

Und den finden Frauen am ehesten in der Verwandtschaft bei genetisch ähnlichen Menschen. Damm rät Single-Frauen deshalb, während der Partnersuche lieber auf die Anti-Baby-Pille zu verzichten: "Setzen Sie zumindest probeweise für ein halbes Jahr aus und beobachten Sie, ob sich Ihr Männergeschmack dadurch verändert."

Professor Harald Euler, Evolutionspsychologe an der Universität Kassel, relativiert allerdings: "Die Partnerwahl ist ein mehrstufiger Prozess."

Am Anfang sei das Aussehen besonders entscheidend, erst in der Phase des Kennenlernens gewinne der Geruch an Bedeutung: "Sobald man in den persönlichen Raum der anderen Person eindringt, sich umarmt und küsst, spielt Geruch eine Rolle."

Wie stark der Geruch bei der Partnerwahl entscheidet, zeigt auch eine Umfrage der Psychologin Rachel Herz von der Brown Universität in Rhode Island in den USA.

Demnach machen nicht Reichtum, Aussehen oder Intelligenz einen Mann wirklich attraktiv: "Die Frauen gingen schlecht riechenden Männern nicht nur bewusst aus dem Weg, sondern hielten auch aktiv nach gut riechenden Ausschau."

Als besonders gut duftend gelten Männer mit hohem Testosteronspiegel, erklärt Damm. Der zeuge von einem gesunden und starken Immunsystem. Männer hingegen achteten bei Frauen weniger auf den Geruch. "Das Aussehen ist wichtiger, aber trotzdem können Frauen mit den richtigen Düften Männer fast blind verführen."

Ist der richtige Partner endlich gefunden, entspannen sich die Nasen: "Die Geruchssensibilität sinkt, sobald wir verliebt sind", sagt Damm.

Der Duft eines Menschen kann künstlich aufgepeppt werden

Kann man denn auch schummeln und sich so für fremde Nasen attraktiver machen? Harald Euler ist fest davon überzeugt: "Mit einem guten Parfüm lässt sich der Kreis potenzieller Partnerkandidaten sofort vergrößern."

Auch Forscher vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie haben festgestellt, dass der Mensch seine genetische Duftmarke mit einem Parfüm beziehungsweise künstlichen Duft aufpeppen kann.

Wer frisch geduscht und mit dem passenden Spritzer Parfüm in eine Menschenansammlung geht, wird mehr "Nasen-Feedback" bekommen als jemand, der seit Tagen in der gleichen Garderobe müffelt. "Allerdings kann der Schuss auch nach hinten losgehen", warnt Damm.

Zu viel Parfüm oder ein beißendes Rasierwasser kann schlimmer als jeder Schweißgeruch wirken. Gefährlich sind auch Assoziationen: "Wir verbinden Gerüche mit persönlichen Erinnerungen", erklärt der Diplom-Psychologe.

Ein frischer Vanille-Duft kann bei dem einen Mann sehr positiv wirken, bei dem anderen direkt an die Ex-Freundin erinnern.

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