Urlauber werden bei Feuer auf Kreuzfahrtschiff entschädigt.

Kempten. Die Urlauber des havarierten Kreuzfahrtschiffes „Costa Allegra“ haben Anspruch auf Rückerstattung des Reisepreises sowie Entschädigung. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Reise in Deutschland gebucht wurde, sagte der Reiserechtler Ernst Führich von der Hochschule Kempten.

Nach deutschem Pauschalreiserecht kann der Passagier in dem konkreten Fall klassische Reisemängel geltend machen. Bei dem Feuer im Maschinenraum sei von einem technischen Defekt auszugehen, und dafür sei der Reiseveranstalter verantwortlich.

Anteiliger Reisepreis für jeden verlorenen Urlaubstag zurück

Werden Reisen abgebrochen, erhalten Urlauber grundsätzlich für jeden verlorenen Urlaubstag den entsprechenden anteiligen Reisepreis zurück. Da jedoch im aktuellen Fall der Grund des Reiseabbruchs so einschneidend gewesen sei, dürften die Passagiere den kompletten Reisepreis zurückbekommen, so Führich.

Obendrauf gibt es Entschädigung für vertane Urlaubszeit und weitere Unannehmlichkeiten wie ausgefallene Klimaanlagen – so wurde Passagieren geraten, wegen der Hitze nachts an Deck zu bleiben. „Hierfür gibt es in aller Regel noch einmal den Reisepreis als Schadenersatz“, so Führich. Faktisch bedeutet dies, dass die Passagiere mindestens den doppelten Reisepreis zurückerhalten dürften.

Ansprüche innerhalb von vier Wochen geltend machen

Der Urlauber muss innerhalb von vier Wochen nach seiner Rückreise die Ansprüche anmelden, und zwar beim Reiseveranstalter, also bei der Reederei. „Das Reisebüro ist in allen Fällen nur der Vermittler, aber nicht verantwortlich für die Durchführung der Kreuzfahrt“, sagte Führich.

Sowohl für eine vorzeitige Rückreise als auch für die Unterbringung im Hotel sei der Reisende voll abgesichert. Der Reiseveranstalter müsse diese organisieren und die Kosten übernehmen. tmn

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