Google bringt ein neues, verbessertes Handy auf den Markt. Es ist handlicher und hat einen stärkeren Akku.

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Die Ausstattung des neuen HTC Magic kann nach Ansicht von Testern mit der des iPhones konkurrieren.

Die Ausstattung des neuen HTC Magic kann nach Ansicht von Testern mit der des iPhones konkurrieren.

Hersteller/dpa

Die Ausstattung des neuen HTC Magic kann nach Ansicht von Testern mit der des iPhones konkurrieren.

Düsseldorf. Um den martialischen Titel des "iPhone-Killers" hat sich schon so mancher Handy-Hersteller beworben. Doch Apple setzt mit seinem Lifestyle-Gerät bei den Smartphones immer noch Maßstäbe. Nun startet Google den zweiten Angriff: In der kommenden Woche (ab 27. April) kommt das zweite Smartphone auf den Markt, das mit dem Android-Betriebssystem des Internet-Giganten läuft. Das HTC Magic, in Deutschland exklusiv bei Vodafone erhältlich, hat einige Ähnlichkeiten mit dem iPhone - ob es den gleichen Erfolg haben wird, ist aber fraglich.

Das erste Android-Handy war trotz seines beachtlichen Erfolges in den USA vor allem ein Experiment. Als das G1 von HTC im Februar auf den Markt kam, war zumindest das Betriebssystem noch nicht ausgereift, räumt Googles Chefentwickler Andy Rubin ein: "Das war noch eine Version 0.8." Erst jetzt habe man die vollwertige Version 1.0 erreicht, sagt der Informatiker, der die Entwickler-Allianz aus Gerätebauern, Softwareschmieden und Netzbetreibern leitet. Glaubt man Rubin, ist das HTC Magic also das erste richtige Google-Handy.

Die Bedienung des neuen Gerätes erfolgt per Fingerzeig

Wie schon beim G1 liefert HTC die Hardware. Der zweite Versuch ist dem taiwanesischen Hersteller nach Ansicht von Experten besser gelungen. "Das Magic ist handlicher und kompakter als das G1", sagt Dirk Waasen, Chefredakteur der Fachzeitschrift "connect" aus Stuttgart. Das erste Android-Modell war von manchen Kritikern als "Handy-Barren" gescholten worden. Weitere Ähnlichkeiten zum iPhone ergeben sich beim Magic nicht zuletzt dadurch, dass eine eigene Tastatur fehlt: Die Bedienung erfolgt per Fingerzeig über den berührungsempfindlichen Bildschirm. Das ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber laut Waasen prima, wenn man im Querformat tippt.

Die Ausstattung kann mit dem iPhone konkurrieren. Das Gerät geht mit dem Daten-Turbo HSDPA, der auf der dritten Mobilfunk-Generation UMTS basiert, ins Netz. Auch ein WLAN-Anschluss ist drin. Zudem enthält das Gerät eine 3,2-Megapixel-Kamera sowie einen GPS-Empfänger für die Positionsbestimmung. HTC hat dem Gerät auch einen stärkeren Akku spendiert als dem G1, das bereits nach einem Tag schlappmacht. "Das Magic läuft schnell und hält trotz Hardcore-Einsatzes ordentlich durch", urteilt Experte Waasen nach einem Vorab-Test.

Der zarte Schriftzug "With Google" auf der Rückseite deutet es an: Ohne ein Nutzerkonto bei dem Internet-Konzern geht wenig. Schon beim Start werden die Daten abgefragt, danach holt das Gerät E-Mails und Kalendereinträge aus dem Netz. Selbstverständlich ist die Google-Suche auf der Startseite verankert. Und der Ortungsdienst Latitude zeigt, wo die Freunde sind und teilt ihnen im Gegenzug den eigenen Standort mit. Diese Option lässt sich ausschalten, aber angesichts so vieler Google-Dienste in einem Gerät dürften Datenschützer dennoch Bedenken anmelden.

Wer andere Dienste als die von Google verwendet, hat es dagegen manchmal schwer. Andere E-Mail-Konten lassen sich einbinden, laufen aber in einem separaten Programm. Die Kommunikation mit der Exchange-Infrastruktur von Microsoft, die in vielen Unternehmen vorzufinden ist, beherrscht das Gerät nicht von Haus aus. Allerdings bieten bereits mehrere Software-Hersteller Lösungen dafür an, teils schon ab 20 Dollar (rund 15 Euro).

Im Online-Laden kann der Nutzer Applikationen runterladen

Wie Rivale Apple hat Google einen Online-Laden für Applikationen eingerichtet. Der Android Market war schon beim G1 am Start, nun ist die Auswahl an Software weiter gewachsen. Die kleinen Helfer machen aus dem Magic einen "digitalen Spielplatz für die Hosentasche", erläutert Gerd Blank vom Online-Portal Stern.de. Zu den Software-Highlights gehören ortsbezogene Dienste: Der Reiseführer Wikitude blendet etwa in das Kamerabild Info-Häppchen ein, die beschreiben, was der Nutzer gerade sieht - GPS und Bewegungssensor sei Dank. Autofahrer werden allerdings eine Navigations-Software vermissen.

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