Richtet eine Katze einen Schaden an, so zahlt die Privathaftpflicht. Für den Hund braucht man eine Extra-Police.

Katze Minzi hat eine Vase auf dem Gewissen – Frauchens Privathaftpflicht hat bezahlt. Auch Ermis muss sich nicht sorgen: Herrchen hat eine Tierhalterhaftpflicht abgeschlossen.

Katze Minzi hat eine Vase auf dem Gewissen – Frauchens Privathaftpflicht hat bezahlt. Auch Ermis muss sich nicht sorgen: Herrchen hat eine Tierhalterhaftpflicht abgeschlossen.

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Düsseldorf. Minzi meint es nicht böse. Die Katze will nur mal schauen, was bei der Nachbarin so los ist, marschiert durch die offene Terrassentür. Doch als sie durch ein überraschendes Geräusch aufgeschreckt wird, gerät sie in Panik. Bei ihrer Flucht reißt sie eine Vase um, die laut scheppernd zu Bruch geht. Schaden: 40 Euro. Aber das ist nicht schlimm, die Versicherung hat gezahlt. Und zwar die normale Privathaftpflicht der Katzenhalterin. In dieser sind nämlich Kleintiere wie Katzen mitversichert.

Katze oder Hund: Auch für die Versicherung ein Unterschied

Wäre Minzi ein Hund, sähe es anders aus. Da zahlt nicht die normale Haftpflicht, der Hundebesitzer muss schon einen Tierhalterhaftpflichtvertrag abgeschlossen haben. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft schätzt, dass 30 Prozent der Hundehalter das nicht getan haben.

Und darauf vertrauen, was sie ängstlichen Zeitgenossen dann und wann zurufen: „Der will nur spielen.“ Doch eben das stimmt nicht immer. Auch ein Dackel kann ein Kleinkind durch einen Biss ins Gesicht schwer verletzen. Oder unkontrolliert auf die Straße laufen und so einen schweren Verkehrsunfall verursachen.

Pflicht zur Haftpflicht bei „gefährlichen Hunden“

Eine Pflicht, eine Tierhalterhaftpflicht abzuschließen, gibt es nur in drei Bundesländern. NRW zählt nicht dazu. Wohl gibt es bei uns eine Versicherungspflicht für so genannte „gefährliche Hunde“ im Sinne des Landeshundegesetzes. Dazu zählen etwa Pittbull Terrier und Staffordshire Bullterrier. Aber auch andere Hunde, die bereits Menschen angegriffen haben. Für den Allerweltswaldi ist die Haftpflicht freiwillig. Aber angesichts des Risikos ratsam.

Absicherung kostet zwischen 58 und 204 Euro Jahresprämie

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Versicherungsanbieter unter die Lupe genommen. Die Jahresbeiträge lagen zwischen 58 und 204 Euro. Und sind damit durchaus vergleichbar mit den Beiträgen, die auch ein Zweibeiner für seine Privathaftpflicht bezahlt.

Neben der Höhe des Beitrags ist wichtig: Herrchen und Frauchen sollten darauf achten, dass auch Mietsachschäden mitversichert sind. Selbst wer nicht zur Miete wohnt, nimmt seinen Hund ja auch schon mal mit ins Hotel.

Wenn dort etwas passiert, kommt es eben auf diesen Punkt an. Wichtig in diesem Zusammenhang: Selbst wenn Mietsachschäden mitversichert sind, sind dadurch nicht normale Abnutzungsschäden erfasst. Wiederholungstaten wie Kratzspuren werden nicht von der Versicherung ersetzt, wohl aber „plötzliche Ereignisse“.

Auch wichtig: Die Haftpflicht und damit auch die Tierhalterhaftpflicht tritt nur ein bei Schäden, die einem Dritten entstehen. Wird der Halter selbst durch seinen Hund verletzt, zahlt die Versicherung nicht.

Ebenso wenig, wenn ein „Mithalter“, also ein im Haus lebendes Familienmitglied des Hundehalters, verletzt wird. So hat zum Beispiel das Thüringer Oberlandesgericht (Az. 4 U 420/09) einen Anspruch aus Tierhalterhaftung in einem Fall abgelehnt, in dem die im Haus lebende Großmutter vom Familien-Schäferhund in die Hand gebissen worden war.

Info: Der Versicherungsvergleich Hundehalter-Haftpflicht wurde in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ veröffentlicht. Die Ergebnisse lassen sich zum Preis von 2,50 Euro im Internet herunterladen (siehe Link).

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