Saisonstart: Sammler freuen sich auf ein gutes Pilz-Jahr mit idealen Bedingungen. Doch das Hobby birgt auch Gefahren.

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Ein Pilzsammler setzt das Messer an, um einen Perlpilz abzuschneiden.

Ein Pilzsammler setzt das Messer an, um einen Perlpilz abzuschneiden.

dpa

Ein Pilzsammler setzt das Messer an, um einen Perlpilz abzuschneiden.

Warstein. Die Augen von Dietrich Smolinski (39) arbeiten wie Scanner. Mehrere Meter rechts und links von ihm hat er fast automatisch im Blick, wenn er mit Körbchen und Messer ausgerüstet durch die Wälder streift. Smolinski freut sich: "Das wird ein gutes Pilz-Jahr." Die Saison habe zwar spät angefangen, nun aber seien die Bedingungen ideal.

Plastiktüten und -eimer sind verpönt und können sogar gefährlich sein

Dann springt Smolinski einige Meter zur Seite und zückt sein Messer. "Ein Perlpilz, sehr schmackhaft", sagt der Pilz-Liebhaber, während er den Fund vorsichtig abschneidet, säubert und in den Korb legt. Plastiktüte oder Eimer sind bei Pilzsammlern verpönt. "Das ist sogar gefährlich. Die Pilze müssen Luft haben. Ohne Luft können sie schon auf dem Transport Gifte entwickeln", sagt er.

"Man sollte nur Pilze abschneiden, die man auch wirklich 100-prozentig kennt", mahnt Smolinski. Zu groß sei die Verwechslungsgefahr, zu klein die Unterschiede zwischen Leckerbissen und ungenießbaren oder sogar hochgiftigen Exemplaren. "Es gibt immer wieder Todesfälle", sagt Smolinski.

Neben dem Messer hat er noch eine Plastik-Schachtel im Korb, in der interessante Funde zum Mikroskopieren verpackt werden. "Manche Arten kann man nur so genau bestimmen", sagt der geprüfte Pilz-Sachverständige. Das gilt allerdings nicht für die beliebten Speisepilz-Arten. "Steinpilz, Perlpilz, Pfifferling oder Champignon kann man gut erkennen", sagt er.

Pilze dürfen nur für den eigenen Verbrauch gesammelt werden

Smolinski kennt nicht nur die meisten der heimischen Pilzarten, er kennt sich auch mit den Bestimmungen für Pilz-Sucher aus. "Ich finde es schlimm, wenn hirnlose Horden durch den Wald trampeln und alles ausreißen oder umtreten, was da an Pilzen wächst." Denn eigentlich stehen alle Pilze unter Schutz. "Man darf nur so viele sammeln wie man für den eigenen Verzehr braucht." Und das Sammeln in Naturschutz-Gebieten, in Neuanpflanzungen und jungen Schonungen ist sogar strikt verboten: Die dichten Schonungen dienen den Waldtieren als Rückzugsraum. Außerdem sollten Pilzsammler nicht zu früh morgens oder spät abends durch die Wälder streifen. "Das kann gefährlich werden, wenn da irgendwo ein Jäger ansitzt." Auch wenn im Ernstfall der Jäger aufpassen müsse, nütze das einem angeschossenen Pilz-Sucher wenig.

Insgesamt gibt es in Mitteleuropa rund 7000 verschiedene Arten. Von denen sind allerdings nur etwa 70 essbar. Dem stehen aber auch noch 70 zum Teil hochgiftige Arten gegenüber.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (= Pilzkunde, DGfM) versteht sich als Interessenvertreter aller Mykologen, Pilzfreunde und Naturschützer.

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