Wer nicht möchte, dass Bilder seines Hauses im Internet stehen, kann Widerspruch einlegen. Hier sind Tipps, wie das geht.

Der Screenshot zeigt die Fassade eines Hauses einer Kreuzung in Paris, aufgenommen mit der Street-View-Funktion von Google.
Der Screenshot zeigt die Fassade eines Hauses einer Kreuzung in Paris, aufgenommen mit der Street-View-Funktion von Google.

Der Screenshot zeigt die Fassade eines Hauses einer Kreuzung in Paris, aufgenommen mit der Street-View-Funktion von Google.

dpa

Der Screenshot zeigt die Fassade eines Hauses einer Kreuzung in Paris, aufgenommen mit der Street-View-Funktion von Google.

Düsseldorf. Der Straßenbilderdienst Street View von Google, der im November die 20 größten Städte in Deutschland im Netz zeigt, sorgt bei vielen für Verunsicherung. Hier die wichtigsten Fragen mit Antworten:

Was ist Google Street View?

Google zeigt in Street View detaillierte Bilder von Straßenzügen und Häusern im Internet. Die Bilder sind kostenlos für jedermann einsehbar. Das Angebot ist bereits für 23 Staaten verfügbar. Auf den Bildern sind auch Menschen und Fahrzeuge zu sehen.

Werden die Personen unkenntlich gemacht?

Um die Persönlichkeitsrechte Betroffener zu schützen, werden Gesichter von Menschen auf den Street-View-Aufnahmen nur schematisch dargestellt. Gleiches gilt für Autokennzeichen.

Allerdings zeigen Beispiele aus Ländern, für die es Street View schon gibt, dass viele Menschen trotz Verschleierungstechnik noch über Statur, Frisur und Kleidung recht gut zu identifizieren sind.

Wer hat ein Widerspruchsrecht?

Gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen der eigenen Person, des eigenen Autos oder der eigenen Wohnung kann grundsätzlich jeder Widerspruch einlegen. Das muss aber jeder für sich selbst tun.

Die auf Internet-Recht spezialisierte Düsseldorfer Anwältin Eva Dzepina stellt die Rechtmäßigkeit von Geodiensten mit Luftaufnahmen wie Google Earth in Frage. "Solche Satellitenaufnahmen sind für sich genommen zulässig", sagte sie. "Wenn sie mit persönlichen Daten wie Adressen verknüpft werden, ergibt sich eine andere Situation und es stellt sich die Frage: Wie kann das rechtmäßig sein?"

Dienste wie Google Earth seien "fast noch gravierender als Street View, weil sie Ansichten zeigen, die nicht einfach öffentlich zugänglich sind", erklärte Dzepina.

Das bedeutet, dass Gemeinden keinen Widerspruch für alle ihre Bürger einlegen können, es sei denn, sie wurden dazu konkret von allen Bürgern beauftragt.

Wie kann man Widerspruch einlegen?

Es gibt drei Möglichkeiten. Die erste ist ein Widerspruch mit einem formlosen Brief an diese Adresse: "Google Germany GmbH, betr.: Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg". In dem Schreiben sollte man genaue Angaben machen, inwieweit man als Mieter oder Eigentümer von der Darstellung eines bestimmten Gebäudes in Google Street View betroffen ist.

Briefe müssen laut Google bis zum 21. September abgeschickt werden, damit der Widerspruch vor Einführung des Dienstes berücksichtigt werden kann. Das Ministerium für Verbraucherschutz hat einen Musterbrief für den Widerspruch bereitgestellt. Er kann unter http://dpaq.de/OZkl9 heruntergeladen werden. Man kann auch eine E-Mail an streetview-deutschland@google.com schicken.

Der dritte Weg kann auch nach Einführung des Dienstes noch beschritten werden. Hier ruft man in Google Street View - zu erreichen über maps.google.de - das Bild mit dem eigenen Haus auf und klickt dort auf den Link "Ein Problem melden".

Google hat zugesagt, alle fristgemäßen Widersprüche vor der Freischaltung der Bilder zu bearbeiten und die Gebäude durch eine Verschleierungstechnik unkenntlich zu machen.

Wie geht es dann weiter?

Nach einem Widerspruch erhält der Betroffene zunächst eine Eingangsbestätigung sowie häufig die Aufforderung, sein Wohnhaus genauer zu identifizieren. Ein Grund ist, dass Hausnummern auf den Google-Bildern oft nicht erkennbar sind.

Daher erfolgt die Identifizierung entweder über von Google über ein Formular abgefragte nähere Angaben oder über Satellitenbilder. Gefragt wird etwa nach der Farbe des Hauses oder Besonderheiten wie Balkonen oder markanten Nachbargebäuden.

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