Die Teilnahme kostet bis zu 400 Euro und besteht aus drei Teilen.

Der Verkehrssünder muss sich einem Psychologen stellen.
Der Verkehrssünder muss sich einem Psychologen stellen.

Der Verkehrssünder muss sich einem Psychologen stellen.

dpa

Der Verkehrssünder muss sich einem Psychologen stellen.

Hamburg. In der "Idiotentest" genannten medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) klären Behörden, ob bestimmte Menschen zum Fahren eines Fahrzeuges geeignet sind.

Getestet wird vor allem, wer wegen hoher Promillewerte oder Drogeneinflusses den Führerschein abgeben musste. Auch Fahrer mit hohem Punktestand in Flensburg und Körperbehinderte werden getestet.

Für jede MPU müssen Verkehrssünder rund 400 Euro zahlen. Bei erforderlichen Nachschulungen können die Kosten auf bis zu 1500 Euro steigen.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gingen 2008 von insgesamt rund 103 000 MPU knapp 58 000 auf das Konto von Alkoholauffälligen (neuere Zahlen liegen nicht vor). Das entspricht einem Anteil von 56 Prozent.

Bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille und mehr reicht bereits eine Fahrt, damit der Verkehrssünder zur "Prüfung der Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges" verdonnert wird.

Wie beurteilen Sie Ihre aktuelle Lebenssituation?

Antwort-Tipp: Die Prüfer wollen wissen, ob man in gefestigten Lebensverhältnissen lebt.

Wie lauten Ihre Vorsätze heute und was ist gegenüber früher anders?

Antwort-Tipp: Das ist eine der wichtigsten Fragen. Der Psychologe will wissen, ob Sie sich mit den Ursachen des Fehlverhaltens befasst haben und man etwas ändern wird. Ist eine Auseinandersetzung unterblieben, fällt man durch.

Was haben Sie bei den Verkehrsdelikten gefühlt?

Antwort-Tipp: Es muss erkennbar sein, dass einem sein Fehlverhalten auch zum Zeitpunkt der Kontrolle bewusst geworden ist.

Die Untersuchung besteht aus drei Teilen. Beim ärztlichen Teil wird getestet, ob der Verkehrssünder in letzter Zeit Drogen oder Alkohol konsumiert hat. Dafür wird das Urin und das Blut untersucht.

Im zweiten Teil wird am Computer die Reaktionfähigkeit getestet. Der dritte Teil ist ein Gespräch mit einem Gutachter. Bei diesen Gesprächen versuchen Psychologen in Gesprächen, die Probleme der Fahrer zu erkunden und für Abhilfe zu sorgen.

Die Fragen basieren auf den Informationen aus einem 300-seitigen Regelwerk. "Es gibt keine Regel-Fragen", sagt eine Expertin vom Tüv Rheinland.

Bei Alkohol- und Drogensündern geht es darum, sie zu sensibilisieren, dass sie ihr Fehlverhalten erkennen und von sich aus korrigieren. Am Ende steht ein Gutachten für die Straßenverkehrsbehörde. Ist es negativ, sind Kurse fällig. Im schlimmsten Fall bleibt es beim Entzug des Führerscheins.

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