Bei kurzfristigen Affären ist dagegen der dominante Mann erwünscht.

Düsseldorf. Wie soll er sein, der neue Mann? Soll er zuhören und sich im Hintergrund halten, oder soll er aggressiv den Macker raushängen lassen? Laut einer Studie von Anthropologen der University of California in Los Angeles können offenbar beide Typen bei den Frauen landen. Vorausgesetzt, sie bringen ihre Charaktereigenschaften an den richtigen Stellen ein. Die Forscher legten 71 jungen Frauen die Beschreibung von zwei fiktiven Männern vor: Beide waren Präsidenten eines angesehenen Debattierclubs. Doch der eine hatte sich diesen Posten hart erarbeiten müssen, und wenn ihm irgendetwas nicht passte, erhob er gleich energisch seine Stimme, wenn ihn jemand lobte, bedankte er sich dafür. Der andere hingegen war mehr zufällig auf seinen Posten gerutscht und er redete nur selten, und im Falle eines Lobes ging er mit einem Witz auf eigene Kosten darüber hinweg. Danach wurden die Probandinnen gefragt, welchen Typen sie sich als Lebenspartner vorstellen könnten. "Sie tendierten eindeutig zum nicht-dominanten Männer-Typ", resümiert Studienleiter Clark Barrett.

Und damit nicht genug: Sie fanden den Defensiv-Mann auch sexuell attraktiver. Wenn es also um intellektuell-rhetorische Eigenschaften geht, stehen Frauen auf dezent-ironische Leisetreter wie Peter Struck, während energische Lautsprecher wie Gerhard Schröder eher abschreckend wirken.

Das weibliche Geschlecht geht auf Nummer sicher

Anders verhält es sich jedoch beim Sport. In einer weiteren Studie konfrontierten die Forscher 60 Frauen mit den Beschreibungen von fiktiven Tennisspielern, und hier zeigte sich ein ganz anderer Trend als in der ersten Untersuchung: Der aggressive Typ kam deutlich besser an. Boris Becker wäre demnach als ein Womanizer einzuschätzen, dem zurückhaltenden Roger Federer hingegen müsste man eher mäßige Chancen auf dem Partnermarkt einräumen. "Sport ist eben ein Gebiet, auf dem Dominanz sozial akzeptiert ist", so Barrett.

Bleibt die Frage, warum Frauen ansonsten auf defensive Typen abfahren. Mögliche Antwort: Sie gehen auf Nummer Sicher. Denn zurückhaltende Männer garantieren langfristige Versorgung, wobei er natürlich ein Erfolgstyp mit hohem Status sein sollten. Aggressive Typen hingegen bergen traditionell große Risiken. Sie lassen sich leicht in Kämpfe verwickeln, was ja bekanntlich sehr gefährlich sein kann, und neigen vermutlich auch zuhause zu aggressivem Verhalten. Dadurch werden sie zu denkbar schlechten Kandidaten für eine längere Beziehung. Bei kurzfristigen Affären steigen jedoch die Chancen der "ganzen Kerle". In einer weiteren Frage-Aktion stellten Barrett und Kollegen fest, dass Frauen sich für eine sexuelle Spontan-Aktion durchaus gerne auf dominante Männer einlassen.

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