Die ersten wenigen Produkte sind auf dem Markt. Aber laut Experten ist das System sehr kompliziert.

Mit einem Wohn-Riester-Vertrag wird der Hausbau gefördert.
Mit einem Wohn-Riester-Vertrag wird der Hausbau gefördert.

Mit einem Wohn-Riester-Vertrag wird der Hausbau gefördert.

dpa

Mit einem Wohn-Riester-Vertrag wird der Hausbau gefördert.

Düsseldorf. Mit Spannung haben viele Bauherren auf den Start der geförderten Eigenheimrente gewartet. Anfang November waren die ersten Produkte von staatlicher Seite zertifiziert - und seit einigen Wochen sind Bausparverträge und Riester-Kredite auf dem Markt.

"Ein Riesenproblem ist bisher nicht deutlich geworden: Bauherren müssen quasi eine eigene Buchführung für ihren Wohn-Riester machen - Jahr für Jahr", sagt Prof. Heinrich Bockholt vom Institut für Finanzwirtschaft der Fachhochschule Koblenz. Bauherren müssen zwar grundsätzlich immer rechnen können. "Sobald sich etwas ändert, müssen Sparer das beim Wohn-Riester aber auch der Bank mitteilen", sagt Bockholt.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Kind des Häuslebauers des Alters wegen aus dem Kindergeldbezug herausfällt. Und auch die Papierarbeit für alle anderen "Störfälle" habe der Gesetzgeber "dem Bürger aufgehalst", sagt Bockholt. Schnell fielen Sparer aus dem Förderkatalog heraus, wenn sich im Leben Brüche ergeben.

Bei Vermietung oder Verkauf einer Immobilie, zum Beispiel aufgrund von Scheidung oder Tod, muss das geförderte Guthaben innerhalb von vier Jahren in eine neue Immobilie wandern. Andernfalls muss der Stand des Wohnförderkontos, auf das Zulagen und eigene Einzahlungen auf dem Papier wandern, unmittelbar versteuert werden - und so viel Geld haben gerade Bauherren selten auf der hohen Kante.

Trotz der Komplexität kann man Geld sparen

Dennoch: Die Stiftung Warentest in Berlin hat in ihrer Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 2/2009) jetzt vorgerechnet, dass sich die neuen Produkte sehr wohl lohnen können. Wer ein Riester-Darlehen mit staatlicher Förderung zum Hausbau nutzt, könne oft viel Geld sparen - durch die Zulagen, Steuervorteile und Zinsersparnisse.

Bei Wohn-Riester und bei der Riester-Rente handelt es sich um eine zweckgebundene Förderung. Im ersten Fall wird die Finanzierung einer Immobilie gefördert. Im zweiten Fall wird das Ansparen einer Alterssicherung gefördert. Welche Variante sich für wen lohnt, hängt von der jeweiligen Lebenssituation ab.

Beim Wohn-Riester wird das Geld bei Eintritt in den Ruhestand nicht ausgezahlt. Es ist ja vorher in den Erwerb des Eigenheims gewandert. Es ist ja vorher schon in den Erwerb des Eigenheims gewandert. Besteuern lässt sich also keine fortlaufende Auszahlung. Aus diesem Grund wird ein fiktives Konto für den Wohn-Riester angelegt. Auf diesem werden die staatlich geförderten Tilgungsleistungen und die darauf gewährten Zulagen erfasst. Am Ende eines jeden Jahres wird der Stand um zwei Prozent erhöht - als Zinsaufschlag. Den Betrag müssen Sparer vom Beginn der Auszahlungsphase an versteuern.

Der Zinssatz für das Riester-Darlehen sollte nicht viel höher sein als für einen Kredit ohne Förderung, raten die Experten. Je nach Einkommen, Alter und Kinderzahl falle die Förderbilanz unterschiedlich aus - im Plus seien Hauseigentümer aber immer, lautet ihre Bilanz.

"Von einer großen Auswahl kann keine Rede sein", schreiben die Tester allerdings. Von 86 angeschriebenen Instituten konnten nur 6 ein passendes Angebot für den Modellfall einer Familie mit zwei Kindern machen. Die meisten Banken oder Sparkassen wollen laut "Finanztest" vorerst keine eigenen Riester-Darlehen anbieten.

Die Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf rät, mit dem Abschluss eines Wohn-Riester-Vertrags noch zu warten - wenn das möglich ist. Finanzexperte Thomas Bieler rechnet damit, dass in nächster Zeit weitere Angebote auf den Markt kommen. "Wer mit dem Abschluss noch wartet, kann am Ende der Gewinner sein."

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