Viele Verbände bieten Gruppenerlebnisse an. Vorteile: Der Urlaub ist komplett organisiert und auf die Bedürfnisse abgestimmt.

Düsseldorf. Elfriede W. (Name von der Redaktion geändert) ist gerne unterwegs: Im Frühling geht’s nach Mallorca und im Sommer an die Ostsee. Dabei verreist die 72-Jährige nicht etwa alleine, sondern schließt sich immer einer Gruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus dem Kreisverband Mettmann an. "Ich schätze die gute Betreuung, die netten Leute und das bunte Programm vor Ort", nennt sie die Vorteile des betreuten Reisens.

Die Reisegäste sind im Durchschnitt 70 Jahre alt, weiblich und verreisen in den meisten Fällen alleine. Hin und wieder fahren auch alleinstehende Männer und Ehepaare mit. Warum sich mehr Frauen an den Reisen beteiligen, kann Ridha Nasfi, zuständig für den Bereich Betreutes Reisen im DRK-Kreisverband Mettmann, nur vermuten: "Viele Senioren sind im höheren Alter alleine. Und Frauen suchen eher Kontakt zu Gleichgesinnten."

Auch Rollstuhlfahrer können mitfahren

Auch Rollstuhlfahrer können mitfahren. Sie werden nach Absprache mit dem jeweiligen Ortsverband während der gesamten Reise von einem ehrenamtlichen ausgebildeten Betreuer des DRK begleitet und betreut. Besteht die Gruppe aus zehn Reisenden, darf ein Rollstuhlfahrer mitfahren, bei 20 Personen sind es zwei Rollstuhlfahrer. "Zusätzlich fahren je nach Teilnehmerzahl ein bis zwei Betreuer mit. Die Gruppen bestehen aber höchstens aus 20 Personen.

Die Urlaubsgebiete liegen innerhalb Europas

Die Reisen sind äußerst beliebt, manche Teilnehmer erkunden bereits seit Jahren die unterschiedlichen Urlaubsgebiete innerhalb Europas. Besonders gefragt sind laut Nasfi Flugreisen gen Süden wie Mallorca, Teneriffa oder die türkische Riviera, die wegen des angenehmeren Klimas nur im Frühjahr und Herbst angesteuert werden. Auch andere Wohlfahrtsverbände wie die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und die Caritas bieten betreute Reisen für Senioren an. Interessenten können sich an ihren jeweiligen Ortsverband wenden.

Zwar können sich die Preise - vor allem für ein Einzelzimmer - durchaus sehen lassen (s. Kasten), dafür können die Senioren mit einer Rund-um-Betreuung rechnen.

Je nach Verband, Reiseziel und Zeitraum variieren die Preise. Sie sind entweder im Internet einsehbar oder werden bei den Kreisverbänden auf Anfrage mitgeteilt.

Wer mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Mettmann, im April für zwei Wochen nach Mallorca verreist, zahlt für ein Doppelzimmer 1060 und für ein Einzelzimmer 1320 Euro. Während der Hauptsaison im September belaufen sich die Kosten auf 1390 Euro im Doppel- und 1620 Euro im Einzelzimmer. Die Insel Rügen kostet im Mai für zwei Wochen im Doppelzimmer 1020, im Einzelzimmer 1210 Euro. Wer lieber im Juli verreist, muss tiefer in die Tasche greifen: Das Doppelzimmer kostet im Vier-Sterne-Hotel 1265, das Einzelzimmer 1495 Euro.

Die Caritas veranstaltet unter anderem Fahrten in verschiedene Kurorte innerhalb Deutschlands. So kostet die Übernachtung im Einzelzimmer des Gästehauses St. Josef in Garmisch-Partenkirchen inklusive Vollpension ab 55 Euro, im Doppelzimmer 110 Euro. Etwas günstiger ist die Reise nach Bad Bocklet in die Rhön: Das Einzelzimmer kostet pro Nacht inklusive Vollpension ab 14 Euro, im Doppelzimmer ab 37 Euro.

Einige Wohlfahrtsverbände wie die Arbeiterwohlfahrt bezuschussen die Reisen für Senioren. Maßgeblich ist dafür die Höhe der Rente, die mit der Bescheinigung nachgewiesen werden muss. Reisegäste sollten nachfragen.

Der Seniorenring bietet eine Broschüre zum kostenlosen Download mit dem Titel "Tipps für die Reiseplanung" an.

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