Die hohen Benzin- und Bahnpreise sorgen dafür, dass viele nach Alternativen suchen.

Wer über eine Mitfahrzentrale seinen Fahrer sucht, muss nicht wie ein Tramper am Straßenrand stehen.
Wer über eine Mitfahrzentrale seinen Fahrer sucht, muss nicht wie ein Tramper am Straßenrand stehen.

Wer über eine Mitfahrzentrale seinen Fahrer sucht, muss nicht wie ein Tramper am Straßenrand stehen.

Wer über eine Mitfahrzentrale seinen Fahrer sucht, muss nicht wie ein Tramper am Straßenrand stehen.

Berlin. Um von einem Ort zum anderen zu kommen, müssen Verbraucher immer tiefer in die Tasche greifen. Steigende Spritpreise und Fahrpreiserhöhungen treiben die Mobilitätskosten in die Höhe.

Dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes zufolge erhöhten sich die Kosten in der Kategorie "Verkehr" im Zeitraum 2005 bis 2008 um 10,5 Prozentpunkte. Der Gesamtindex stieg im selben Zeitraum nur um 6,6 Prozentpunkte.

Mit dem eigenen Auto zu fahren, wird für viele Menschen unerschwinglich. Und auch Bahnfahrten kann sich mancher Langstreckenpendler nicht mehr leisten. Diese Entwicklung beschert den Online-Mitfahrbörsen neuen Zulauf.

Die Zahl der Mitglieder hat sich zum Teil verdoppelt

"Wir haben jedes Jahr 30 bis 40 Prozent Wachstum", sagt Michael Reinicke, Geschäftsführer der Firma Mikini Media, die seit 2001 das Portal mitfahrgelegenheit.de betreibt.

Es ist nach eigenen Angaben das größte dieser Art in Deutschland. Rund 180.000 Teilnehmer befinden sich zurzeit in der Datenbank - und mit jeder Preiswelle kommen neue hinzu: "Wir merken Sprit- und Bahnpreiserhöhungen immens", sagt Reinicke. So habe sich die Zahl der Besucher im vergangenen Jahr, als die Kraftstoffpreise besonders stark anzogen, zum Teil verdoppelt.

Die Kosten, Treffpunkt und Fahrtroute sollten besser vorher besprochen werden. Zudem sollte man telefonisch Kontakt aufnehmen - so lässt sich eher herausfinden, ob einem der Fahrer sympathisch ist.

Aus Sicherheitsgründen sollten sich Mitfahrer außerdem Ausweis und Führerschein des Fahrers zeigen lassen. Es kann auch nicht schaden, die Kontaktdaten des Fahrers bei Freunden oder Verwandten zu hinterlassen.

Die sich verschärfenden Rahmenbedingungen haben nun auch den ADAC dazu gebracht, sich in Sachen Mitfahren zu engagieren. Er hatte sich bislang vor allem um die Belange der Autofahrer gekümmert. Anfang August startete der Automobilclub seinen "Mitfahrclub", über den Interessierte online nach Mitfahrgelegenheiten suchen oder selbst welche anbieten können.

Steigende Spritpreise und die Tatsache, dass der Individualverkehr "immer schwieriger" wird, waren dafür die ausschlaggebenden Gründe, erläutert ADAC-Sprecherin Katharina Bauer. Zwischen 150.000 und 200.000 Fahrtangebote und -gesuche stellen die Nutzer täglich ins Netz. Angeboten wird der ADAC-Mitfahrclub in Kooperation mit mitfahrgelegenheiten.de.

Die meisten Online-Mitfahrbörsen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Interessierte suchen sich für ihre Strecke aus den Angeboten eine Mitfahrgelegenheit aus, nehmen per E-Mail oder Telefon Kontakt zum Fahrer auf und vereinbaren mit ihm Fahrpreis, Treffpunkt und alle weiteren Details der gemeinsamen Fahrt. Die entstandenen Fahrtkosten werden in der Regel durch alle Mitfahrer geteilt.

Von den Anbietern verlangt mitfahrgelegenheit.de zuvor eine kostenlose Registrierung. Der ADAC-Mitfahrclub ermöglicht seinen Anbietern, ein detailliertes Profil einzurichten, in dem etwa Angaben zum Fahrzeug und zur Fahrpraxis gemacht werden können. Außerdem gibt es laut Katharina Bauer einen Reisepreisrechner, mit dem Mitfahrer die vom Anbieter verlangten Kosten kontrollieren können.

Später soll eventuell eine Bewertungsmöglichkeit der Fahrer hinzukommen. Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, kann verschiedene Suchoptionen aktivieren und zum Beispiel nur nach reinen "Frauenfahrzeugen" suchen.

Großer Vorteil der Mitfahrbörsen ist die Verringerung der Fahrtkosten. So kostet nach Angaben von mitfahrgelegenheit.de die Strecke München - Köln den Fahrer rund 75 Euro nur für das Benzin. Schon bei zwei Mitfahrern verringerten sich diese Kosten um 67 Prozent auf 25 Euro, wenn der Spritpreis gerecht durch alle Fahrzeuginsassen geteilt wird.

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