Branche bittet um Rückgabe. Geräte enthalten kostbare Rohstoffe.

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80 Prozent der Handy-Materialien können neu genutzt werden. (dpa)

80 Prozent der Handy-Materialien können neu genutzt werden. (dpa)

Oliver Berg

80 Prozent der Handy-Materialien können neu genutzt werden. (dpa)

Düsseldorf. In manch einer Schublade befindet sich ungewollt ein kleines Technikmuseum, denn in deutschen Haushalten steigt die Zahl der Alt-Handys immer weiter an. 85,5 Millionen Mobiltelefone liegen laut einer Studie des Branchenverbandes Bitkom derzeit ungenutzt herum. Das sind drei Prozent mehr als 2011 (83 Millionen Geräte). 70 Prozent der Befragten gaben an, mindestens noch ein Altgerät zu besitzen.

Dabei besteht ein großes Interesse daran, die Rohstoffe aus den alten Mobiltelefonen wiederzuverwerten. „Die Verbraucher sollten ihre Alt-handys recht bald zurückgeben“, sagt deshalb Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Rund 80 Prozent der verbauten Materialien können erneut genutzt werden. Darunter befinden sich unter anderem kostbare Metalle wie Gold, Silber, Kupfer und Coltan. Sie sind zwar nur in geringen Mengen vorhanden, aber angesichts der großen Zahl von Alt-Handys lohnt sich die Wiederverwertung dennoch.

Erlös kann auch für den guten Zweck gespendet werden

Doch wo können die Verbraucher ihre ungenutzten Mobiltelefone entsorgen? Die großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 nehmen die Altgeräte ihrer Kunden in der Regel zurück. Zudem können diese an den kommunalen Abfallsammelstellen abgegeben werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Erlös aus dem Ausschlachten einem guten Zweck zuzuführen. So nehmen zum Beispiel auch der Wuppertaler Kinderschutzbund und der Naturschutzbund Alt-Handys entgegen. Der Kölner Zoo sammelt ebenfalls und leitet das Geld an ein Projekt für bedrohte Gorillas in Afrika weiter. Durch den Abbau des in den Geräten verwendeten Metalls Coltan wird der Lebensraum der Tiere zerstört und somit eine Art Ausgleich geschaffen.

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