Auf der Damenmodemesse CPD zeigen die Designer noch bis Dienstag die neuen Trends.

Düsseldorf. Dicke Pullover, Stiefel, warme Jacken: Seit Wochen bietet sich jeden Tag das gleiche Bild. Eigentlich möchte man den vom Gefühl her endlos langen Winter endlich hinter sich lassen und am liebsten in dünne Sommersachen schlüpfen.

Doch die Modedesigner haben schon die Marschroute für den nächsten Winter 2010/ 2011 ausgegeben. Und die macht durchaus wieder Lust auf neue Mode für die kalte Jahreszeit. Zu sehen sind die Trends noch bis Dienstag auf der Fachmesse für Damenmode CPD in Düsseldorf.

Das bleibt in Mode

"Es bleibt bei Leggings, Röhrenhosen, Jeans und schmalen Röcken", sagt Elke Giese vom Deutschen Mode-Institut. Die Devise lautet: Unten ist es immer schmal; Mäntel, Kleider und Röcke sind immer kurz. Giese: "So klar und eindeutig haben wir das lange nicht mehr gehabt."

Einzelne Lieblingsteile werden im Lagen-Look (Layering) getragen: Tuniken, Kleider, feine Strickjäckchen und knappe Blazer schichten sich raffiniert übereinander. Dekoriert wird mit Tüchern, dicken Strickschals und Mützen.

Das kommt neu

Handschuhweiches Nappaleder, Pelz oder Pelz-Optik, weiches Jersey und Feincord mischen sich neu ein. Für nicht mehr ganz junge Damen lautet die Designer-Devise "Rebellion": Bei den Farben dominieren Schwarz, Dunkelbraun, Violett und Weinrot. Der Blazer rückt mehr in den Vordergrund.

Die Schultern werden stärker betont, ohne dass gleich die ganz dicken Schulterpolster von früher ausgepackt werden. Der Hosenbund rutscht hoch in die Taille; hier und da sind Bundfalten zu sehen. Diese neue Lässigkeit bringt die Karottenform zurück - zum Glück nicht ganz so extrem wie in den 80er Jahren.

Der ganze Look soll cool sein: "Eine Prise Zickigkeit ist erlaubt", meint Elke Giese. Lange Lederstiefel bis über die Knie oder aber kurze Ankle Boots (Ankle = Knöchel, Boots = Stiefel) sind daher die perfekten Begleiter.

Für ganz junge Frauen haben die Designer den Gegenentwurf im Visier: bodenständig, natürlich, verspielt. "Kanada trifft auf die Alpen und auf Norwegen", sagt Modeexpertin Giese. Das Ergebnis könnte dann so aussehen: Lässige 3/4-Jeans, Karohemd, Norweger-Pullover, Fellweste und Strickstulpen an Armen und Beinen werden genauso kombiniert, dass es gerade eben nicht so richtig zusammenpasst. Shorts werden über Leggings getragen und mit Gummi- oder Wanderstiefeln kombiniert - Stilbrüche sind gewollt.

Das geht gar nicht mehr

Weite Hosen, lange Mäntel und lange Röcke sollten im nächsten Winter im Schrank bleiben. "Alles, was zu perfekt ist wie Hosenanzüge oder Kostüme, ist derzeit nicht gefragt", sagt die Modeexpertin.

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