Über die Gestaltung des Raums entscheidet der Gast künftig selbst.

Der Blick aus dem Bad ins Zimmer (l.). Den weißen Grundton des Raums (o. r.) kann der Gast je nach Laune verändern – zum Beispiel in Rot (l.). Das große Panoramafenster (u. r.) kann unter anderem zum Bildschirm umfunktioniert werden.
Der Blick aus dem Bad ins Zimmer (l.). Den weißen Grundton des Raums (o. r.) kann der Gast je nach Laune verändern – zum Beispiel in Rot (l.). Das große Panoramafenster (u. r.) kann unter anderem zum Bildschirm umfunktioniert werden.

Der Blick aus dem Bad ins Zimmer (l.). Den weißen Grundton des Raums (o. r.) kann der Gast je nach Laune verändern – zum Beispiel in Rot (l.). Das große Panoramafenster (u. r.) kann unter anderem zum Bildschirm umfunktioniert werden.

Der Blick aus dem Bad ins Zimmer (l.). Den weißen Grundton des Raums (o. r.) kann der Gast je nach Laune verändern – zum Beispiel in Rot (l.). Das große Panoramafenster (u. r.) kann unter anderem zum Bildschirm umfunktioniert werden.

Kocur (1), Fraunhofer IAO/gee-ly, Zürich (2), Bild 1 von 2

Der Blick aus dem Bad ins Zimmer (l.). Den weißen Grundton des Raums (o. r.) kann der Gast je nach Laune verändern – zum Beispiel in Rot (l.). Das große Panoramafenster (u. r.) kann unter anderem zum Bildschirm umfunktioniert werden.

Düsseldorf. Runde Formen und weiche Linien bestimmen den Raum, der komplett in weiß gehalten ist. Die Farbe und Stärke des Lichts kann der Gast individuell und der Tageszeit entsprechend einprogrammieren und in sein Gästeprofil einspeichern. Und das durchgängige Panoramafenster dient als Kinoleinwand, überdimensionales Fotoalbum oder Computerbildschirm.

So könnte das Hotelzimmer der Zukunft aussehen, das derzeit im Forschungsbau der Fraunhofer Gesellschaft auf dem Duisburger Universitätsgelände getestet wird. Das Projekt wird bis 2011 mit 28 Millionen Euro von der EU, vom Bund, dem Land NRW, der Stadt Duisburg und den beteiligten Wirtschaftspartnern finanziert. Unter der Leitung des Stuttgarter Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation sind insgesamt neun Fraunhofer Institute an vier sogenannten Hotel Labs beteiligt.

Hotelgäste wurden nach ihren Bedürfnissen gefragt

Das Wort "Labs" steht für Labore, "weil wir die Räume als Testräume verstehen, in denen Lösungen ausprobiert, überprüft und an die Bedürfnisse der Gäste angepasst werden", berichtet Stefanie Schulte-Austum von der Lindner Hotel-Gruppe. Das Unternehmen ist offizieller "Anwendungspartner" des Projekts und hat gemeinsam mit Fraunhofer die Konzepte und Anforderungen für die Räume entwickelt. Dazu gehörten auch Befragungen von Hotelgästen, die Wünsche und Bedürfnisse geäußert hatten.

Geht es nach den Planungen der Forscher, bestimmen runde Formen zukünftig die Hotelzimmer. "Mehrere Studien haben gezeigt, dass sich weiche Linien positiv auf das Wohlbefinden auswirken", begründet Schulte-Austum das Design. Die Möbel sind in Form einer Spirale angeordnet. Ungewöhnlich ist, dass im Inneren des Raums eine Relaxzone, eine Dusche und ein Kleiderschrank einen eigenen Komplex bilden.

Eine wesentlichere Rolle spielen aber technische Details. "Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Farben, Akustik, Raumklima und Temperatur auf das Wohlbefinden des Gastes wirken", erläutert Nikolay Dreharov vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, der für die Technik in den Laboren zuständig ist.

Über die Fernbedienung des Fernsehers sendet der Gast seine Bestellung an den Zimmerservice. Kurze Zeit später steht ein Roboter in Form einer Mini-Bar vor der Tür.

Das Fahrzeug erfasst Wände, Nischen, Durchgänge oder Säulen mit Hilfe von Lasern. Stehen mal Hindernisse - zum Beispiel Personen - im Weg, bittet ein Sprachprogramm, den Roboter durchzulassen.

Über einen Touch-Screen-Monitor wird der Gast mit dem Fahrzeug in die Bedienung eingewiesen.

Mit Hilfe von 3000 Leuchtdioden in der Decke kann der Hotelgast verschiedene Farbnuancen wählen. Die Suche nach dem Lichtschalter könnte sich dagegen erübrigen. Denn eingebaute Sensoren im Boden reagieren auf Schritte und schalten das Licht ein. "Sie befinden sich im Bett und registrieren, wenn jemand aufsteht", berichtet Dreharov. Durch das Signal erleuchtet ein dezentes Lichtband auf dem Boden, das dem Besucher beispielsweise den Weg zum Bad aufzeigt. Wer morgens nur schwer aus dem Bett kommt oder abends in warmem Licht entspannen will, kann auch hierzu die Spielereien für sich nutzen.

Doch die bisherigen Ergebnisse gehen weit über die Lichtspiele hinaus. Das lange durchgängige Panoramafenster kann der Gast gleich zu mehreren Zwecken nutzen: Als Leinwand, auf der er sich Filme oder Fotos ansieht und als überdimensionalen Bildschirm für PC-Spiele oder für Videokonferenzen. Auch der Spiegel im Badezimmer kann als multifunktionaler Bildschirm mit Internetzugang verwendet werden.

Weitere Höhepunkte sind das schwingende Energiebett und ein Service-Menü im Fernseher. "Es reagiert auf Sprache, erteilt Informationen über das Hotel, nimmt Aufträge entgegen und leitet diese an das Personal weiter", berichtet Dreharov. Ein Telefon ist da nicht mehr nötig.

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