Mineralölwirtschaft stoppt die Einführung. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle beruft „Benzin-Gipfel“ ein.

E10-Einführung gestoppt
Die Einführung von E10 wird vorerst gestoppt.

Die Einführung von E10 wird vorerst gestoppt.

dpa

Die Einführung von E10 wird vorerst gestoppt.

Berlin. Nach massiven Absatzproblemen beim neuen Bio-Sprit E10 wird die Einführung an weiteren Tankstellen vorerst gestoppt. Damit ist E10 bis auf Weiteres nur an der Hälfte der 15.000 Tankstellen in Deutschland erhältlich. „Das System platzt sonst“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Minerölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard. Dort, wo es bereits E10 gibt, kann es aber weiterhin getankt werden.

In NRW gibt es erst wenige Tankstellen mit E10

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) berief wegen des E10-Chaos einen „Benzin-Gipfel“ ein, der zeitnah stattfinden soll. „Fakt ist, dass die Verbraucher völlig verunsichert sind.“

E10 kommt bei den Autofahrern einfach nicht an. Sie fürchten um ihre Motoren, zudem ist das bis zu acht Cent billigere E10 nicht so leistungsstark wie Super Plus mit einer Beimischung von nur fünf Prozent Ethanol. Laut MWV gibt es inzwischen massive Versorgungsprobleme bei Super Plus. Zudem könnten viele Raffinerien ihre vollen E10-Tanks nicht leeren.

Bisher wurde E10 als Nachfolger für das herkömmliche Super vor allem im Osten und Süden des Landes eingeführt. In NRW gibt es erst wenige Stationen, die umgerüstet worden sind. Das soll auch zunächst so bleiben. Laut Picard soll abgewartet werden, ob die Verbraucher den Sprit in den kommenden Tagen besser annehmen. Erst dann könne E10 auch in die restlichen Regionen Deutschlands kommen.

Strafzahlungen würden auf die Kunden abgewälzt

Bleibt E10 ein Flop, kommen auf die Branche Strafzahlungen zu. Trotzdem droht sie, auf E10 ganz zu verzichten und die herkömmlichen Sorten Super und Super Plus in den gewohnten Mengen herzustellen. Bei jedem statt E10 verkauften Liter müssten dann bei Super Plus mit fünf Prozent Ethanol zwei Cent „Strafe“ gezahlt werden. Zahlen müssten das wohl die Autofahrer.

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