Zuschuss: Oft ist eine altersgerechte Umgestaltung der Wohnung nötig. Die Kosten muss der Bewohner nicht komplett selbst tragen.

Alte Türen sind oft zu eng für einen Rollstuhl. Sie müssen verändert werden.
Alte Türen sind oft zu eng für einen Rollstuhl. Sie müssen verändert werden.

Alte Türen sind oft zu eng für einen Rollstuhl. Sie müssen verändert werden.

dpa

Alte Türen sind oft zu eng für einen Rollstuhl. Sie müssen verändert werden.

Düsseldorf. Vieles wird anders im Alter. Und plötzlich passt die alte Wohnung nicht mehr zum eigenen Leben: Die Treppen sind zu steil, der Badewanneneinstieg ist zu beschwerlich oder die Schwellen sind nicht rollstuhlgerecht. Umbauten werden nötig - und die kosten Geld.

Laut Heide Marie Galle ist die Nachfrage nach Beratungen im vergangenen Jahr um 45 Prozent gestiegen - vor allem zu Umbauten von Bädern. "Im Bad kann man nicht einfach Objekte umstellen wie Möbel in anderen Räumen", sagt die Expertin der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen, die von der Verbraucherzentrale getragen wird. "Zum anderen möchte jeder, auch wenn er noch so krank ist, selbst auf die Toilette gehen können." Das Bad sei meist der erste Raum, in dem es an Platz mangelt.

Für die Finanzierung gibt es Fördertöpfe

Eine Badrenovierung, vielleicht mit einer Türverbreiterung, einer bodengleichen Dusche anstelle der Badewanne und Installations- und Fliesenarbeiten kann schnell 15 000 bis 20 000 Euro kosten. Für die Finanzierung solcher Umbauten gibt es mehrere Fördertöpfe und Möglichkeiten.

"Die erste und wichtigste Finanzierung ist ein einmaliger Zuschuss über die Pflegeversicherung", erklärt Wolfgang Albert vom Pflegestützpunkt Berlin-Reinickendorf. Voraussetzung ist allerdings, dass bereits eine Pflegestufe anerkannt wurde. In solchen Fällen gibt es bis zu 2557 Euro für Umbauten.

Die Kassen könnten 90 Prozent der Kosten für eine Wohnungsanpassung übernehmen - für das Anbringen von Haltegriffen im Bad, die Beseitigung von Türschwellen, die Verbreiterung von Türrahmen oder für Rampen an Hauseingängen beispielsweise. Die Pflege muss durch die Umbauten entweder erst ermöglicht oder erleichtert werden. Bei Mietern ist die Einwilligung des Vermieters Voraussetzung. Die Zuschüsse müssen unter Einreichung eines Kostenvoranschlages beantragt werden.

Für größere Umbauten gibt es die Möglichkeit, Darlehen mit günstigen Zinskonditionen bei der staatlichen KfW-Bankengruppe zu beantragen. Bis zu 50000 Euro werden als Darlehen vergeben. Bei kompletten Badumbauten zum Beispiel lohnt es sich, ein Darlehen zu beantragen. Außerdem bezuschusst die KfW Eigentümer von Häusern oder Wohnungen, die diese barrierefrei gestalten.

Viele der Leistungen müssen beantragt werden - unter Umständen kann es Wochen dauern, bis einem Antrag stattgegeben wird. Was können Mieter oder Eigentümer tun, wenn dringende Umbauten anstehen - beispielsweise nach einem Schlaganfall? "Am günstigsten ist es, wenn jemand in Vorkasse gehen kann", sagt Wolfgang Albert vom Pflegestützpunkt Reinickendorf, "vielleicht mit Hilfe der Familie". Das sei allerdings nur in Notfällen ratsam.

Der normale Ablauf: Antrag stellen, Genehmigung abwarten und erst danach mit den Umbauten beginnen. Wenn aber alles schnell gehen muss, sollte man auf jeden Fall mit der Pflegekasse sprechen und nachfragen, ob der Antrag auf Zuschüsse und die Umbauten parallel laufen können, rät Albert.

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