Die Solinger Familie Brenner will sich absichern. Der Experte Hans-Detlev Speckmann hilft ihr dabei.

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Heidemarie Brenner, ihre Söhne Christian und Michael und Ehemann Wolfgang gehen gemeinsam mit Finanzexperte Hans-Detlev Speckmann (v.l) die Finanzunterlagen der Familie durch.

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Solingen. Heidemarie und Wolfgang Brenner wollen in acht Jahren in Ruhestand gehen und den Rest des Lebens genießen. Die beiden Solinger sehen sich auf der sicheren Seite, denn sie werden zwei gesetzliche Renten ausbezahlt bekommen und haben ein abgezahltes Eigenheim.

Für Sonderwünsche oder Notfälle haben sie sogar noch etwas zur Seite gelegt. Grundsätzlich ein solides Polster. Das meint auch der unabhängige Finanzberater Hans-Detlev Speckmann von den "Alten Hasen" (siehe Kasten). Er hat im Rahmen unserer Serie "Preischeck" für das Ehepaar eine Finanzplanung für die Zukunft erarbeitet. Und dabei hat er bei den Brenners eine Versorgungslücke entdeckt. "Sie können mit ihrer Rente, wenn man die jetzigen Bedingungen als Basis nimmt, gut leben. Aber in 20 Jahren kann das schon ganz anders aussehen", erläutert der Finanzexperte.

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Heidemarie Brenner, ihre Söhne Christian und Michael und Ehemann Wolfgang gehen gemeinsam mit Finanzexperte Hans-Detlev Speckmann (v.l) die Finanzunterlagen der Familie durch.

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Heidemarie Brenner, ihre Söhne Christian und Michael und Ehemann Wolfgang gehen gemeinsam mit Finanzexperte Hans-Detlev Speckmann (v.l) die Finanzunterlagen der Familie durch.

Denn in die Berechnungen sei nicht die Inflationsrate einkalkuliert worden. Und nach derzeitigem Stand könne man nicht davon ausgehen, dass diese durch Rentenerhöhungen ausgeglichen werde. Das heißt in der Zukunft ist die Rente der beiden weniger wert. "Sie könnte nicht reichen", so Speckmann.

Es wäre also sinnvoll, in den verbleibenden acht Jahren vor Renteneintritt noch Geld anzulegen, um das Vermögen beziehungsweise die Rücklagen zu mehren. Speckmann rät den beiden, die eher sichere und konservative Anlagen bevorzugen, in zwei Phasen vorzugehen. "Bis zum Ende der Finanzkrise hat die Kapitalsicherung Vorrang. Deshalb sollten sie möglichst in sichere, liquide Anlagen investieren", so der Finanzberater.

Dazu würden sich Tages- und Festgelder eignen. "Da sich gerade bei den Tagesgeldkonten die Kurse der Banken sehr schnell ändern, ist es sinnvoll, mindestens zwei Konten bei unterschiedlichen Instituten zu eröffnen", so Speckmann. So könne man je nach Zins das Geld hin- und herschieben.

Beginn: Gerade junge Menschen sollten sich frühzeitig Gedanken über eine sinnvolle Geldanlage-Strategie machen. Im Vergleich zu vorhergehenden Generationen können sie nicht mit einer üppigen Rente rechnen. Zudem bringen die frühzeitigen Investitionen mehr Geld.

Aufbau Für Jüngere ist ein Dreisäulen-Modell empfehlenswert: Riesterrente, Bausparvertrag und Fondsparpläne. So ist der Anleger flexibel und abgesichert.

Riester-Rente: Die Riester-Rente eignet sich vor allem für Jüngere, da sie sich wahrscheinlich im Alter nicht mehr ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen können. Zudem ist sie im Vergleich zu anderen Anlageformen unangreifbar, auch wenn man ungewollt eine Zeit von Hartz-Vier leben muss. Der Sparer muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass es sich bei der Riester-Rente ausschließlich um eine Altersvorsorge handelt. Man kommt nicht wie beispielsweise bei einer Lebensversicherung vorzeitig an sein Geld heran.

Bausparvertrag: 20-Jährige, die jetzt einen Bausparvertrag abschließen, haben etwa in 12 Jahren genug Grundkapital, um beispielsweise eine Eigentumswohnung finanzieren zu können.

Fondssparpläne: Diese Form der Anlage hat den Vorteil, dass man sich nicht längerfristig binden muss, aber kann. So kann der Anleger flexibel bleiben und auch schnell wieder über sein Geld verfügen. Ein Fondssparplan ist ein Sparvertrag mit regelmäßiger Einzahlung in einen Investmentfonds.

Netzwerk: Das Netzwerk "Die alten Hasen" von unabhängigen Bankkaufleuten im Seniorenalter (Mindestalter 55 Jahre) ist bundesweit seit 2002 tätig. Die Seniorenberater beraten Interessierte in Lebensfragen, die Finanzen berühren.

Seniorenberater: Alle Seniorenberater haben mindestens 20 Jahre Beratungserfahrung und kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Das Fachwissen aller Berater wird zum Wohle des Mandanten gegenseitig genutzt. Sie bereiten mit ihrer Lebens- und Berufserfahrung ihre Beratungs-Kunden für "später" vor.

Kosten Die Beratungen erfolgen ausschließlich auf Honorarbasis. Die folgenden Bereiche gehören nicht zum Programm der Alten Hasen: Rechts- und Steuerberatung, Börsentipps und Verkauf von Produkten und Finanzdienstleistungen. Tel.: 069/ 92037890.

Sicherheit: Die Geldanlage sollte in unterschiedlichen Anlageklassen gestreut werden. So vermeidet man das sogenannte Klumpenrisiko.

Rechnung Bei der Beurteilung der Geldanlage sollte in absoluten Zahlen gerechnet werden. Hier ein Beispiel: Für eine Anlage von 20000 Euro kann man einen Zinssatz von 5 Prozent mit einem höheren Risiko oder 3 Prozent mit einem geringeren Risiko erzielen (jeweils nach Abgeltungssteuer). Der Mehrbetrag aus der höher verzinsten Anlage beträgt 400 Euro pro Jahr bzw. 33 Euro im Monat. Der Anleger sollte sich fragen, ob er für diesen Mehrbetrag ein höheres Risiko eingehen will.

Aufbau: Der Anleger sollte nur in eine Anlage investieren, die er auch vollständig verstanden hat. Die Anlage sollte erkennbare Strukturen haben. Zudem sollte die Anlage vom jeweiligen Finanzinstitut losgelöst getroffen werden.

Strategie: Ein häufiger Wechsel der Anlagestrategie mit der Folge häufiger Umschichtungen sollte vermieden werden. Verluste sind vorprogrammiert.

Kosten: Die Kosten der Geldanlage sollten transparent und für den Anleger jederzeit einsehbar sein. Zudem sollte die Kontinuität der Anlageberatung und -verwaltung auf jeden Fall garantiert sein.

Einen Teil des Geldes sollte das Paar zudem mittelfristig anlegen. Hierfür kommen laut dem Experten beispielsweise Sparbriefe oder Festzinssparen in Frage. "So erhalten sie sich ihre Flexibilität", erklärt Speckmann. Dafür sollte das Paar die Anlagen zwischen sechs und maximal zwei Jahren staffeln.

Wenn die Finanzkrise und ihre Folgen überwunden sind, kommen für die Brenners auch wieder andere Modelle in Betracht. In der zweiten Phase empfiehlt Speckmann eine Direktanlage in Anleihen und Pfandbriefen.

Bei direkten Anlagen hat man Einfluss auf die Auswahl

Hierfür bietet sich folgende Mischung an: Bundesanleihen, Bundesschatzbriefe, Anleihen der Bundesländer und kreditwürdiger Unternehmen, Körperschaften des Bundes und der Länder sowie Pfandbriefe (Anleihen, die zusätzlich durch Grundpfandrecht besichert sind).

Zudem rät Speckmann zu direkten Anlagen, Fonds seien nicht so sinnvoll. "So wissen sie auch wirklich in welche Papiere sie angelegt haben und nehmen direkten Einfluss auf die Auswahl", erklärt der Experte. Zudem seien die Transaktionskosten gering, Nachteil: Es ist aufwändiger.

Die Anlage sollte gestaffelt werden, beispielsweise mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren. So bleibe man flexibel. "Bei Renteneintritt sind sie so auf der sicheren Seite", schließt Speckmann die Beratung ab. Heidemarie Brenner ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis: "Das ist ein hilfreicher Leitfaden."

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