Eine zweite Chance für Bello & Co.
Wer Hunden ein neues Zuhause geben möchte, sollte sich vorab über die Eigenheiten des Tieres erkundigen.

Wer Hunden ein neues Zuhause geben möchte, sollte sich vorab über die Eigenheiten des Tieres erkundigen.

Burgi/dpa/tmn

Wer Hunden ein neues Zuhause geben möchte, sollte sich vorab über die Eigenheiten des Tieres erkundigen.

Frankfurt/Main/Berlin (dpa/tmn) - Hund, Katze oder Meerschweinchen? Die Entscheidung fällt meist schnell. Doch danach muss geklärt werden, woher der neue Mitbewohner kommen soll. Viele entscheiden sich für ein Tier aus dem Heim. Dort warten viele Tiere auf neue Besitzer.

Trotzdem sollte man sich vorher gut über das Tier informieren und schauen, ob man wirklich zueinander passt. «Ein Tier aus dem Tierheim kann mehrere Vorteile haben», sagt Astrid Behr, Pressesprecherin des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte in Frankfurt. «Vor allem gibt man so Tieren ein Zuhause, die sonst vielleicht lange in einem Heim leben müssten.» Außerdem habe man die Möglichkeit, ein erwachsenes Tier zu sich zu nehmen, das schon stubenrein ist und häufig zumindest den Grundgehorsam erlernt hat, so dass die Erziehung weniger aufwendig ist als bei einem Welpen.

«Wichtig ist aber auch, dass die Tiere fertig entwickelt sind», betont Behr. Schließlich sei gerade bei Hunden und Katzen nicht nur die Erziehung, sondern auch die Persönlichkeit wichtig. Zum Beispiel sei eine bestimmte Dickköpfigkeit erst später erkennbar - und könne auch bei guter Erziehung auftreten. «Bei einem erwachsenen Tier aus dem Heim sieht man außerdem die endgültige Körpergröße, die zum Beispiel bei einem Mischlingswelpen nicht unbedingt vorhersehbar ist.»

Die Tierärztin sieht weniger Nachteile bei Heimtieren: «Man kann nicht pauschal sagen, dass alle Probleme haben und schwierig sind; im Gegenteil», betont Behr. «Es gibt natürlich Tiere, bei denen man nicht weiß, woher sie kommen und was sie erlebt haben - aber selbst wenn sie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, heißt das nicht, dass sie deswegen automatisch schwierig sind.»

Wer gerne ein Tier aus dem Heim möchte, kann ohne Termin vorbeikommen und sich umgucken, sagt Evamarie König, Sprecherin des Berliner Tierheims. «Hat man Interesse an einem Tier, sollte man sich an die Pfleger wenden.» Die wollen zum einen klären, ob das Tier überhaupt zu den Interessenten passt: Hatte man schon mal ein Haustier? Wie viel Zeit hat man tagsüber? Wohnt man ebenerdig, so dass man auch ein Tier mit Hüftproblemen nehmen könnte? Geht es um eine Katze, muss geklärt werden, ob Freigang möglich ist und ob es bereits andere Katzen zu Hause gibt. «Bei Kleintieren möchten wir zum Beispiel wissen, ob Kinder im Haus leben und wie alt diese sind.»

Wer sich für eine Katze entschieden hat, kann das Tier laut König nach einer Vertragsunterzeichnung oft gleich mitnehmen. «Wir machen aber nach einiger Zeit unangemeldete Nachkontrollen und prüfen, ob es dem Tier in der neuen Umgebung gut geht.» Auch Kleintiere können meist sofort mitgenommen werden. Bei Hunden geht es dagegen nicht so schnell. «Wer sich einen Hund ausgesucht hat, kann bei uns auf dem Gelände erst einmal ein oder zwei Stunden Gassi gehen.» Klappt das, kann man das Tier für bis zu drei Tage nach Hause nehmen und schauen, wie es sich dort verhält. «Dann machen wir den endgültigen Vertrag - und kommen ebenfalls unangemeldet zu einer Nachkontrolle.»

Die Tiere sollten im neuen Zuhause Zeit zum Gewöhnen haben, erklärt Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn. Eine Katze fühle sich meist erst einmal unbehaglich. «Lassen Sie Ihre Neue einige Stunden völlig in Ruhe.» Sie werde dann nach einiger Zeit von sich aus auf einen zukommen.

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