Guten Appetit: Lemminge halten ihr Futter immer in den Vorderpfoten. Foto: Christine Wilde
Guten Appetit: Lemminge halten ihr Futter immer in den Vorderpfoten. Foto: Christine Wilde

Guten Appetit: Lemminge halten ihr Futter immer in den Vorderpfoten. Foto: Christine Wilde

Am besten vertragen sich Lemmingweibchen, die in einer Gruppe gehalten werden. Zwei Tiere sollten es mindestens sein. Foto: Christine Wilde

Mehrere Etagen und Gänge: In so einem Gehege fühlen sich Lemminge wohl. Foto: Christine Wilde

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Guten Appetit: Lemminge halten ihr Futter immer in den Vorderpfoten. Foto: Christine Wilde

Osnabrück (dpa/tmn) - Sie passen in eine Handfläche, sind aber alles andere als Kuscheltiere. Lemminge sind relativ einfach zu halten, beachten ihre Besitzer aber nur bedingt. Wer damit klarkommt und sich auf ein kurzes Gastspiel einstellt, wird an ihnen Freude haben.

Das Gesicht erinnert auf den ersten Blick an Hamster - wenn da nicht der schwarze Strich von der Stirn bis zum Schwanz wäre. Steppenlemminge gehören zu den Wühlmäusen, auch wenn ihr Name anderes vermuten lässt. Die Nager sind aber nicht so niedlich wie sie aussehen. Hochnehmen und streicheln lassen sie sich nur ungern.

Wer sich darauf einstellt, sie nur zu beobachten, bekommt eine Menge geboten. Die Lemminge bauen sich ein faszinierendes Geflecht von Gängen und Labyrinthen. Das Gehege sollte für zwei Tiere mindestens 100 Zentimeter lang und jeweils 40 Zentimeter hoch und breit sein. «Am einfachsten ist es, das Gehege selbst zu bauen», sagt Christine Wilde. Sie hat selbst über Jahre Lemminge gehalten und ein Buch über die Tiere geschrieben.

Ein gemütliche Behausung lässt sich beispielsweise aus Spanplatten oder Rück- und Seitenwänden eines Schranks zimmern. Regalböden dienen als Etagen. Vorne sollte eine etwa 30 Zentimeter hohe Plexiglasscheibe angebracht werden. Wichtig ist, dass das Gehege nicht eindimensional ist. «Etagen sorgen für Abwechslung. Sie sind aber nur sinnvoll, wenn die Lemminge Löcher nach unten zum Verschwinden haben», sagt Wilde. Sonst gerieten die etwa elf Zentimeter langen Tiere leicht in Stress.

Bei der Einrichtung ist viel Einstreu zum Buddeln das A und O. Sie sollte mindestens 20 bis 25 Zentimeter hoch eingefüllt werden. Gut geeignet ist handelsübliche Kleintierstreu. Damit die Gänge nicht gleich zusammenkrachen, werden am besten Heu und Strohhäcksel untergemischt. Auch ein geräumiges Häuschen ist wichtig: Im Handel sind sie für Hamster erhältlich oder als Nistkästen für Wellensittiche.

Mit sorgfältigem Aufräumen halten sich Besitzer aber besser zurück: Die akribisch angelegte Gängestruktur sollte beim Saubermachen nicht zerstört werden. «Es reicht, wenn einmal in der Woche etwa ein Drittel Einstreu ausgetauscht wird», sagt Jürgen Hirt, Mitglied in der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). Der Bereich, in dem frisches Futter liegt, könne dafür etwas öfter gereinigt werden.

Zu fressen bekommen Lemminge am besten eine Mischung aus kleinen, fettarmen Sämereien wie Hirse, Fenchel- und Grassamen. Davon reicht pro Tier etwa ein gestrichener Esslöffel täglich. Außerdem brauchen sie Grünfutter wie Löwenzahn, Schafgarbe, Karottengrün und Chinakohl. Davon dürfen sie so viel fressen, wie sie wollen. Zurückhalten müssen sich Besitzer dagegen bei Obst: «Lemminge neigen stark zu Diabetes», erläutert James Brückner vom Deutschen Tierschutzbund. Wenn überhaupt, liegen Äpfel, Birnen und Beeren nur sehr selten und in sehr kleinen Mengen im Napf.

Zwar ist noch nicht ganz geklärt, in welcher Gruppengröße sich die Tiere am wohlsten fühlen, jedoch wird empfohlen, sie mindestens zu zweit zu halten. Am leichtesten sind Weibchen zu halten. «Männchen sind kleine Machos und gehen gerne aufeinander los», warnt Wilde. Und bei gemischten Paaren ergibt sich das Problem, dass sich Lemminge rasant vermehren. Ein Wermutstropfen bleibt bei der Haltung der vergleichsweise robusten Tiere. Halter müssen sich darauf einstellen, dass Lemminge eine eher kurze Lebensdauer von 1,5 bis 2,5 Jahren haben.

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