Biene
Die Biene bevorzugt eher die Stadt als das Land. Foto: Sebastian Gollnow

Die Biene bevorzugt eher die Stadt als das Land. Foto: Sebastian Gollnow

dpa

Die Biene bevorzugt eher die Stadt als das Land. Foto: Sebastian Gollnow

Berlin (dpa) - Honigbienen leben Experten zufolge in der Stadt oft
besser als in ländlichen Gebieten. In Parks und Gärten fänden sie ein
reiches und vielfältiges Blüten-Angebot, schreiben Imkermeister
Benedikt Polaczek und Veterinärmedizinerin Monika Krahnstöver von der
Freien Universität Berlin.

Dagegen wirke die intensive Landwirtschaft außerhalb der Städte sich negativ aus: «Zusätzlich zum reduzierten Nahrungsangebot der Landwirtschaft erschwert der Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln das Überleben der Biene.»

Als Kriterien für die Gesundheit der Honigbienen haben die Fachleute
sich Zahlen dazu angeschaut, wie viel Honig die Tiere produzieren -
mit klarem Ergebnis: «Ihre Honigerträge sind in urbanen Gebieten
doppelt so hoch wie in landwirtschaftlichen Gebieten.» Das
dokumentierten etwa Statistiken des Deutschen Imkerbundes. Im Boom
der Stadtimkerei sehen die beiden auch Risiken für die Bienen, zum
Beispiel weil viele Halter unerfahren seien.

Die Auswertung der Daten hatten die Grünen im Bundestag in Auftrag
gegeben. Die Grünen-Abgeordnete Bärbel Höhn, die dem Umweltausschuss
des Bundestags vorsitzt, nannte die Entwicklung «absurd». In
Deutschland drohten damit «Verhältnisse wie in den USA oder in China,
wo viele Bienenvölker kreuz und quer durchs Land gefahren oder
Apfelbäume gar per Hand bestäubt werden müssen», warnte sie.

Grünen-Agrarexperte Harald Ebner sagte, die Lösung seien «deutlich
weniger Pestizide in der konventionellen Landwirtschaft und mehr
Ökolandbau». Zudem müsse weniger Gülle auf den Wiesen verteilt
werden, da Wildblumen sonst vertrieben würden. Bundesagrarminister
Christian Schmidt (CSU) hatte vergangene Woche gesagt, neue Regeln
fürs Düngen seien «auf der Zielgeraden».

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