Ein gewisses Geschick gehört zum Fliesen verlegen dazu, doch mit der richtigen Technik können auch Laien Bad oder Küche neu gestalten.

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Es muss nicht immer der Handwerker sein: Fliesen sind in Deutschland der Klassiker für Bad und Küche und können mit guter Vorbereitung auch selber verlegt werden. Archiv

Es muss nicht immer der Handwerker sein: Fliesen sind in Deutschland der Klassiker für Bad und Küche und können mit guter Vorbereitung auch selber verlegt werden. Archiv

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Es muss nicht immer der Handwerker sein: Fliesen sind in Deutschland der Klassiker für Bad und Küche und können mit guter Vorbereitung auch selber verlegt werden. Archiv

Düsseldorf. Bevor Heimwerker loslegen, sollten sie sich gut vorbereiten und zunächst mit der Kunst des Fliesenlegens vertraut machen. Denn eine unsauber geflieste Wand ist schwierig zu korrigieren. Fliesen sind in verschiedene Abriebklassen unterteilt, wobei im Innenbereich die Stufen eins bis vier relevant sind. Während in die erste Klasse lediglich Wandfliesen fallen, umfasst die zweite Klasse Wand- und Bodenfliesen für leichte Beanspruchung. Dies reicht in Bad und Küche oftmals aus.

Wichtig: Neben der Fliesenqualität ist auch die Menge der Fliesen für den Kauf relevant. Gerade, wer auf Auslaufmodelle zurückgreift oder einmalige Aktionsangebote nutzt, sollte ausreichend Material besorgen. Denn zerbricht eine Fliese – beim Verlegen oder auch noch nach Jahren – so freut man sich über einen großen Vorrat. Als Faustformel gilt: Quadratmeterzahl der zu fliesenden Fläche plus zehn Prozent für Verschnitt und Reserve.

Untergrund muss gut vorbereitet werden

Zunächst muss der Untergrund gut vorbereitet werden. Er muss tragfähig, rissfrei, sauber und vor allem eben sein. Unebenheiten können am besten mit selbstlaufender Spachtelmasse geglättet werden. Vor dem Verfliesen muss jeder Untergrund vorbehandelt werden. Hierzu wird Tiefengrund bei saugenden Untergründen oder Haftemulsion auf schlecht saugenden Böden oder an der Wand mit einem breiten Pinsel oder einem Gummiwischer verteilt.

Tipp: Fliesen aus gemischten Packungen verlegen

Je nach verwendetem Produkt muss der Boden etwa zwei Tage durchtrocknen. Die Verlegung der Kacheln sollte gut geplant sein. Am besten die Farbnuancen der Fliesen aus verschiedenen Kartons vergleichen und später aus mindestens drei Packungen gemischt verlegen. Bei der Bodenverlegung von Fliesen in rechteckigen Räumen wird zunächst eine Richtschnur mittig im Raum parallel zu den Seitenwänden gespannt. Die erste Reihe Fliesen wird lose entlang der Schnur gelegt, dann wird an einer Stirnseite weiter gearbeitet und entweder im Kreuz oder diagonal die Fliesenreihen ausgelegt.

Bei Wandfliesen wird ebenfalls in der Mitte begonnen: Dazu senkrechte und waagerechte Grundlinien aufzeichnen und an dieser Markierung mit der ersten Reihe beginnen. Oftmals müssen einige Fliesen zugeschnitten werden. Bei geraden Schnitten wird die Fliese an der gewünschten Stelle angeritzt und mit der Fliesenbrechzange gebrochen. Für Rohrdurchführungen werden mit dem Steinbohrer dicht an dicht Löcher innerhalb einer markierten Linie gebrochen, die Zwischenstege werden dann mit dem Fliesenhammer zerschlagen.

Der Kleber muss mindestens zwölf Stunden aushärten

Fliesenbrechzange, Fliesen- oder Gummihammer, Fugen- oder Gummiwischer, evtl. Fliesen-Schneidgerät, Glättkelle, Senklot für Wandfliesen, Wasserwaage, Zollstock

Ausgleichsmasse (selbstverlaufend), Bohrmaschine und Steinbohrer, Eimer, Fliesen, Fliesenkleber, Fliesenkreuze, Fugenmörtel, Grundierung, Schwamm

Erst jetzt geht es ans Kleben. Der Fliesenkleber wird mit dem Rührquirl und einer langsam laufenden Bohrmaschine angerührt, bis eine homogene Masse entsteht. Diese wird gleichmäßig auf dem Untergrund verteilt und mit dem Zahnspachtel durchgekämmt. Dann wird die Fliese ins Kleberbett geschoben und angedrückt oder mit dem Gummihammer sanft angeklopft, dabei darf sie nicht bis zum Untergrund durchgeklopft werden.

Beim Verlegen weiterer Fliesen muss die Fugenbreite der Hersteller berücksichtigt werden, hierbei helfen Fliesenkreuze, die später einfach mit verfugt werden. Ist der gesamte Boden verfliest, muss der Kleber mindestens zwölf Stunden aushärten. Tipp: Immer nur soviel Kleber anmischen, wie man in 30 Minuten verarbeiten kann. Sind Sockelfliesen am Rand vorgesehen, werden diese nach Fertigstellung des Bodens angebracht. Hierzu Kleber direkt auf die Fliesen auftragen und die Fliesen im Fugenverlauf der Bodenfliesen an die Wand kleben.

Fugenmasse gut in alle Hohlräume verteilen

Wie der Kleber, wird nun der Fugenmörtel angemischt – wieder nur die Menge, die in der angegebenen Zeit verarbeitet werden kann. Die Masse muss gleichmäßig und abschnittsweise über den Fliesenbelag verteilt und mit dem Gummiwischer schräg zum Fugenverlauf eingeschlämmt werden. Hierbei ruhig mehrmals über die Fläche wischen, damit sich die Fugenmasse in alle Hohlräume verteilen kann. Dann werden mit einem feuchten Schwamm oder Schwammbrett alle Mörtelreste entfernt.

Nach dem Trocknen muss noch einmal mit dem Schwamm und klarem Wasser nachgewischt werden.

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