Ekkehard Rüger
Ekkehard Rüger

Ekkehard Rüger

Sergej Lepke

Ekkehard Rüger

Man muss es so sagen: Die sechste Klimafasten-Woche ist die Woche meines Versagens. Dabei war mir gar nicht viel aufgetragen. Diese Woche sollte „für mich, für Einkehr und Umkehr“ gedacht sein. Mit so schönen Vorschlägen wie „Spaziergänge unternehmen: alle Sinne schärfen“. Oder „einen Tag ohne Handy und Internet leben“. Ich hätte auch „Orte der Einkehr und Ruhe aufsuchen und dort verweilen“ können. Die Wahrheit ist: Nichts davon hat geklappt.

Aber war es nicht so, dass persönliches Scheitern im religiösen Kontext mit viel Wohlwollen betrachtet wird? Zumindest kann ich aus der Erfahrung dieser Woche berichten, was Einkehr und Ruhe mit Klimawandel zu tun haben. Wenn das mit der inneren Ruhe nämlich nicht so richtig klappt, drückt man unsinnig kräftig aufs Gaspedal, stopft unsinnige Mengen unsinnigen Essens in unsinnigem Tempo in sich rein und neigt zu unsinnigen Konsumhandlungen. Man? Gut, ich jedenfalls. Mein klimatischer Fußabdruck würde in dieser Woche vermutlich auf Schuhgröße 48 schließen lassen.

Aber wenn ich das mit der Umkehr richtig verstanden habe, ist sie ja nicht nur in der sechsten Klimafasten-Woche möglich, sondern immer. Heute, morgen, nächste Woche. Dann habe ich Urlaub. Da müsste wieder was gehen in Sachen Einkehr.

Immerhin: Meine Klimafasten-Broschüre kommt mir entgegen und schlägt mir dafür ein Kloster, eine Bank im Wald oder den Lieblingsplatz meiner Jugend vor. Die Bibel war mit Jesus nicht so gnädig: Er musste für 40 Tage und Nächte zum Fasten in die Wüste und hatte es dort auch gleich mit dem Teufel persönlich zu tun. Wie die Begegnung ausging, weiß man: Jesus ist auf den Versuchungen nicht erlegen. „Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm.“

Wenn ich also in meiner vorösterlichen Urlaubswoche ein paar Engeln begegne, weiß ich zumindest, dass ich wieder auf dem richtigen Weg bin.

 

klimafasten.de

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