Kerze auf dem Grab
Die Aufgabenfülle durch die Beerdigung hilft den Trauernden.

Die Aufgabenfülle durch die Beerdigung hilft den Trauernden.

dpa

Die Aufgabenfülle durch die Beerdigung hilft den Trauernden.

Düsseldorf. Das Schlimmste ist plötzlich eingetreten: Ein Verwandter, ein Freund oder gar der Partner ist gestorben. Ob jemand nun durch Krankheit, einen Unfall oder durch einen natürlichen Tod von uns ging - wir Zurückgelassenen sind schockiert, ungläubig, wie gelähmt. "Ich konnte nicht weinen und war zu keiner Gefühlsregung fähig", erzählt Bettina M., deren Mutter vor kurzem gestorben ist.

Die Trauerpsychologie nennt diesen Zustand die "Phase des Schocks", auf den weitere Phasen, bis hin zur Bewältigung der Trauer folgen. Denn obwohl die Welt um einen herum ins Wanken geraten ist und man sich verkriechen und der Trauer hingeben möchte, fängt man plötzlich an zu funktionieren. "Ich fühlte mich wie ferngesteuert", meint Bettina M. "Ich habe mechanisch alles erledigt, was nötig war."

Die Aufgabenfülle durch die Beerdigung hilft den Trauernden

Doch diese "kontrollierte Phase" hat ihren Zweck: Der Trauernde erhält äußeren Halt durch die Fülle der mit der Beerdigung verbundenen Aufgaben. Hilfe dafür finden Hinterbliebene beim Bundesverband Deutscher Bestatter (www.bestatter.de).

Neben Ratgebern, die Auskunft über Versicherungsansprüche, Steuern, Erbschafts- und Testamentsfragen geben, bietet der Verband auch Adressen für Trauernetzwerke und Selbsthilfegruppen sowie Checklisten für Formalitäten und Maßnahmen, die bei einem Sterbefall zu erledigen sind.

Diese können sich, je nach persönlicher Situation und je nachdem, wie und wo ein Mensch gestorben ist unterscheiden.

Den Bestatter spätestens nach 36 Stunden benachrichtigen

Das Thema der Bestattungsvorsorge ist heute wichtiger denn je, da sich der Staat aus den bisherigen Pflichten sozialer Absicherung durch die Streichung des Sterbegeldes zurückgezogen hat. Jeder kann seine Bestattung durch einen entsprechenden Vorsorgevertrag im Voraus regeln.

Dies hat den Sinn, dass alle Details und Wünsche für eine Bestattung vorab festgelegt werden und ein Kostenvoranschlag auf der aktuellen Preisbasis und entsprechend den eigenen Vorstellungen erstellt wird. Dadurch wird den Hinterbliebenen, die nicht immer einfache Entscheidung der Bestattungsart sowie die finanzielle Sorge abgenommen und sie können sicher sein, nach den Wünschen des Verstorbenen zu handeln.

Zur Absicherung der Vorsorge bieten Bestatter zum Beispiel folgende Alternativen an: eine Sterbegeldversicherung, Bestattungspakete in verschiedenen Ausführungen oder die Anlage von Vorsorgegeldern über die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG.

Im Todesfall beizubringende Unterlagen im Original: Personalausweis des Verstorbenen, Todesbescheinigung (vom Arzt) bzw. Leichenschauschein. Je nach Familienstand: Geburts- oder Heiratsurkunde, rechtskräftiges Scheidungsurteil und Heiratsurkunde (bei Geschiedenen), Heiratsurkunde sowie Sterbeurkunde des Ehepartners (bei Verwitweten), Versichertenkarte bzw. Patientenverfügung, weitere Versicherungsunterlagen.

Ist der Todesfall in der Wohnung des Verstorbenen eingetreten, muss als erstes ein Arzt benachrichtigt werden, der die Todesbescheinigung bzw. den Leichenschauschein ausstellt. Die engsten Angehörigen sollten benachrichtigt und Verträge bzw. Verfügungen (siehe Kasten) herausgesucht werden.

Innerhalb von 36 Stunden nach dem Todesfall sollte auch ein Bestatter benachrichtigt werden. Dieser hilft den Hinterbliebenen bei allen Fragen und erledigt Formalitäten, wie die Sterbeurkunde beim Standesamt ausstellen zu lassen sowie Krankenkasse, Lebens- und Unfallversicherung zu informieren.

Auch nach der Bestattung ist viel zu erledigen

"Der Bestatter war uns eine große Hilfe", meint Bettina M. Er kümmert sich um die Überführung des Verstorbenen in die Leichenhalle und plant mit den Angehörigen die Bestattung, hilft bei der Grab- und Sargauswahl sowie der Totenkleidung.

Ist die Beerdigung vorbei, gibt es für die Angehörigen oft weiteres zu tun: Renten müssen abgemeldet, Wohnungen sowie Versorgungsverträge gekündigt und mit Versicherungen abgerechnet werden. Wichtig: Immer eine Kopie des Totenscheins einreichen, nur dann sind außerordentliche Kündigungen möglich.

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